[Aktion] Behind the Screens #13

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Behind the Screens ist eine wöchentliche Beitragsreihe, die von Anabelle von Stehlblüten und Philip von Book Walk ins Leben gerufen wurde, und in der auf die vergangene Woche zurückgeblickt werden soll. Natürlich stehen dabei Bücher immer wieder im Vordergrund.

1. Wie war deine Woche?

Ja, es ist der pure Kitsch. Ich gebe es zu. Aber: Es schneit auf meinem Blog! Ich bin nun einmal ein Winterkind, ich liebe Schnee und Kälte und bei Kerzenschein in eine Decke eingekuschelt lesen (wahlweise auf dem Bauch liegend mit Katze auf dem Po) und das Glitzern des Schnees im Sonnenschein usw. Ich fahre sogar eigentlich gerne im Winter Auto. Schnee stört und schockt mich da nicht sonderlich, und solang man dem Wetter angepasst unterwegs ist, ist es auch relativ sicher. Wenn man mal von den anderen Fahrer absieht, aber schwarze Schafe gibt es überall. ^^

Feli und die aktuelle Lektüre.

Natürlich steht auch die Weihnachtsdeko, auch wenn das Schmücken an sich oft ein ganz klein wenig in Stress ausartet. Schön sieht es danach trotzdem aus, und ich mag es, dass bei uns auf dem Dorf fast jedes Fenster beleuchtet ist. Und das nicht kitschig bunt sondern mit schönen echt erzgebirgischen Lichterbögen, die ein warmes Licht ausstrahlen. Hach. I’m a hopeless romantic sometimes.

Die Woche verlief soweit relativ normal. Arbeit und Schulkurse (ich habe im Alter von Mitte/Ende 20 noch einmal alles auf Null gesetzt und eine zweite Ausbildung zur Steuerfachangestellten begonnen und stecke da inzwischen im 2. Lehrjahr) wechseln sich wie üblich ab, obwohl ich einen Schultag für ein Seminar zur Umsatzsteuer ‚opfern‘ musste. Das Seminar hat mir aber ziemlich viel gebracht, von daher war das auf jeden Fall super. Ich liebe Seminare ja. Neues lernen ist ja immer gut, und ich mag es wenn mein Hirn etwas mehr beansprucht wird. ^^ Nebenbei gibt es bei den Seminaren des Steuerberaterinstituts Sachsen in dem einen Chemnitzer Hotel immer so leckeres Essen. *_*

2. Welche Bücher stehen auf deiner Weihnachtswunschliste?

Wunschlisten und Weihnachten sind aktuell bei vielen Aktionen und Fragen Thema. Wie sollte es auch anders sein, steht dieses Fest doch bald schon vor der Tür.
Ich mag ja Weihnachten. Nicht den Konsum, den finde ich schrecklich. Und obwohl ich mich auf das tolle Essen im Familienkreis freue, ist es doch oft so, dass ich nach zwei Tage all das Essen nicht mehr sehen kann, und mich ein Stück Knäckebrot mit Butter glücklicher macht als alles andere.
Aber zurück zum Thema Wunschliste. Ich habe keine eigentliche Weihnachtswunschliste, wähle aber jedes Jahr ein paar Bücher aus die ich nennen könnte, falls mich jemand fragt was ich mir denn wünsche (da ich im Dezember Geburtstag habe, fällt diese Frage doch häufiger).

In diesem Jahr ist die Wahl auf insgesamt 6 Bücher gefallen. Zwei habe ich schon häufiger erwähnt, sind sie doch Long- sowie auch Shortlistkandidaten des Deutschen Buchpreises 2016 gewesen. Die Verteidigung des Paradieses von Thomas von Steinaecker und Die Welt im Rücken von Thomas Melle, die mich bereits beim ersten Lesen der Inhaltsangabe angesprochen und neugierig gemacht haben. Auch im Rahmen des Buchpreises auftauchende Rezensionen und Besprechungen dieser Bücher, haben dem Wunsch, sie selbst zu lesen, keinen Abbruch getan. Ein Büchergutschein wartet ja auch noch darauf, eingelöst zu werden…
Persönlich und provokant, so wird Untenrum frei von Margarete Stokowski angepriesen. Feminismus, Frauenbild, gesellschaftliche Ungleichheit, Politik, Philosophie, all das findet sich in ihrem Buch. Und all das macht mich umso neugieriger, da ich Literatur in dieser Richtung immer wieder gerne lese.
Christopher Isherwood ist ein Autor, den ich schon immer einmal lesen wollte, da er mich als Person fasziniert. The Berlin Novels, eine Ausgabe von Vintage (ISBN: 978-0749397029), die die in Berlin entstandenen Romane Mr Norris Changes Trains und Goodbye to Berlin vereint, ist da perfekt. Und abgesehen davon liebe ich diese Classic Ausgaben von Vintage. ^^
The One Hundred Nights of Hero von Isabel Greenberg ist die zweite Grafiknovel der Schöpferin von The Encyclopedia of Early Earth, und spricht mich einfach total an. Warum? Darum: You will read of betrayal, loyalty, madness, bad husbands, lovers both faithful and unfaithful, wise old crones, moons who come out of the sky, musical instruments that won’t stay quiet, friends and brothers and fathers and mothers and above all, many, many sisters. Was ist daran jetzt bitte nicht einfach nur genial?
Und dann haben wir Ted Hughes mit Crow: From the Life and Songs of the Crow. Max Porters Debüt Fear is the Thing with Feathers hat man mit diesem Werk verglichen, Parallelen gezogen usw. Porters Buch liebe ich abgöttisch. Mehr als ein Anlass, endlich auch einmal etwas von Hughes zu lesen.

EDIT: Untenrum frei und Ted Hughes habe ich mir inzwischen von meinen Geburtstagsbüchergutscheinen geshoppt. ^^

3. Was war dein Wochenhighlight?

Darf ich egoistisch sein? Mein Geburtstag am 4. Dezember. Der Sonntag begann auch dementsprechend mit sehr schönem Wetter – draußen Sonne, in meinem Kopf Aua. Perfekter Start. ^^

Nichtsdestotrotz gab es trotz allem Geschenke und natürlich auch Glückwünsche meiner Herzmenschlein. Buchgeschenk war in diesem Jahr Der Krieg mit den Molchen von Karel Capek in der Ausgabe der Büchergilde.😀 Ich freu mich wie ein Glückskeks. Am Abend stand dann noch Kultur auf dem Programm. Rene Marik hat sich tatsächlich in das kleine Reichenbach im Vogtland verirrt, und meine Eltern haben mir Karten für die Veranstaltung geschenkt.

Rene Marik: Ze Hage! Best of plus X
Rene Marik: Ze Hage! Best of plus X – Maulwurf und Kalle in der Matrix

[#BuchDate Rezension] Chimamanda Ngozi Adichie: Purple Hibiscus (dt. Blauer Hibiskus)

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Das Haus von Kambilis Familie liegt inmitten von Hibiskus, Tempelbäumen und hohen Mauern, die Welt dahinter ist das von politischen Unruhen geprägte Nigeria. Mit sanfter, eindringlicher Stimme erzählt die 15jährige Kambili von dem Jahr, in dem ihr Land im Terror versank, ihre Familie auseinanderfiel und ihre Kindheit zuende ging. (Inhaltsangabe: S. Fischer Verlag)

Diese Rezension erscheint im Rahmen der Aktion Buch-Date. Ein Sammelbeitrag mit den Besprechungen zu allen ausgewählten Büchern ist auf dem Blog von Wortgeflumselkritzelkram zu finden. Mein Date-Partnerlein Alienaid hat mir drei wunderbare Bücher vorgeschlagen, die alle auf die Wunschliste gewandert sind. Die Auswahl fiel, wie die Artikelüberschrift zeigt, auf „Blauer Hibiskus„.

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Chimamanda Ngozi Adichie wuchs im Südosten Nigerias, in der Universitätsstadt Nsukka, auf. Mit 19 verließ sie Nigeria, um in den USA Kommunikations- und Politikwissenschaften zu studieren, nachdem sie kurzzeitig an der Universität von Nigeria ein Medizin- und Pharmaziestudium begonnen hatte. Es folgt Kurse im kreativen Schreiben an der Johns Hopkins Universität, sowie ein Masterabschluss in Afrikanistik an der Yale-Universität. „Blauer Hibiskus“ ist ihr Debütroman, der 2003 erschien und zwei Jahre später seinen Weg nach Deutschland fand. Inzwischen hat sie weitere Romane sowie Kurzgeschichten und Essays veröffentlicht.

Closer to the house, vibrant bushes of hibiscus reached out and touched one another as if they were exchanging their petals. The purple plants had started to push out sleepy buds, but most of the flowers were still on the red ones.
(Pos. 112-113)

Purple Hibiscus“ ist ein Buch, das schon lange auf meiner Leseliste stand. Ein Buch, für das es vielleicht den richtigen Moment, die richtige Gelegenheit, den richtigen Anreiz braucht. Dieser Moment kam nun, nach fast zwei Jahren Wartezeit.

In ihrem Debütroman bedient sich Adichie eines geographischen Umfeldes, das sie nur zu gut kennt. So leben und wirken die Charaktere ihres Romans an Orten und in Gegenden, die auch für die Autorin von Bedeutung sind, und an denen sie einen Teil ihres Lebens verbracht hat. Und auch in den Namen einzelner Charaktere finden sich Parallelen zu Adichies Privatleben – so ist Tante Ifeoma angelegt an Grace Ifeoma, Adichies Mutter. Doch der Reihe nach.

Erzählt wird die Geschichte von Kambili, ein circa 15 Jahre altes afrikanisches Mädchen, deren Familie der Upperclass von Nigeria angehört. Dem Vater gehört eine Fabrik, das Familienanwesen ist eine große Villa mit Personal, ein Fahrer bringt die beiden Kinder am Morgen zur Schule, und holt sie am Nachmittag wieder ab. Auf den ersten Blick wirkt alles wie ein traumhaftes, entspanntes Leben, doch der Schein trügt.

Statt Geborgenheit, Zuneigung und Liebe, regieren in der Familie Angst, Zwang und Kontrolle. Der Vater herrscht mit eiserner Hand – eine Hand, die er auch zum Einsatz bringt, sollte sich seinen Anweisungen widersetzt werden. So kassiert nicht nur Kambili Schläge, als sie nicht Klassenbeste an ihrer Schule wird. Auch die Mutter wird regelmäßig Opfer der Ausbrüche des Vaters, und auch Kambilis Bruder Jaja hat unter Demütigungen und Gewalt zu leiden. Alle nehmen es schweigend hin, leben in stiller Furcht vor dem Vater. Vor allem Kambili bewundert ihn, will ihn stolz machen. Schließlich geschehen seine Züchtigungen nur aus Liebe, um die Familie auf dem einzig wahren Weg zu halten.

The stinging was raw now, even more like bitesm because the metal landed on open skin on my side, my beg, my legs. Kicking. Kicking. Kicking. Perhaps it was a belt now because the metal buckle seemed to heavy. Because I could hear a swoosh in the air.
(Pos. 2621-2623)

Wo die Gebote von Nächstenliebe erzählen, herrscht in Kambilis Elternhaus strenger, christlicher Fundamentalismus. Fast eine halbe Stunde dauernde Gebete vor dem Essen sind vollkommen normal, und auch das Festhalten an einem strikten Tagesplan sind für Kambili und ihren Bruder nichts ungewöhnliches.

Die Augen geöffnet werden den beiden, als sie einige Wochen bei der Schwester ihres Vaters, der Tante Ifeoma verbringen. Hier sind die Gebete von Lachen und Gesang durchdrungen, und trotz des Lebens auf beengtem Raum und wenig Geld, scheinen Ifeoma und ihre Kinder glücklich zu sein. Ein Unterschied wie Tag und Nacht, den Adichie gekonnt mit der Symbolik um roten und blauen Hibiskus unterstreicht.

Purple Hibiscus“ spielt im Süden Nigerias, in der Gegend um Nsukka in den früher 1990er Jahren. Adichie zeigt ein Land, in dem Extreme zur Tagesordnung gehören. Die Leute stehen Schlange vor den Tankstellen, obwohl das Land als wohlhabende Ölnation gilt. Neue Kirchen sprießen nach der Missionierung des Landes wie Unkraut aus dem Boden, während Bildungsstätten und Universitäten vor dem Verfall stehen. Mord, Gewalt und Korruption sind so alltäglich, dass diesen Dingen niemand mehr allzu große Beachtung schenkt.

Nach außen hin ist die Figur des Vaters ein Heiliger. Als gläubiger Christ besucht er so oft wie möglichen Messen und Gottesdienste, betet und beichtet, fährt sogar beim zuständigen Geistlichen zu Hause vorbei, um seine Beichte abzulegen. Bei längeren Reisen mit der Familie werden Gebete gesprochen. Er spricht sich gegen Korruption und Militärdiktatur aus, bietet dem Regime mit Artikel in seiner Zeitung „Standard“ die Stirn, und wird sogar von einer fiktiven Organisation mit dem Menschenrechtspreis ausgezeichnet. Es fällt teilweise schwer sich vor Augen zu halten, dass es sich hier um eben jenen Mann handelt, der seine Frau und Kinder schlägt, und seinen eigenen Vater als Heiden, der in der Hölle schmoren wird, bezeichnet, da dieser dem alten, traditionsreichen Glauben angehört.

She spoke the way a bird eats, in small amounts.
(Pos. 220)

Kambili durchlebt das Erwachsen werden, diese wertvollen Momente, in denen sie sich selbst findet, ihre eigene Stimme – im wahrsten Sinne des Wortes – nicht nur findet sondern auch nutzt, und die erste zarte Verliebtheit entdeckt, wie ein Abenteuer, einen Rausch. Wie Steine, wenn sie einmal ins Rollen kommen, ist auch Kambilis persönliche Entwicklung nicht mehr aufzuhalten.

Adichie schreibt einfach, jedoch mit großer, unterschwelliger Wucht, die sich entfaltet sobald das Gelesene den Leser in seinen Bann zieht. Ihr Romandebüt fesselt, fasziniert, berührt und erschüttert, ohne dabei von großen Katastrophen, Massakern oder hilflosen, am untersten Ende der Gesellschaft gerade so überlebenden Menschen zu schreiben. Stattdessen bedient sie sich der feinen, zwischenmenschlichen Töne in dieser reichen und nach außen hin so perfekten Familie, nur um zu zeigen, dass schöner Schein nicht immer alles ist.

Then I heard Amaka’s sobbing. It was loud and throaty; she laughed the way she cried. She had not learned the art of silent crying; she had not needed to.
(Pos. 2303-2304)

Die im Roman verstreute Kritik an der Regierung, an der Politik, an der fanatisch ausgelebten Religion regt den Leser zum Nachdenken an, zum Analysieren, ohne sich dabei aufzudrängen. Das Hinterfragen beginnt bereits nach den ersten Worten, die Adichie aufs Papier gebracht hat, und die – vor allem im englischen Original auffallend – Anlehnung sind an „Things fall apart“ von Chinua Achebe, einen Autoren, den sie zutiefst bewundert.

Purple Hibiscus“ sollte gelesen werden. Unbedingt. Die Themen, die Chimamanda Ngozi Adichie in ihrem über 10 Jahre alten Debüt anspricht, sei es subtil zwischen den Zeilen oder direkt und ohne großes Umschreiben, sind heute genauso aktuell wie damals. Und werden wohl auch nie an Aktualität verlieren.

Blauer Hibiskus von Chimamanda Ngozi Adichie
Purple Hibiscus
336 Seiten (Paperback)
Übersetzung: Judith Schwaab
Verlag: S. Fischer Verlage
Erschienen: Juli 2015
ISBN: 978-3-596-03244-0

Englische Ausgabe
307 Seiten (Paperback)
Harper Collins; Februar 2005
ISBN: 978-0007189885

[Montagsfrage] Welche Bücher haben es auf eure Weihnachtswunschliste geschafft?

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Die Montagsfrage wird gestellt von Buchfresserchen.

Es ist wie jedes Jahr: Mein Online-Wunschzettel quillt über mit allerlei Büchern. Doch bei der gezielten Frage, was ich denn nun unbedingt zu Weihnachten möchte (oder wahlweise zum Geburtstag, der steht auch am Sonntag vor der Tür) schaue ich mein Gegenüber mit großen Augen an – und bin komplett ratlos. Gilt „Alles!“ als Antwort? Wahrscheinlich eher nicht. ^^

Daher habe ich mich mal ein wenig durch meine Wunschliste gewühlt und ein paar Bücher herausgesucht, die ich mir im Moment nicht selbst kaufen würde (weil teuer) aber durchaus wünschen könnte:

  • Margarete Stokowski: Untenrum frei
  • Isabel Greenberg: The One Hundred Nights of Hero
  • Christopher Isherwood: The Berlin Novels
  • Ted Hughes: Crow – From the Life and Songs of the Crow
  • Thomas von Steinaecker: Die Verteidigung des Paradieses
  • Thomas Melle: Die Welt im Rücken

[Aktion] Behind the Screens #11

Behind the Screens ist eine wöchentliche Beitragsreihe, die von Anabelle von Stehlblüten und Philip von Book Walk ins Leben gerufen wurde, und in der auf die vergangene Woche zurückgeblickt werden soll. Natürlich stehen dabei Bücher immer wieder im Vordergrund.😉

1. Wie war deine Woche?

Die Woche begann mit einem Highlight. Also sozusagen. ^^ Ich besuche öfter Seminare und dergleichen, und eines dieser Seminare führte mich nach Dresden. Und was ist denn bitteschön praktischer, als das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden? So bin ich schon am Samstag Nachmittag in Dresden angereist, um meine allerliebsten Herzmenschen zu besuchen. Und obwohl wir uns erst Anfang Oktober für 2 Wochen im Rahmen meines Urlaubs gesehen hatten, gab es trotzdem genug zu quatschen. Der Aufenthalt war zwar kurz, aber schön, und mir persönlich hilft so etwas immer ungemein, um meine Batterien aufzuladen. Allerdings habe ich ein bisschen Zugluft abbekommen. Noch meldet sich keine Erkältung. Fingers crossed, dass es so bleibt.

Am Mittwoch war bei uns in Sachsen Feiertag, und den habe ich sinnvoll genutzt: Kekse backen. Zwischen Arbeit und all dem anderen Kram, der so ansteht, fehlt einem am Abend meist die Lust, noch großartig das Backzubehör asuzupacken, aber der Mittwoch war einfach nur pefekt dafür. Und schlecht sieht die erste Fuhre Weihnachtskekse gar nicht aus. Teil zwei der Backsession folgt demnächst dann irgendwann. Wann genau muss ich mir noch überlegen. ^^

Cranberry-Walnuss-Kekse
Espresso-Mandel-Kekse

2. Wärst du gerne mit deinem aktuellen Protagonisten befreundet und was zeichnet diesen besonders aus?

Mein aktueller Protagonist, oder eher, meine aktuelle Protagonistin (da ich immer mehrere Bücher lese, entscheide ich mich für das Buch, dem ich in der Woche die meiste Aufmerksamkeit gewidmet habe) ist – und es ist mir unheimlich peinlich das zuzugeben – Mia Saunders aus den Calendar Girl Romanen von Audrey Carlan.

Und nein, mit ihr befreundet sein möchte ich nicht. Zwar hat sich die Erträglichkeit ihres Charakters gebessert, je weiter die Episodenromane fortgeschritten sind, und besonders nach dem ersten halben Jahr ist es schon einfacher geworden, die gute Mia zu ertragen (oder ich härte einfach ab ^^), aber als Freundin würde ich sie nicht wollen. Sie ist zu anstrengend, zu naiv, zu einfältig und eigentlich auch ein wenig, naja, ich möchte nicht sagen dumm, aber es gibt Momente, da bin ich geneigt mit der Stirn auf die Tischplatte zu knallen. Mehrmals. Und wie sie ihre beste Freundin betitelt, das möchte ich auch nicht haben. Das hat sich übrigens nicht gebessert, in all den Büchern nicht.

3. Was war dein Wochenhighlight?

Buchtechnisch kann ich keine Highlights verbuchen, leider, leider. Stattdessen gibt es ein Highlight für die Augen: Ich habe mir die erste Staffel von The Crown angesehen, einer von Netflix produzierten Serie (entwickelt von Peter Morgan), in der das Leben der britischen Königin Elisabeth II. von ihrer Thronbesteigung an begleitet wird.

Die Serie ist jetzt nicht schnell, oder actionreich, oder mit atemberaubenden Effekten versehen, aber vom Aufwand her einfach genial gemacht. Historisch korrekt, und für alle, die sich ein wenig für die Geschichte des britischen Königshauses interessieren, definitiv nicht langweilig. Die erste Staffel besteht aus 10 Folgen mit einer Dauer von jeweils ca. 60 Minuten – nach 3 Tagen war ich damit durch und will jetzt bitte gerne mehr. ^^

Was mich besonders fasziniert ist die Besetzung, gerade wenn man dann mal Bilder der „historischen Originale“ im Netz sucht. Da passt einfach alles perfekt. Und natürlich auch die Musik. Hach, ein Intro von Hans Zimmer, was will man mehr?

Die Hauptrollen spielen übrigens Claire Foy als Elisabeth II. und Matt Smith als Philip. Und ebenfalls ganz großartig ist John Lithgow als Winston Churchill.

[#BlogThrowback] I know what you wrote: November 2015

blogthrowback

Zu dieser kleinen Aktion habe ich mich ein wenig von Youdid-Design inspirieren lassen. Judith ruft auf ihrer Facebook-Seite jeden Monat dazu auf, einen Blogpost aus dem letzten Jahr zu teilen. Ich selbst werde in jedem Monat ein Jahr zurückblicken und erzählen, was sich damals so auf meinem Blog getan hat. Here we go!

November 2015 Throwback

Wo der Herbst eigentlich vor wunderschönen warmen Farben nur so strahlt, ist der November oft trüb und grau. Novemberwetter eben. Das schlägt sich auch allzu gerne in der eigentlichen Stimmung nieder. Blogtechnisch war der November ein eher ruhiger Monat, quasi gefangen im Novemberblues – eine kleine Tatsache, die sich auch genau ein Jahr später zu wiederholen scheint.

Neben der obligatorischen Monatsstatistik für Oktober gab es unter anderem eine Ankündigung zum Novemberliebe Lesemarathon – an dem ich mehr oder weniger erfolglos teilgenommen habe.

Dafür gab es einige Rezensionen! Mit Die Eleganz des Igels von Muriel Barbery habe ich eines meiner Lieblingsbücher besprochen. Weitere Romanbesprechungen folgten auf dem Fuße: Jack und Jill von Helen Hodgman und Die fabelhaften Schwestern der Familie Cooke von Karen Joy Fowler. Mit Bin am Meer von Udo Schroeter kam zusätzlich noch ein Werk aus der Achtsamkeits- und Entschleunigungsschiene mit dazu.

Einen Gesamtüberblick über alle Rezensionen verschafft wie immer diese kleine Bilderwand hier. Mit einem Klick kommt ihr auf die jeweilige Rezension.

bin am meer  die eleganz des igels  Die fabelhaften Schwestern der Familie Cooke von Karen Joy Fowler  jack und jill

 

[Rezension] Michael Acton Smith: Calm – Gelassen werden und die Welt verändern

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Calm ist das perfekte Anti-Stress-Buch für den modernen Menschen. Es schenkt Entspannungsinseln und Ruhemomente mitten im hektischen Alltag und hilft, die Weltwahrnehmung zum Positiven zu verändern. Calm macht Meditation zugänglicher, entfacht die Kreativität und sorgt für kleine Lacher und Aha-Effekte. Calm bietet Inspiration für acht Lebensbereiche: Schlaf, Reise, Beziehungen, Arbeit, Kinder, Kreativität und Essen. Das wunderschön, kunstvoll und phantasievoll gestaltete Innenlayout macht das Lesen zu einem spannenden Abenteuer, denn keine Seite ist wie die andere. (Inhaltsangabe: Droemer Knaur)

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Michael Acton Smith lebt in London, und wird von Magazinen wie Guardian und The Times als einer der hundert einflussreichsten Personen im Bereich Medien und Digitales geführt. Er ist Gründer von Mind Candy, Erfinder der Moshi Monster, und Mitbegründer von Calm. Mit „Calm“ hat er ein Buch zu seinem erfolgreichen Konzept veröffentlicht.

Gelassenheit finden heißt aber nicht, dass wir uns aus dem Trubel des Lebens ausklinken. Es ist ganz einfach eine Superkraft, die unser Gehirn neu verschaltet, so dass wir die Welt anders sehen und unser wahres Potential freisetzen können.
(Michael Acton Smith: Calm)

In einer Welt, in der man vor Hektik keine Ruhe mehr zu finden scheint, in der die Arbeitswelt immer mehr von einem verlangt, und in der auch in den eigenen vier Wänden – sei es aufgrund der Familie oder allein schon wegen der täglich auf einen einströmenden Reize und Nachrichten – kaum mehr Entspannung aufkommt, ist gelassen sein, „Calm“ sein und werden, wichtiger und aktueller als jemals zuvor.

Michael Acton Smith weiß als Unternehmer, wovon er spricht. Tag und Nacht war er auf Achse, beantwortete noch spät in der Nacht Mails bevor er mit dem Handy in der Hand einschlief. Er rannte der Zeit hinterher, und holte sie doch nie ein. Eine mehr als nötige Auszeit brachte ihn dazu, sich mit Achtsamkeit zu befassen. Was vor allem in den asiatischen Ländern seit Jahrtausenden praktiziert wird, findet erst langsam seinen Weg in die westliche Welt: Michael Acton Smith nennt diese Achtsamkeitsrevolution Calm-Revolution.

Das Konzept Calm, das Smith zusammen mit Alex Tew im Jahr 2012 gegründet hat, besteht inzwischen nicht nur aus einer Webseite (zu finden unter calm.com) mit entspannenden Bild- und Tonaufnahmen, einem Instagram-Account, Twitter-Profil und Facebook-Seite, sondern auch aus einer App für Smartphones, mit der geführte Meditationen und kleine Entspannungsübungen jederzeit und überall durchgeführt werden können.

"Die Forschung zeigt, dass das tägliche Führen eines Tagebuchs Stress reduzieren, die Selbstwertschätzung fördern und uns bei der Verarbeitung traumatischer Erfahrungen behilflich sein kann. [...] Es dient sogar unserer körperlichen Gesundheit." Michael Acton Smith: Calm
„Die Forschung zeigt, dass das tägliche Führen eines Tagebuchs Stress reduzieren, die Selbstwertschätzung fördern und uns bei der Verarbeitung traumatischer Erfahrungen behilflich sein kann. […] Es dient sogar unserer körperlichen Gesundheit.“
Michael Acton Smith: Calm

Mit diesem Buch unterstreicht Michael Acton Smith nochmals seine Idee. Unterteilt in acht Bereiche – Natur, Schlaf, Reisen, Beziehungen, Arbeit, Kinder, Kreativität und Essen – wartet das Buch mit zahlreichen Bilder und Illustrationen auf, die unsere kreative Seite reizen und die jeweiligen Themengebiete perfekt unterstreichen, aber auch neue, zusätzliche Anreize geben, immer wieder unterbrochen von kurzen Erläuterungen, wissenschaftlichen Belegen und Beschreibungen von „Profis der Gelassenheit und Achtsamkeit“, sowie kleinen Tipps und Tricks, um mehr Achtsamkeit in den Alltag einzubinden.

Immer wieder betont der Autor, wie wichtig Gelassenheit ist. Achtsamkeitspraxis – und das ist inzwischen dank mehrerer Studien wissenschaftlich belegt – verbessert das gesundheitliche Wohlbefinden. Der Blutdruck sinkt, Muskelverspannungen und Erschöpfungszustände werden gemindert, der Stresspegel sinkt und das Herz-Kreislauf-System wird gestärkt. Achtsamkeit fördert letztendlich auch die Produktivität, denn mit dem richtigen Maß an Entspannung kann der eigene Fokus gezielter ausgerichtet werden.

Calm“ ist ein kleines Schmuckstück, und vor allem optisch schön anzusehen. Die im Buch aufgeführten Tipps, Übungen und Anreize sind simpel und lassen sich leicht ohne großen Zeitaufwand umsetzen. Es wird kein hartes Regelwerk präsentiert, bei dem einen vom Mönch auf dem Berg nur noch die Kutte trennt, sondern eine Sammlung von Inspiration.

"Der Geist ist eine Welt für sich, in der die Hölle zum Himmel und der Himmel zur Hölle werden kann." John Milton
„Der Geist ist eine Welt für sich, in der die Hölle zum Himmel und der Himmel zur Hölle werden kann.“
John Milton

Die aufgeführten Beschreibungen und Tipps mögen vor allem für Leser nicht neu sein, die sich bereits ein wenig mit dem Thema Achtsamkeit und Gelassenheit auseinander gesetzt haben, aber „Calm“ bietet eine große Auswahl an Ideen, ohne dabei stets mit dem erhobenen Zeigefinger zu drohen. Wer also aktiv mit dem Buch arbeiten möchte, wird nicht schon zu Beginn mit Regeln und Anleitungen unter Druck gesetzt. Ganz im Sinne der Gelassenheit eben.

Calm: Gelassen werden und die Welt verändern von Michael Acton Smith
Calm: Calm the mind, change the world
224 Seiten (Flexcover)
Verlag: Knaur Balance
Erschienen: März 2016
ISBN: 978-3-426-67519-9