[Montagsfrage] Buchige Rettungsmission

Die Montagsfrage ist eine wöchentliche Aktion von Buchfresserchen.

Wenn die Welt untergehen würde und du ins All oder auf einen anderen Planeten entkommen könntest, welche 3 Bücher/Reihen würdest du retten, damit sie kommenden Generationen erhalten bleiben?

Das ist wirklich mal wieder eine Montagsfrage, die mir ein wenig Hirnschmalz abfordert. Am allerliebsten würde ich alle Bücher in meinem Regal retten (glaubt mir, ich habe Albträume von ausbrechenden Feuern und nicht genug Zeit, alles aus der Wohnung zu schaffen), aber das ist eine mehr als utopische Vorstellung. Also habe ich ein wenig geschnüffelt, wer von den Teilnehmern der Montagsfrage denn schon Bücher rettet, die auch auf meiner Liste stehen.

Buchfresserchen selbst bringt schon die Harry Potter Reihe sowie Stolz und Vorurteil in Sicherheit. Sehr gut, denn die würde ich auch sofort retten! Verstaubte Lügen nimmt 1984 von George Orwell mit auf die Reise. Aequitas et Veritas will unter anderem Herr der Ringe und William Shakespeares Sonette für die Nachwelt retten (Awesome!). Da sind schon ein paar wesentliche Werke auf meiner Liste abgehakt.

Ich selbst würde folgende Bücher mitnehmen:

  1. Far From the Madding Crowd von Thomas Hardy

  2. Reasons to Stay Alive von Matt Haig

  3. The Crane Wife von Patrick Ness

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[Kleine Leseeindrücke #1] Shaun David Hutchinson: The Five Stages of Andrew Brawley | Sonya Mukherjee: Gemini

Man begegnet ihnen öfter, diesen Büchern, zu denen man vielleicht doch gerne etwas sagen würde, aber bei denen die Gedanken nicht reichen für eine komplette Rezension. Viele von euch veröffentlichen kleine Sammelbeiträge, und ich springe auf den Zug einfach mal mit auf. In unregelmäßigen Abständen werde ich in den Kleinen Leseeindrücken meine Gedanken zu gelesenen Büchern notieren.

Shaun David Hutchinson: The Five Stages of Andrew Brawley

Source: Simon Pulse

(Zum Buch: Goodreads)

Die „Five Stages“ von Andrew – oder auch Drew – habe ich bereits beim Lesen der Inhaltsangabe mit den fünf Phasen der Trauer in Verbindung gebracht und automatisch ein düsteres Buch erwartet. Diese Erwartungen hat Hutchinson definitiv erfüllt, doch „The Five Stages of Andrew Brawley“ ist so viel mehr.

Lassen wir einmal die Realität ein wenig außen vor – Drew lebt seit dem Tod seiner Eltern und seiner Schwester in dem Krankenhaus, in dem er sie zum letzten Mal lebend gesehen hat und niemand hat das bisher bemerkt – so kommt hier wirklich harter Tobak in Gestalt eines Jugendbuches auf den Leser zu. Leid, Angst und Tod sind die alltäglichen Begleiter und bestimmen den Ton des Buches. Auch die Charaktere haben fast alle eine düstere und traurige Seite, allen voran natürlich Drew, welcher in seiner Trauer zu ertrinken droht. Doch auch Lexi und Trevor – beides Teenager auf der Krebsstation – und Arnold – seines Zeichens studierter Literat, welcher nun Essen in der Kantine verkauft – bleiben im Gedächtnis. Und dann ist da natürlich Rusty, der mit Verbrennungen am Körper eingeliefert wird, und der den Stein der Geschichte erst so richtig ins Rollen bringt. Was Rusty bisher an Attacken durch seine Mitschüler durchleben musste, hat mich zutiefst erschüttert. Hutchinson hält sich hier nicht zurück und zwingt den Leser, sich mit dem Thema auseinander zu setzen.

Das Buch hat mich wirklich positiv überrascht. Starke Charaktere, ein ganz neues Setting und dazu ein LGBTQ+ Anteil machen Hutchinsons Roman zu einem kleinen Must-Read. Gefunden und gelesen habe ich das Buch übrigens auf Riveted Lit (kann ich wirklich nur empfehlen, die Seite).

Sonya Mukherjee: Gemini

Source: Simon & Schuster

(Zum Buch: Goodreads)

Für meine Book Riot und Popsugar Challenges war ich auf der Suche nach einem Buch über Zwillinge und bin dank einer Liste auf „Gemini“ gestoßen, von dem ich bisher ehrlich gesagt noch nichts gehört habe. Im Buch geht es um Hailey und Clara, beide 17 Jahre – und Siamesische Zwillinge, die am unteren Teil ihrer Wirbelsäule miteinander verwachsen sind. Die oberen Körperhälften sind komplett getrennt, doch wenn eine der beiden sich den Fuß stößt, spürt die andere den Schmerz ebenfalls.

Das Grundkonstrukt der Geschichte hat mich von Anfang an interessiert, schließlich begegnet man einer solchen Idee in Jugendbüchern nicht jeden Tag. In seinen Grundzügen ist „Gemini“ ein typischer Coming-Off-Age-Roman. Es geht um die erste Liebe, das Abkapseln und auf eigenen Beinen stehen, und darum, mit sich selbst ins Reine zu kommen. Für Clara und Hailey nimmt das noch einmal ganz andere Ausmaße an. Sie müssen sich miteinander arrangieren, denn beide sind charakterlich komplett unterschiedlich und haben kaum identische Pläne für ihre Zukunft. Noch dazu hat ihre Mutter einen ganz eigenen Plan für ihre Töchter, denen sie von Geburt an ein Leben ermöglicht hat, in dem die beiden nicht zur Attraktion der Stadt werden – und dafür ihr altes Leben aufgegeben. Wo die Mutter Angst hat ihren Töchtern Freiräume zu ermöglichen, ist der Vater die stille, unterstützende Kraft im Hintergrund. Diese Dynamik hat mir ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert.

Leider konnte mich das Buch trotz seiner ungewöhnlichen Geschichte nicht so ganz überzeugen. Ich hatte Probleme, mich in die Handlung hineinzufinden und fand es etwas schade, dass sich ein Großteil des Geschehens und der Gedankenwelt um Jungs – er liebt mich, er liebt mich nicht, es fehlt nur noch das Gänseblümchen – gedreht hat. Natürlich ist es für Clara und Hailey schwierig, aber ich aber mir einfach, sagen wir einmal, eine andere Verteilung der Haupthandlungspunkte erhofft. Nichtsdestotrotz ist „Gemini“ ungewöhnlich und einen Blick wert!

[Rezension] Thomas Hardy: Far From the Madding Crowd (dt. Am grünen Rand der Welt)

Die unabhängige und temperamentvolle Bathsheba Everdene ist nach Weatherbury gekommen, um ihre Position als Gutsherrin auf einem der größten Anwesen in der Gegend einzunehmen. Ihre kühne Präsenz zieht drei sehr unterschiedliche Bewerber an: den benachbarten Gutsherren Boldwood, den Soldaten Sergeant Troy und den Schäfer Gabriel Oak. Die drei Männer beeinflussen ihre Entscheidungen und verkomplizieren ihr Leben – und ihre Position als unabhängige Frau.

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Thomas Hardy (1840 – 1928) war ein britischer Schriftsteller und Dichter, dessen Schreiben größtenteils durch die Romantik inspiriert wurde. Als viktorianischer Realist kritisierte Hardy oft die gesellschaftlichen Gegebenheiten seiner Zeit. Zu seinen bekanntesten Werken zählen „Far from the Madding Crowd“ (1874), „The Mayor of Casterbridge“ (1886), „Tess of the d’Urbervilles“ (1891) und „Jude the Obscure“ (1895).

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Zeitlos schöner Klassiker

Mit Bathsheba Everdene hat Thomas Hardy eine Protagonistin geschaffen, die den Leser vor eine gewisse Herausforderung stellt. Bathsheba ist kein einfacher Mensch. Sie spielt mit jenen Männern, die Interesse an ihr zeigen, hat eitle Züge und wirkt zuweilen herzlos und kalt. In einer Zeit, in der das Frauenbild und die Erwartungen an eine Frau starken gesellschaftlichen Normen unterliegt ist es wenig überraschend, dass ein solch starker Charakter wie Bathsheba versucht, auf ihre eigene Art und Weise aus diesen Zwängen auszubrechen.

But a resolution to avoid an evil is seldom framed till the evil is so far advanced as to make avoidance impossible.
Thomas Hardy: Far from the Madding Crowd, Seite 140

Das Erbe ihres Onkels bringt sie genau in diese Position. Plötzlich Gutsherrin, hat sie auf einmal das Sagen, kann über ihr Leben selbst bestimmen – und trägt die Verantwortung für ihre Angestellten. Vor allem hier kommt Bathsheba ihre Selbstsicherheit zugute, muss sie sich doch in einer Männerdomäne durchsetzen, und entfaltet langsam aber sicher ihre Flügel.

Fesselnde Landschaften und greifbare Charaktere

Hardy begeistert vor allem mit seinen Landschaftsbeschreibungen und seiner Gabe, den zahlreichen Figuren Leben einzuhauchen. Fast schon poetisch lesen sich seine Spaziergänge durch das südliche England, gelingt es ihm doch die Natur auf eine Art zu beschreiben, die diese Erläuterungen zum Teil der eigentlichen Geschichte machen, statt nur wie Füllmaterial zu wirken.

The scene was a public path, bordered on the left hand by a river, behind which rose a high wall. On the right was a tract of land, partly meadow and partly moor, reaching, at its remote verge to a wide undulating heath.
Thomas Hardy: Far from the Madding Crowd, Seite 95

Ähnlich wie eine Blüte entfaltet sich auch die Handlung des Romans. Jede Entscheidung die Bathsheba trifft, setzt eine Kette von Ereignissen in Bewegung, die nicht nur sie selbst, sondern auch die Männer in ihrem Umkreis vor Herausforderungen stellt. Schäfer Gabriel Oak ist Ratgeber und Gewissen, fungiert als Fels in der Brandung wenn alle Dämme brechen. Gutsherr und Nachbar William Boldwood könnte Bathsheba alles bieten, was sie sich wünscht. Und Soldat Troy ist jung und ambitioniert, mit Träumen von Erfolg und Anerkennung – ähnlich wie Bathsheba selbst.

Kopfkino mit Herz und Verstand

Alle Charaktere in Hardys Roman, selbst kleine Nebenrollen, welche gerade einmal zwei Seiten füllen, sind fantastisch aufgebaut, und verleihen dem Roman eine unglaubliche Tiefe. Realistische Charaktere, die einen Einblick in ihre eigene Gefühlswelt bieten und ein Bild im Kopf des Lesers entstehen lassen, das zusammen mit den großartigen Beschreibungen der Landschaft zu einem wahren Kopfkino wird sind die Dinge, die an Hardys Roman begeistern. Die Tatsache, das es hier natürlich auch um eine Liebesgeschichte geht, rückt dabei fast schon in den Hintergrund.

I shall do one thing in this life – one thing certain – that is, love you, and long for you, and keep wanting you till I die.
Thomas Hardy: Far from the Madding Crowd, Seite 37

Mit Klassikern ist es oft so eine Sache. Man liebt sie, man hasst sie, man betrachtet sie eher mit Desinteresse. Klassiker wie „Far From the Madding Crowd“ aber sind es, die bis heute begeistern. Eine Protagonistin wie Bathsheba Everdene, die nicht frei ist von Fehlern ist, aber die mit ihrer Leidenschaft und Charakterstärke doch das Herz der Leser erobert, und ein langsam und stetig an Spannung zunehmender, fast schon poetischer Roman sind auch heute noch aktuell. Wer sich an einem Klassiker versuchen will, dem sei diesen Buch wärmstens ans Herz gelegt.

Am grünen Rand der Welt von Thomas Hardy
Far from the Madding Crowd
432 Seiten (Paperback)
Verlag: dtv
Erschienen: Mai 2015 (Erstveröffentlichung: 1874)
ISBN: 978-3-423-14401-8

Für die englische Ausgabe: Penguin English Library Edition | 486 Seiten | ISBN: 9780141198934

[Want To Read] Februar 2018 #WTR

Ich und die Leselisten: Eine unendliche Geschichte des Scheiterns. Trotzdem versuche ich mich immer wieder daran. Mir ist einfach ein wenig nach Listen. 😉

Meine Planung für den Februar ist relativ simpel (und diesmal versuche ich die Hände von Romance-Novels mit Suchtpotential zu lassen, die mir die schöne Planung dann einfach in den Wind schießen):

Die letzten Meter bis zum Friedhof von Antti Tuomainen

Das Büchlein habe ich bereits begonnen, allerdings kam ich noch nicht über Seite 20 hinaus. Was ich bis dahin gelesen habe gefällt mir allerdings sehr. Ich mag den Ton den der Autor anschlägt. Ich hoffe das bleibt so.

Bourbon Lies (Bourbon Kings 3) von J.R. Ward

So ein wenig Guilty Pleasure ist hier schon dabei, aber ich mag die Geschichte um die Baldwine-Familie und ihr Imperium. Intrigen, Verrat, Mord, Herzschmerz. Perfekte Mischung. Im Januar angelesen und nun will ich das Buch unbedingt in diesem Monat noch beenden.

The Language of Thorns von Leigh Bardugo

Das Buch, welches Mythen und Sagen des Grisha-Universums enthält, stand im November schon einmal auf meiner Leseliste. Damit wurde leider nichts, daher folgt hier und Versuch Nummer zwei. Ich hoffe diesmal auf Erfolg. 😉

Love, Love, Love von Mike Bartlett

Ein Theaterstück. Schnell zu lesen – und es wartet während meines Urlaubs in Dresden auf mich (wo ich es schon im Oktober lesen wollte, aber nicht dazu kam).

Auf die Ohren

Ein Hörbuch möchte ich mir diesen Monat auch zu Gemüte führen, allerdings kann ich mich noch nicht so ganz entscheiden. Diese drei Hörbücher aber stehen zur Auswahl:
Und es schmilzt von Lize Spit
Astrophysics for People in a Hurry von Neil deGrasse Tyson
Lincoln in the Bardo von George Saunders

Klingt doch eigentlich alles sehr realistisch, oder? Dann drückt mir die Daumen! Ich kann es gebrauchen. 😉

[Rückblick] Das war 2017: Ein Lesejahr in Zahlen

Der erste Monat des Jahres 2018 ist schon wieder ins Land gegangen und ich hänge immer noch meinem vergangenen Lesejahr fest, sozusagen. Im Moment fällt mir auch der Alltag an sich ungemein schwer – ich lerne fleißig für meine anstehenden Abschlussprüfungen, nebenbei stehen diverse Projektarbeiten an und auf Arbeit liegt auch ein nicht kleiner werdender Haufen auf meinem Tisch. Da reicht es am Abend oft nicht einmal mehr zum Bloggen. Inzwischen sehe ich aber ein ganz kleines Licht am Ende des Tunnels, daher nun – nach einer kurzen Funkstille – endlich mein kleiner Rückblick auf des vergangene Jahr.

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[Aktion] #18für2018 Challenge

Eigentlich wollte ich in diesem Jahr gar nicht bei so vielen Challenges mitmachen. Und eigentlich hält es sich ja auch in Grenzen, wenn man von den typischen Sachen wie Book Riot Read Harder und der Popsugar Reading Challenge einmal absieht (die ich bestimmt spätestens Mitte des Jahres wieder komplett aus den Augen verlieren werde, erm… ).

Immer wieder tauchen in meinen Social Media Feeds und auf diversen Blogs Beiträge zu #18für2018 auf – eine Auswahl von 18 Büchern, die man im Jahr 2018 gerne lesen möchte. Erklärt sich ja fast von selbst.

Und die Leseliste (ja, ich nehme das böse Wort in den Mund.. Leseliste. Ihr wisst ja, wie das bei mir meist läuft. Genau. Gar nicht.) hat sich irgendwie fast von selbst zusammengestellt. Ein bunter Mix aus Büchern, alt und neu, und einige von ihnen schon Teil der oben erwähnten Challenges. Sollte also machbar sein, aber ich will nicht zu laut einen möglichen Erfolg vorhersagen.

Falls einige der Bücher eher schlecht zu erkennen sind, hier noch einmal eine Liste in Schriftform (die Collage von links oben nach rechts unten abgearbeitet):

  • Morgan Rhodes: Immortal Reign (Falling Kingdoms 6)
  • Claire Legrand: Furyborn
  • Sara Holland: Everless
  • Lauren Graham: Talking as fast as I can
  • Mike Bartlett: Love, Love, Love
  • Susannah Cahalan: Brain on Fire
  • Sarah J. Maas: Tower of Dawn
  • Cassandra Clare, Holly Black: Magisterium 1
  • Emily Suvada: This Mortal Coil
  • George Eliot: Middlemarch
  • Reni Eddo-Lodge: Why I’m no longer talking to White People about Race
  • Cordelia Fine: Delusions of Gender
  • Margaret Mitchell: Gone with the Wind
  • Donna Tartt: The Goldfinch
  • Kathy Acker: Blood and Guts in High School
  • Daniela Krien: Muldental
  • P.D. James: The Children of Men
  • Jacqueline Susann: Valley of the Dolls