[Book To Screen] Thirteen Reasons Why

THIRTEEN REASONS WHY / TOTE MÄDCHEN LÜGEN NICHT

Worum es in Thirteen Reasons Why (dt. Tote Mädchen lügen nicht) geht, ist schnell geklärt.

Nach dem verblüffenden Selbstmord einer Teenagerin (Hannah) kommt ein Mitschüler (Clay) in den Besitz von Kassetten, die das Rätsel um ihren tragischen Entschluss lösen könnten.

Netflix adaptierte das Buch von Jay Asher in 13 jeweils 50+ Minuten langen Episoden. Und nun stellt sich wieder einmal die altbewährte Frage: Was war zuerst da, das Huhn oder das Ei? … Nein, ernsthaft jetzt. Was ist besser? Buch oder Bildschirmadaption?

Ich selbst habe mir Anfang April nicht nur die Serie angeschaut, sondern gleichzeitig ebenfalls das Buch gelesen. Ein direkter Vergleich sozusagen. Und ich habe meine Schlüsse gezogen. Denn natürlich gibt es deutliche Unterschiede zwischen Buch und TV-Serie. Ob diese nun gut oder schlecht sind, erfahrt ihr gleich. ^^

Für mein Urteil und einige leichte Spoiler, einfach nach dem Cut weiterlesen.

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[Rezension] Martin-Niels Däfler: So klappt’s mit dem Burn-out

Burn-out ist das Stichwort des Jahrhunderts. Doch haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, was mit den »Leistungsverweigerern«, den »Waschlappen« unter uns passiert, mit denen, die als »Low-Performer« tituliert werden und um ihre Karriere fürchten müssen? Für all die bedauernswerten Menschen, die ihren Burn-out nicht allein hinbekommen, gibt es hier ein 30-Tage-Programm, das Schritt für Schritt weiterhilft. Lernen Sie in diesem Buch, wie Sie Ihren Stresslevel auf ein gesellschaftlich akzeptables Maß heben können, welche Artikel in ein Büro-Survival-Paket gehören, wenn es abends spät wird, und wie Sie mit weniger Schlaf auskommen. (Inhaltsangabe: Gütersloher Verlagshaus)

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Martin-Niels Däfler ist Professor im Fachbereich Kommunikation an der FOM Hochschule in Frankfurt am Main. Er studierte BWL in Würzburg und Australien, war in beratender Funktion u.a. beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband tätig und gibt nun nebenbei Vorträge, Workshops, Firmen- und Managercoachings, veröffentlicht Bücher und Fachartikel zum Thema Kommunikation, Gelassenheit, Karriere und Stress. Sein Hauptaugenmerk liegt auf der Frage, was im Beruf wirklich glücklich macht.

Burn-out: Das Statussymbol der Neuzeit

Der Burn-out. In einer Zeit, in der teure Uhren, Autos und Designerkleidung kaum mehr Aufsehen erregen, ist er das Statussymbol schlechthin, mit dem sich der leistungsstarke Mensch von heute noch schmücken kann. Das hier vorgestellte Buch von Martin-Niels Däfler wirft einen völlig neuen Blick auf dieses besondere Kennzeichen unserer Einzigartigkeit und zeigt, wie man ohne große Schwierigkeiten das Ziel Burn-out erreichen kann.

Die Roadmap to Burn-out besteht aus mehreren einzelnen Lektionen, beginnt aber mit der wohl simpelsten Variante: dem Selbsttest. Hier wird persönliches Verhalten und vorhandene Denkmuster untersucht und auf den Kopf gestellt. Mit diesem Auftakt gibt Däfler den Ton für sein Buch an: mit viel schwarzem Humor, Wortwitz und Ironie nimmt er die Stärken der Ohne-mich-geht-hier-gar-nichts-Gesellschaft zum Thema.

Sag der Work-Life-Balance Goodbye!

Der einzige Weg zum schnellen Burn-out ist klar. Und einfach. Doch ohne die eigene Mitarbeit geht hier gar nichts. Ein wenig muss man sich ja schon selbst zum Burn-out zwingen, die stets gepredigte Work-Life-Balance über Bord werfen, und sich stattdessen eine Überlebensausrüstung für das Büro zuzulegen, sodass langen Arbeitstagen und -nächsten nichts mehr im Wege steht. Zusätzlich bietet der Autor auch noch eine Liste mit kleinen Argumentationshilfen, sollte man einen eher fürsorglichen Chef besitzen, der vom optimalen WUPSen (Wochenende/Urlaub/Pausen/Schlaf) im Sinne der Selbstoptimierung noch nie etwas gehört hat, und der den ärztliche attestierten Burn-out damit nur behindert.

Der übervolle Schreibtisch als Symbol der persönlichen Unentbehrlichkeit, stetiger Koffeinkonsum, keine Freizeit, keine Hobbies, kein Privatleben, Schlafentzug, Ja-Sagen, sogar leistungssteigernde Drogen schlägt Däfler zum Abschließen der Mission Burn-out vor, getoppt mit Verhaltensregeln und Erfolgswörterbüchern, dank denen man sich noch mehr als Gestresster fühlen kann.

So klappt’s mit dem Burn-out – Stressmanagement mal anders

Der eine oder andere liest vielleicht hier schon zwischen den Zeilen, und findet den tatsächlichen Ratgeber Däflers zum Erhalt von Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Mit seiner wundervoll ironischen Auflistung aller möglichen Risiken und Stressfallen, zahlreichen absurden Wortschöpfungen und einer gehörigen Prise Witz und Humor liefert der Autor auf eine ganz andere Art und Weise Ratschläge und Maßnahmen, die zum Überdenken der eigenen Arbeitsweise führen.

So klappt’s mit dem Burn-out“ ist ein Ratgeber der etwas anderen Art, der den Leser mehr als einmal zum Lachen bringt, und dem es doch gelingt, eigene Verhaltensweisen zu hinterfragen. Frech, locker, humorvoll. So muss es sein.

So klappt’s mit dem Burn-out von Martin-Niels Däfler
224 Seiten (Klappenbroschur)
Verlag: Gütersloher Verlagshaus
Erschienen: Juli 2016
ISBN: 978-3-579-08648-4

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Gütersloher Verlagshaus für das so freundlich zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

 

[Rezension] Kendare Blake: Three Dark Crowns

In every generation on the island of Fennbirn, a set of triplets is born: three queens, all equal heirs to the crown and each possessor of a coveted magic. Mirabella is a fierce elemental, able to spark hungry flames or vicious storms at the snap of her fingers. Katharine is a poisoner, one who can ingest the deadliest poisons without so much as a stomach-ache. Arsinoe, a naturalist, is said to have the ability to bloom the reddest rose and control the fiercest of beasts. But becoming the Queen Crowned isn’t solely a matter of royal birth. Each sister has to fight for it. And it’s not just a game of win or lose . . . it’s life or death. The night the sisters turn sixteen, the battle begins. The last queen standing gets the crown. (Inhaltsangabe: Pan Macmillan)

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Kendare Blake wurde in Seoul, Korea, geboren, lebt aber heute in Kent, Washington. Bevor sie ihre Leidenschaft, das Schreiben, zum Beruf machte, studierte sie Creative Writing in London. Hierzulande bekannt ist sie vor allem für ihr Romandebüt „Anna im blutroten Kleid“ („Anna Dressed in Blood„), welches bei Heyne erschienen ist. „Three Dark Crowns“ ist erschien 2016 auf dem englischsprachigen Buchmarkt, und wird 2017 von Penhaligon als „Der schwarze Thron: Die Schwestern“ in Deutschland veröffentlicht.

Drei Schwestern zwischen Macht, Magie und Intrigen

Three Dark Crowns“ ist vielleicht nicht gerade High Fantasy, aber lässt sich definitiv dem fantastischen Genre zuordnen. Mit Fennbirn schafft Blake eine Insel, eingeschlossen vom Nebel, regiert von Königinnen, deren männlichen Gefährten auch nur das eine sind: Gefährten, ohne auch nur irgendeine Macht in Sachen Regierung zu haben.

Gewählt wird die regierende Königin aus Drillingen, nach deren Geburt sie zusammen mit ihrem Gefährten Fennbirn verlassen muss. Die drei Schwestern sind alle mit magischen und außergewöhnlichen Fähigkeiten ausgestattet, und dazu verdammt, an Beltane, nach ihrem sechszehnten Geburtstag, gegeneinander anzutreten. Die letzte Überlebende wird zur neuen Königin gekrönt.

Every gift is light and dark.
Kendare Blake: Three Dark Crowns

Was ein wenig nach Avalon klingt, entpuppt sich schnell als geschickt konstruiertes Machwerk voller Intrigen und Machtkämpfen. Gleich zu Beginn wird der Leser mitten hinein in die Welt von Fennbirn geworfen, ohne dass Blake sonderlich viele Erklärungen liefert. Doch hat man einmal die Fülle an Charakteren und Orten grob sortiert, steht dem Genuss des Romans nichts mehr im Wege.

Facettenreiche Charaktere und gekonnte Persektivwechsel vor düsterem Fantasy-Setting

Blake bewegt sich im Wechsel durch die Geschichten der drei Kandidatinnen für den Thron, und haucht hierbei allen drei Hauptcharakteren Leben ein. Obwohl weder Mirabella, Arsinoe noch Katherine durchweg sympathisch sind, sind sie und ihre Geschichten interessant genug, um den Leser bei Laune zu halten. Auch charakterlichen unterscheiden sich die drei Königinnen, auch wenn die Schubladen, in die sie gepackt werden, zunächst vielleicht etwas klischeehaft wirken. So ist da zum einen die fast schon jungenhafte, sture Arsinoe, die mädchenhafte, warmherzige Mirabella, und die ruhige, schüchterne, unsichere Katherine. Dank der mit ihnen verknüpften Hintergrundgeschichten und der Nebencharaktere werden alle drei aber zu gleichwertig interessanten Teilen der Geschichte.

Three Dark Crowns“ ist keinesfalls weich und romantisch. Blake schreibt in prägnanten, kurzen Sätzen, die sich perfekt in das dunkle und kalte Bild von Fennbirn und dem Schicksal der zukünftigen Königinnen einreihen. Der Erzählstil selbst, bei dem sich Blake nicht der Allzweckwaffe Ich-Perspektive bedient, sondern aus der Sicht einer dritten Person schreibt, baut eine zusätzliche Distanz auf, die sich aber nicht negativ auswirkt, im Gegenteil. Stattdessen unterstreicht dieses Erzählmittel die Hilflosigkeit der drei Mädchen, und die Ausweglosigkeit der gesamten Situation.

No one really wishes to be a queen.
Kendare Blake: Three Dark Crowns

Mit „Three Dark Crowns“ liefert Kendare Blake einen gelungen Auftakt für ihr neue Reihe, der zwar noch einige Fragen offen lässt, aber definitiv Lust auf mehr macht. „Three Dark Crowns“ bietet interessante Charaktere, ein fantastisches Setting, Intrigen, Machtkämpfe, und Magie. Die perfekte Mischung.

Three Dark Crowns von Kendare Blake
432 Seiten (Paperback)
Verlag: Macmillan Children’s Books
Erschienen: September 2016
ISBN: 9781509804559

[Rezension] Jonas Karlsson: Das Zimmer

Von unausstehlichen Kollegen umgeben, in ein Großraumbüro gepresst, kann Björn sein Glück kaum fassen, als er eines Tages ein kleines, geheimes Zimmer entdeckt. Ein Büro nur für sich, auf demselben Stockwerk, im Flur gleich neben der Tonne für das Altpapier und dem Aufzug. Hier drinnen sind das Chaos und die Enge der Bürowabenwelt vergessen, Björn hat plötzlich Spaß an seiner Arbeit. Alles wäre gut, gäbe es da seine Kollegen nicht. Die treibt Björns bizarres Verhalten fast zur Verzweiflung. Und zu allem Übel tun sie auch noch so, als existiere dieses Zimmer überhaupt nicht. (Inhaltsangabe: Luchterhand Literaturverlag)

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Der Schwede Jonas Karlsson, Jahrgang 1971, zählt in seinem Geburtsland zu den bekanntesten und angesehensten Schauspielern, und gewann bereits zweimal den schwedischen Filmpreis. In seinem schriftstellerischen Dasein hat er bereits Kurzgeschichtensammlungen, Romane und ein Theaterstück veröffentlicht, doch erst sein Roman „Das Zimmer“ brachte ihm auch internationale Bekanntheit ein.

Büroalltag – Arbeitswahn, Kaffeeklatsch, Zeitpläne

In der modernen Arbeitswelt entwickelt sich das typische Bild eines Büroangestellten schnell zu dem der entseelten Arbeitsdrohne, ein wandelnder Terminkalender, der roboterartig seine Tätigkeit verrichtet. Effizienz vor Individualität, und alles, alles für den Job.

Beschränkte Menschen sehen die Welt nicht, wie sie ist. Sie sehen nur, was sie sehen wollen. […] Sie entdecken die Fehler nicht, weil sie zu faul sind, um sich aus dem Alltagstrott herausreißen zu lassen. […] Solchen Menschen muss man ihre Unzulänglichkeiten vor Augen führen.
(Jonas Karlsson: Das Zimmer, Seite 24)

In der Behörde – die von Karlsson nie wirklich näher definiert wird – geht alles seinen gewohnten, ja, fast schon gemütlichen Gang. Kaffeepausen, mehr oder weniger organisiertes Chaos, der typische Tratsch zwischen Kollegen betten sich in das Rahmenkonstrukt aus standardisierten Arbeitsabläufen. Büroalltag. Der Chef hat das Sagen, gibt Anweisungen, die Angestellten erfüllen die an sie gestellten Aufträge.

Eine eher eintönige Kulisse für einen Roman, doch die Konformität wird je unterbrochen, als mit Björn ein neuer Mitarbeiter in der Tür steht. Er ist die Effizienz in Person, spornt sich mit einem ausgefeilten Zeitplan, in dem sogar der Gang zur Toilette eingetaktet ist, zu Höchstleistungen an, und treibt seine neuen Kollegen mit seinem pedantischen Ordnungsfimmel in den Wahnsinn. Björn ist kein Rädchen im großen Getriebe der Bürowelt. Er hat Ziele, Aufstiegswünsche, möchte hinter die Kulissen schauen, um letztendlich selbst eines Tages im Chefsessel zu sitzen. Als der Beste von allen.

(K)Ein Rädchen im Getriebe der Arbeitswelt

Als Ich-Erzähler fungierend lässt Björn weder seine Kollegen noch seinen Chef im besten Licht erscheinen. Doch schon bald wird dem Leser klar, dass man sich auf die Sichtweise des einsamen Helden keineswegs verlassen kann. Als unzuverlässiger Erzähler zeichnet sich Björn auf möglichst positive Weise, doch zwischen den Zeilen ist schnell klar, warum der seine alte Firma verlassen musste.

Du wendest nicht den Lauf eines Stroms, indem du ihn abrupt in die entgegengesetzte Richtung umlenkst. […] Du musst seine eigene Kraft auffangen und ihn langsam, aber sicher in die von dir gewünschte Richtung ziehen. Wenn der Bogen sanft genug ist, wird der Strom nichts davon merken.
(Jonas Karlsson: Das Zimmer, Seite 121)

Genau hier setzt Karlsson an und schafft ein wahres, kleines Kunstwerk. Wahn und Wirklichkeit beginnen aufeinander zu treffen, als Björn ein Zimmer entdeckt – klein, ohne Fenster, jedoch ordentlich und strukturiert – welches keiner seiner Kollegen sehen kann. Dort, wo sich für Björn eine Tür befindet, sehen alle anderen nur eine Wand. Perfide Psychospielchen, um den unerwünschten Workaholic loszuwerden, oder ist Björn in all seinem – sogar nächtlichen – Arbeitseifer endgültig dem Wahnsinn verfallen?

Perfektionismus und Wahn in der modernen Arbeitswelt: Ein Zimmer, wo keines ist

Geschickt mit dieser Ungewissheit spielend überlässt Karlsson es dem Leser, sich ein eigenes Urteil zu bilden, schürt Zweifel und Verwirrung. Ist Björn als Außenseiter und Eindringling in das bisher ganz wunderbar funktionierende Hamsterrad Büro so sehr bei seinen Kollegen verhasst? Wem soll man am Ende glauben?

„Gelinde gesagt“, begann ich, „könnte man sagen, dass ich reich arbeitstechnisch den größten Beitrag von uns allen leiste. Ich muss sagen, dass ich es deshalb mehr als angemessen finde, wenn ich Zugang zu einem eigenen Raum bekomme, und das Zimmer ist ein Ort, an dem ich das Gefühl habe, gut arbeiten zu können.“
(Jonas Karlsson: Das Zimmer, Seite 156)

Das Zimmer“ erweist sich als kunstvoll strukturierter Roman, der trotz seines eher einfach gehaltenen, aber fast schon philosophischen Schreibstils einen wahren Sog auf den Leser ausübt, ähnlich wie das mysteriöse Zimmer auf Björn. Hineingezogen in ein groteskes und fesselndes Konstrukt, in dem die Grenzen zwischen Wahn und Wirklichkeit verschwimmen, entfaltet sich ein dramaturgisches Meisterwerk inmitten der alltäglichen Arbeitswelt. Alltagsflucht? Psychoterror? Wahnvorstellungen? Mobbing? Das sollte der Leser für sich entscheiden.

Das Zimmer von Jonas Karlsson
Rummet
176 Seiten (Hardcover)
Übersetzung: Paul Berf
Verlag: Luchterhand Literaturverlag
Erschienen: April 2016
ISBN: 978-3-630-87460-9

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Luchterhand Literaturverlag für das so freundlich zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

 

[Rezension] Stephanie Garber: Caraval

caraval

Scarlett has never left the tiny island where she and her beloved sister, Tella, live with their powerful, and cruel, father. Now Scarlett’s father has arranged a marriage for her, and Scarlett thinks her dreams of seeing Caraval, the far-away, once-a-year performance where the audience participates in the show, are over.
But this year, Scarlett’s long-dreamt of invitation finally arrives. With the help of a mysterious sailor, Tella whisks Scarlett away to the show. Only, as soon as they arrive, Tella is kidnapped by Caraval’s mastermind organizer, Legend. It turns out that this season’s Caraval revolves around Tella, and whoever finds her first is the winner.
Scarlett has been told that everything that happens during Caraval is only an elaborate performance. But she nevertheless becomes enmeshed in a game of love, heartbreak, and magic with the other players in the game. And whether Caraval is real or not, she must find Tella before the five nights of the game are over, a dangerous domino effect of consequences is set off, and her sister disappears forever. (Synopsis: Macmillan)

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Stephanie Garber wuchs in Kalifornien auf und unterrichtet dort Kreatives Schreiben. Unter ihren Studenten ist sie unter anderem bekannt für ihre Ausflüge zu Signierstunden. „Caraval“ ist Garbers Debüt im Young Adult Bereich.

„Dreams that come true can be beautiful, but they can also turn into nightmares when people won’t wake up.“
(Stephanie Garber: Caraval Seite 77)

Den wundervollen Covern von „Caraval“ – sowohl in der US als auch in der UK Edition sind die Bücher ein wahrer Augenschmaus – begegnet man auf den einschlägigen Social Media Plattformen als auch auf Blogs und Youtube in den letzten Wochen immer häufiger. Man möchte fast schon von Hype sprechen. Und obwohl ich sonst kaum gehypte Bücher so kurz nach dem Erscheinen bespreche, konnte ich diesmal einfach nicht umhin, ein paar Worte zu Garbers Roman zu verlieren.

Caraval“ entführt den Leser in ein historisch-fantastisches Setting, in eine Welt, die entfernt an das 18. Jahrhundert erinnert. So ist es nicht verwunderlich, dass sich Scarlett mit ihrer arrangierten Ehe zufrieden gibt. Schließlich machen die Briefe, die ihr Verlobter ihr schickt – dessen Namen sie nicht einmal kennt, da ihr Vater diesen Teil des Schriftverkehrs stets unkenntlich macht – einen positiven Eindruck und machen ihr Hoffnung, einen Weg fort von ihrem tyrannischen Vater zu finden. Für sich selbst, als auch für ihre Schwester Tella.

Zwei Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten

Wo Scarlett sich in ihr Schicksal ergibt, ist Tella die rebellische und versucht auf ihre eigene Art und Weise aus den Zwängen des Vaters auszubrechen. Seefahrer Julian und die langersehnte Einladung von Master Legend zu Caraval kommen da gerade recht.

Eigentlich erfüllt Tella genau die Kriterien, die man von den Heldinnen diverser Young Adult Romane kennt. Sie ist frech, mutig, geht Risiken ein, setzt ihren Willen durch und versucht sich ihrem Vater zu widersetzen. Scarlett hingegen ist eingeschüchtert und ängstlich, zweifelt alles an und zweifelt vor allem an sich selbst und ihren eigenen Entscheidungen. Eine Tatsache, die sich durch das gesamte Buch zieht, und dem Leser stets mit Aussagen im Sinne von „Was würde Tella tun?“ vor Augen geführt wird.

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Caraval: Zirkus meets Magie

Dabei ist die Welt von Caraval genau das, was sich Scarlett immer erträumt hat. Ein Spiel, ein Zirkus, eine magische Welt, in der Realität und Fiktion verschwimmen, in der Brücken sich plötzlich bewegen, in der Kleider sich der Stimmung entsprechend ändern, Uhren zu Türen werden und man die schönsten Dinge kaufen kann, indem man einfach einen Tag seines eigenen Lebens opfert.

Doch Caraval birgt trotz aller Schönheit, Faszination und Magie auch seine Schrecken. Denn wer sich zu sehr vom Schauspiel gefangen nehmen lässt, läuft Gefahr, den Bezug zur Realität zu verlieren. Nicht wenige Teilnehmer des Spiels haben über die Jahre ihren Verstand verloren.

Caraval ist ein wundervoll geschriebenes Werk mit einigen inhaltlichen Schwächen

Garber beschreibt ihre Welt, ihren Karneval, mit wunderschönen Wort und schafft es, ein Bild vor dem inneren Auge des Lesern entstehen zu lassen, und die Fantasie anzuregen. Vor allem der Stil der Autorin und die Welt, die sie schafft, trösten über die doch eher schwachen Charaktere hinweg. Tella bleibt bis auf wenige Augenblicke farblos, wohingegen Scarlett trotz ihrer stetigen Präsenz bis zum Ende hin ein Charakter ist, der nicht in der Lage zu sein scheint, eigene Entscheidungen zu treffen. Die Hoffnung, aus ihr könnte eine Person werden, die nun endlich die Chance ergreift und ihr Schicksal in ihre eigene Hand nimmt, zerschlägt sich leider etwas.

Caraval“ ist ein gelungenes Märchen, welches den Leser in eine spannende Welt entführt, die aber leider gemeinsam mit den Hauptcharakteren etwas verblasst. Kurzweilig und angenehm zu lesen ist Stephanie Garbers Werk aber trotz allem, und die Hoffnung besteht, dass die Charaktere im zweiten Teil mehr an Tiefe gewinnen.

Caraval von Stephanie Garber

Englische Ausgabe
402 Seiten (Paperback)
Verlag: Flatiron Books
Erschienen: Januar 2017
ISBN: 9781250141491

Deutsche Ausgabe
400 Seiten (Klappenbroschur)
Verlag: Piper
Erschienen: März 2017
ISBN: 978-3-492-70416-8

[Buchvorstellung] Kristi Carlson: Eat like a Gilmore

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Die Gilmore Girls sind Kult. Seit der ersten Folge ist Lorelais und Rorys turbulentes Leben im wundervoll-kuriosen Stars Hollow ein Erfolgsrezept, von dem man nicht genug bekommen kann. Berühmt ist die wohl charmanteste Mutter-Tochter-Kombo aller Zeiten dabei – neben ihrer Liebe zu Kaffee und einem rasant hohen WPM-Wert – besonders für ihren berüchtigten, unstillbaren Appetit – und der steckt an! Viele Fans träumten schon immer davon, einmal einen Cheeseburger bei Luke’s zu bestellen, einen Zuckerstangen-Kaffee bei Weston’s zu trinken oder die lebensverlängernden Qualitäten von Sookies Risotto zu testen. Mit diesem Buch wird dieser Traum nun endlich Wirklichkeit! Ob Sie ein Fan der ersten Stunde sind oder gerade den ersten Fuß in die Gilmore-Welt gesetzt haben – Binden Sie sich eine süße Schürze um, schalten Sie Ihre Lieblingsfolge ein, heizen Sie den Ofen vor und EAT LIKE A GILMORE! (Inhaltsangabe: Shaker Media)

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eat-like-a-gilmore-interiorKristi Carlson – die in Los Angeles lebt – war schon als Kind süchtig nach Backen und Kochen, verbrachte ganze Sommer in der Küche ihrer Oma. Trotz kleinerer Jobs im Küchenbereich führte ihr Weg Carlson in eine ganz andere Richtung – Ausbildung im World Trade Center, Börsenmaklerin, Co-Eignerin eines Unternehmens, Managerin von Musikern. Doch aufgegeben hat sie ihre Liebe für das Kochen und Backen nie.

Eat like a Gilmore“ begann als ein Projekt auf Kickstarter. Im März 2016 versuchte Carlson so für ihre Idee 20.000 $ einzunehmen. Binnen einer Woche brach ein regelrechter Mediensturm los – BuzzFeed, People, Teen Vogue, E! Entertainment und Entertainment Weekly waren nur einige der Plattformen und Magazine, die die Idee um ein Kochbuch zur beliebten Serie Gilmore Girls aufgriffen. Innerhalb von acht Tagen war das Projekt komplett finanziert, doch nicht nur das. Diverse Verlage wurden auf Carlsons Idee aufmerksam und boten ihr an, das Buch mit ihr gemeinsam zu veröffentlichen. Da scheint es nur noch nebensächlich, dass das Kickstarter-Projekt am Ende seiner Laufzeit insgesamt über 47.000 $ eingebracht hatte.

Der Plan, „Eat like a Gilmore“ in Angriff zu nehmen, kam genau zur richtigen Zeit. Im Januar 2016 bestätigte Netflix, eine neue, achte Staffel der beliebten Serie Gilmore Girls in Form von vier 90-minütigen Folgen zu produzieren. Die Herzen der Fans, die die Serie von Anfang an verfolgten, schlugen höher.

Mir selbst erging es auch nicht anders. Im April 2004 startete meine Liebe zu der Serie pünktlich mit der deutschen Erstausstrahlung, und hat mich seitdem nie mehr verlassen. Durch Rory eröffnete sich mir eine ganze neue literarische Welt. Ihr verdanke ich, so wundervolle Autoren wie Dorothy Parker für mich entdeckt zu haben. Die im Netz kursierende Rory Gilmore Reading Challenge setzt dem Ganzen noch die Krone auf.

„Ich lebe in zwei Welten: Die eine ist die Welt der Bücher. Ich war Bewohnerin Faulkners Yoknapatawpha County, jagte den weißen Wal an Bord der Pequod, kämpfte an der Seite Napoleons, fuhr auf dem Floss mit Huck und Jim, dachte mir Absolitäten mit Ignatius J. Reilly aus, warf mich vor den Zug mit Anna Karenina und wanderte durch Swanns Welt.“

eat-like-a-gilmore-backMan kann die Gilmore Girls lieben, hassen, ignorieren, als zu seicht und unrealistisch ansehen, als Mädchenserie – die Liste hört wohl nie auf. Für viele sind die Gilmore Girls vor allem eines: Heimat. Ein Wohlfühlgefühl in Serie, das einem ein Lächeln aufs Gesicht zaubert.

Und einen Teil dieses Wohlfühlgefühls kann man sich nun dank „Eat like a Gilmore“ auf den Esstisch holen. Das Buch wartet mit den verschiedensten Rezepten auf – Sookies berühmtes Risotto oder eine Torte aus Muffinunterböden, Lorelais Nachtisch-Sushi, der Zuckerstangenkaffee, Kreationen von Luke oder hochtrabende Gerichte, die bei Emily zu Hause serviert werden (und Cocktails, natürlich).

Alles, wirklich alles was man sich vorstellen kann, ist in diesem Buch zu finden. Hübsch gestaltet und ein wenig nach Kategorien sortiert, ist dank kleinen Symbolen genau festzustellen, woher das jeweilige Rezept stammt. Zusätzlich ist jedes Rezept noch mit einer kleinen Anekdote versehen, die eine Brücke zur Serie schlägt.

Für Fans der Serie ist „Eat like a Gilmore“ einfach ein kleines Muss und so kurz vor Weihnachten findet es bestimmt den Weg unter den Tannenbaum. Und wer weiß, vielleicht gibt es an Heiligabend auch Zuckerstangenkaffee und Nachtisch-Sushi.

Eat like a Gilmore von Kristi Carlson
Eat like a Gilmore
286 Seiten (Softcover)
Verlag: Shaker Media GmbH
Erschienen: November 2016
ISBN: 978-3-95631-533-6

Vielen herzlichen Dank an Shaker Media für das so freundlich
zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

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