[Kleine Leseeindrücke #1] Shaun David Hutchinson: The Five Stages of Andrew Brawley | Sonya Mukherjee: Gemini

Man begegnet ihnen öfter, diesen Büchern, zu denen man vielleicht doch gerne etwas sagen würde, aber bei denen die Gedanken nicht reichen für eine komplette Rezension. Viele von euch veröffentlichen kleine Sammelbeiträge, und ich springe auf den Zug einfach mal mit auf. In unregelmäßigen Abständen werde ich in den Kleinen Leseeindrücken meine Gedanken zu gelesenen Büchern notieren.

Shaun David Hutchinson: The Five Stages of Andrew Brawley

Source: Simon Pulse

(Zum Buch: Goodreads)

Die „Five Stages“ von Andrew – oder auch Drew – habe ich bereits beim Lesen der Inhaltsangabe mit den fünf Phasen der Trauer in Verbindung gebracht und automatisch ein düsteres Buch erwartet. Diese Erwartungen hat Hutchinson definitiv erfüllt, doch „The Five Stages of Andrew Brawley“ ist so viel mehr.

Lassen wir einmal die Realität ein wenig außen vor – Drew lebt seit dem Tod seiner Eltern und seiner Schwester in dem Krankenhaus, in dem er sie zum letzten Mal lebend gesehen hat und niemand hat das bisher bemerkt – so kommt hier wirklich harter Tobak in Gestalt eines Jugendbuches auf den Leser zu. Leid, Angst und Tod sind die alltäglichen Begleiter und bestimmen den Ton des Buches. Auch die Charaktere haben fast alle eine düstere und traurige Seite, allen voran natürlich Drew, welcher in seiner Trauer zu ertrinken droht. Doch auch Lexi und Trevor – beides Teenager auf der Krebsstation – und Arnold – seines Zeichens studierter Literat, welcher nun Essen in der Kantine verkauft – bleiben im Gedächtnis. Und dann ist da natürlich Rusty, der mit Verbrennungen am Körper eingeliefert wird, und der den Stein der Geschichte erst so richtig ins Rollen bringt. Was Rusty bisher an Attacken durch seine Mitschüler durchleben musste, hat mich zutiefst erschüttert. Hutchinson hält sich hier nicht zurück und zwingt den Leser, sich mit dem Thema auseinander zu setzen.

Das Buch hat mich wirklich positiv überrascht. Starke Charaktere, ein ganz neues Setting und dazu ein LGBTQ+ Anteil machen Hutchinsons Roman zu einem kleinen Must-Read. Gefunden und gelesen habe ich das Buch übrigens auf Riveted Lit (kann ich wirklich nur empfehlen, die Seite).

Sonya Mukherjee: Gemini

Source: Simon & Schuster

(Zum Buch: Goodreads)

Für meine Book Riot und Popsugar Challenges war ich auf der Suche nach einem Buch über Zwillinge und bin dank einer Liste auf „Gemini“ gestoßen, von dem ich bisher ehrlich gesagt noch nichts gehört habe. Im Buch geht es um Hailey und Clara, beide 17 Jahre – und Siamesische Zwillinge, die am unteren Teil ihrer Wirbelsäule miteinander verwachsen sind. Die oberen Körperhälften sind komplett getrennt, doch wenn eine der beiden sich den Fuß stößt, spürt die andere den Schmerz ebenfalls.

Das Grundkonstrukt der Geschichte hat mich von Anfang an interessiert, schließlich begegnet man einer solchen Idee in Jugendbüchern nicht jeden Tag. In seinen Grundzügen ist „Gemini“ ein typischer Coming-Off-Age-Roman. Es geht um die erste Liebe, das Abkapseln und auf eigenen Beinen stehen, und darum, mit sich selbst ins Reine zu kommen. Für Clara und Hailey nimmt das noch einmal ganz andere Ausmaße an. Sie müssen sich miteinander arrangieren, denn beide sind charakterlich komplett unterschiedlich und haben kaum identische Pläne für ihre Zukunft. Noch dazu hat ihre Mutter einen ganz eigenen Plan für ihre Töchter, denen sie von Geburt an ein Leben ermöglicht hat, in dem die beiden nicht zur Attraktion der Stadt werden – und dafür ihr altes Leben aufgegeben. Wo die Mutter Angst hat ihren Töchtern Freiräume zu ermöglichen, ist der Vater die stille, unterstützende Kraft im Hintergrund. Diese Dynamik hat mir ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert.

Leider konnte mich das Buch trotz seiner ungewöhnlichen Geschichte nicht so ganz überzeugen. Ich hatte Probleme, mich in die Handlung hineinzufinden und fand es etwas schade, dass sich ein Großteil des Geschehens und der Gedankenwelt um Jungs – er liebt mich, er liebt mich nicht, es fehlt nur noch das Gänseblümchen – gedreht hat. Natürlich ist es für Clara und Hailey schwierig, aber ich aber mir einfach, sagen wir einmal, eine andere Verteilung der Haupthandlungspunkte erhofft. Nichtsdestotrotz ist „Gemini“ ungewöhnlich und einen Blick wert!

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