[Rezension] Brenna Yovanoff: Schweigt still die Nacht

In der Kleinstadt Gentry ist nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint. Alle sieben Jahre verschwindet ein Kind aus der Stadt. Jedoch nicht spurlos. Es wird ersetzt. Durch ein Geschöpf, das versucht dem Verschwundenen zu ähneln, jedoch binnen kurzer Zeit verstirbt.

Mackie Doyle ist eines dieser Kinder. Auf unerklärliche Weise hat er seine Kindheit überlebt und lebt jetzt wie ein normaler Junge unter den Menschen. Doch obwohl die Bewohner Gentry’s sich gekonnt vor den Geschehnissen um verschwundene und tote Kinder zu verschließen scheinen, muss Mackie stets darauf achten, keine Aufmerksamkeit zu erregen. Denn wer weiß schon was geschieht, wenn jemand erfährt was er ist. In der Schule gilt er als Freak, dem beim kleinsten Tropfen Blut schlecht wird, und hat nur wenige Freunde.

Als Natalie, die Schwester seiner Mitschülerin Tate eines Tages plötzlich verstirbt, ist Tate überzeugt, dass es nicht Natalie war, die da begraben wurde. Sie vertraut sich Mackie an und bittet ihn um Hilfe. Es dauert nicht mehr lange, bis er sich in einer Welt voller Monster, Tod und Gefahren wiederfindet, und sich zu seinem Entsetzen herausstellt, dass genau das seine Welt sein soll. Als er dann auch noch erfährt, dass Tates Schwester noch am Leben ist, beginnt für ihn ein Wettlauf gegen die Zeit.

Bei „Schweigt still die Nacht“ handelt es sich um den Debüt-Roman der amerikanischen Autorin Brenna Yovanoff.

Schon das Cover zeigt, dass es sich hier um ein eher düsteres Buch handelt. Ein altmodischer Kinderwagen auf einer von Nebel überzogenen Wiese, über dem Messer und Scheren schweben zeigt deutlich, welche Töne hier angeschlagen werden. Dem aufmerksamen Leser wird im Verlauf der Geschichte klar werden, warum das Titelbild gerade auf diese Weise gestaltet ist.

Die Handlung ist durchzogen von einer gewissen düsteren Atmosphäre. Yovanoff gelingt es gekonnt, dieses Drückende, Dunkle, das die Kleinstadt Gentry umgibt, perfekt einzufangen und greifbar zu machen. Die Beschreibung der Welt unterhalb der Stadt, gefüllt mit Wesen, die von, oder eher dank, Glauben, Mythen und Geschichten leben ist einer der Punkte, die den Zauber dieses Buches ausmachen.

Und obwohl Yovanoff’s Schreibstil wundervoll düstere Bilder im Kopf des Lesers heraufbeschwört, bleiben die Charaktere eher flach. Es mangelt ihnen an Glaubwürdigkeit, was es einem schwer macht, Sympathien zu ihnen aufzubauen. Mackie’s Gedankengänge und Handlungsweise war ab und an eher widersprüchlich, und vor allem sein bester Freund Roswell war einfach zu glatt, und seine Reaktionen auf all die Geschehnisse ließen ihn nicht gerade echt wirken. Einzig die Morrigan hat ein kleines bisschen mein Herz erwärmt.

Trotz kleiner Schwächen liest sich „Schweigt still die Nacht“ wunderbar. Ein gelungenes Jugendbuch, gewürzt mit einer Prise Grusel-Atmosphäre, welches bestimmt den ein oder anderen Leseabend versüßen wird.

bewertung 4 sterne

Schweigt still die Nacht von Brenna Yovanoff
368 Seiten (Hardcover)
Verlag: Script5
Erschienen: 10. Januar 2011
ISBN: 978-3839001271
17,95 €

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Verlag script5 für das so freundlich zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

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3 Gedanken zu “[Rezension] Brenna Yovanoff: Schweigt still die Nacht

  1. Ich mochte bei dem Buch vor allem die Atmosphäre. Das hat die etwas flachen Charaktere wieder wett gemacht, finde ich. 🙂

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