Leserleben

[Leserleben] Wie läuft das mit dem Bücherbloggen?

In einem eigenen Beitrag hat Tobi von Lesestunden einmal seinen Blogverhalten und den Ablauf hinter den Kulissen beleuchtet – und in diesem Zuge gleich ein paar Fragen an die Buchbloggemeinde in den Raum geworfen. Ich habe ja eine kleine Schwäche für solche Fragenkataloge, ganz besonders dann, wenn sie den „Arbeitsalltag“ als Blogger beleuchten. Obwohl es ja eigentlich eher ein Hobbyalltag ist, wenn man es genau nimmt. ;)

Wie entscheidest du, ob du über ein Buch bloggst oder nicht?

Meist entsteht dieser Gedanke bereits beim Lesen. Habe ich etwas zu diesem Buch zu sagen? Will ich etwas zu diesem Buch sagen? Ist es überhaupt ein Werk, welches ich auf meinem Blog näher beleuchten möchte oder ist es einfach eines dieser tollen Guilty Pleasure Reads, die ich ohne Druck und Zwang lese?

Früher habe ich ja tatsächlich jedes gelesene Buch ausführlich rezensiert. Das hat unglaublich viel Druck aufgebaut, der mich letztendlich in eine Leseblockade getrieben hat, da ich immer der Meinung war, ich muss jedes Buch vorstellen. Von diesem selbstauferlegten Zwang bin ich – offensichtlich – weggekommen. Inzwischen entscheide ich einfach nach Gefühl, welches Buch ich vorstelle und welches nicht. Manchmal verfasse ich Wochen oder Monate nach dem Lesen erst einen Beitrag, einfach weil plötzlich die richtigen Worte in meinem Kopf Gestalt annehmen. Die Entscheidung ist also – wenn man vom Reziexemplar absieht – eher eine Herzens- und Bauchsache. Mein Blog und Bücher sind mein Hobby und meine Leidenschaft, daher soll es ja auch Spaß machen.

Woher nimmst du deine Inspiration für neue Beiträge?

Bei Rezensionen ist das mit der Inspiration ja recht einfach. Da ist das Buch die Inspiration. Ansonsten ziehe ich Ideen aus allerlei Dingen. Da wären zum einen natürlich Challenges, Stöckchen und Tags, die eine Möglichkeit bieten, Content zu schaffen und oft auch einen Blick hinter die Kulissen erlauben (wie dieser Beitrag hier zum Beispiel). Zum anderen bietet natürlich mein Leben als Leserin an sich genügend Inspiration und Zündstoff für Beiträge. In dieser Richtung würde ich gerne noch mehr schreiben, und einige Beiträge sind schon in Arbeit. Stay tuned.

Was willst du mit deinem Blog erreichen?

Ruhm. Nein, ehrlich, Ruhm ist Quatsch. Ich möchte mit meinem Blog kein Geld verdienen und davon leben können. Stattdessen möchte ich Gleichgesinnte erreichen, meine Liebe zum geschriebenen Wort teilen und andere an meiner Leseleidenschaft teilhaben lassen. Wenn man dann noch nette Menschen kennen lernt und ein wenig Aufmerksamkeit bekommt, ist das natürlich doppelt schön. Vor allem für Menschen wie mich, denen das Knüpfen von Kontakten recht schwer fällt.

Wie viel Zeit nimmst du dir für das Verfassen eines neuen Beitrags?

Ich komme mal mit der Lieblingsantwort aus dem Steuerrecht um die Ecke: „Es kommt darauf an.“

Manchmal schreibe ich Beiträge in einem Rutsch und brauche dafür vergleichsweise wenig Zeit. Und dann gibt es die Beiträge, die ich über Tage, Wochen, sogar Monate in meinen Entwürfen habe und die nicht so wollen wie ich – und deswegen immer wieder Zeit in Anspruch nehmen. Genau auf die Uhr geschaut habe ich aber noch nie, wenn ich ehrlich bin. Bloggen und schreiben ist ja keine Disziplin bei der es auf die gebrauchte Zeit ankommt. ;)

Wie oft erscheint in deinem Blog ein Beitrag?

Normalerweise versuche ich zweimal pro Woche Content zu veröffentlichen. Das klappt auch mehr oder minder gut, allerdings kommt einem immer mal das tatsächliche Alltagsleben in die Quere und zwingt einen unfreiwillig zum umstrukturieren. Aber wenn alles läuft wie es soll, erscheinen zwei Beiträge pro Woche.

Bloggst du regelmäßig und hast feste Tage bzw. Abstände in denen Beiträge erscheinen?

Aufbauend auf die vorangegangene Antwort (zweimal pro Woche) kann ich hier schlicht und einfach sagen: Nein. Ich versuche die Beiträge entsprechend gleichmäßig zu verteilen, aber feste Tage habe ich nicht.

Hast du einen festen Tag, an dem du Blogbeiträge schreibst und dich um deinen Blog kümmerst?

Ich würde gerne sagen, dass ich mir hier einen festen Zeitrahmen geschaffen habe, aber leider stimmt das nicht so ganz. Zwar verbringe ich oft am Wochenende etwas fokussierter Zeit mit meinem Blog, aber einen richtig festen Termin oder Tag würde ich nicht schaffen. Daher wird geschrieben wann immer Zeit im Raum steht. Flexibel, eben.

Hast du mehrere Beiträge fertig verfasst als Entwurf, oder veröffentlichst du jeden Beitrag sofort?

Da ich manchmal keine oder nicht genug Zeit finde, ständig neue Beiträge zu verfassen, habe ich immer ein gewisses Pensum an Beiträgen auf Vorrat auf Entwurf. Meist sind das Rezensionen, die ich ganz ohne Probleme posten kann, selbst wenn nicht so viel Zeit zur Blogpflege zur Verfügung steht. Wenn einem diese Beiträge aber ausgehen, dann ist das eine andere Geschichte.

Hast du Hilfsmittel, wie einen Planer, eine App oder irgendein Gadget?

Ich bin da sehr analog unterwegs. Ich nutze meinen ganz normalen Timer in A5 – all die Jahre immer Moleskine, in diesem Jahr eine günstigere Variante, aber mit ähnlichem Aufbau. Hier bevorzuge ich zum einen eine Wochenübersicht links und Platz für Notizen auf der rechten Seite. So können auch kurze Gedanken und Stichpunkte festgehalten werden. Und ich kann jederzeit darauf zugreifen, ohne auf Technik angewiesen zu sein.

Schreibst du deine Beiträge direkt in WordPress bzw. der Blogsoftware, oder zuerst auf Papier oder in anderer Software?

Ich verfasse oft Stichpunkte auf Papier oder nutze Google Docs, da ich hier auch nicht an ein Gerät gebunden bin und von überall auf meine Notizen zugreifen kann. In 90% der Fälle aber schreibe und formatiere ich meine Beiträge direkt in WordPress. Die einfachste Lösung und bisher bin ich damit noch nicht auf die Nase gefallen.

Schreibt du die Beiträge auf einmal, oder in mehreren Schritten?

Ein wenig habe ich diese Frage schon weiter oben beantwortet, daher fasse ich mich hier relativ kurz und sage: Es kommt darauf an. Meist in einem Rutsch, kleine Verbesserungen und ähnliches werden in einem zweiten oder dritten Anlauf hinzugefügt. In der Regel fasse ich jeden Artikel insgesamt zwei- bis dreimal an.

Hast du schon einmal einen Beitrag komplett verworfen, weil du mit der Qualität nicht zufrieden warst?

Ja. Manchmal klappt es einfach nicht wie es soll, oder die Idee lässt sich nicht so umsetzen, wie ich mir das vorgestellt habe. Statt mich monatelang mit einem unfertigen Entwurf herumzuärgern, verwerfe ich den Beitrag lieber und starte frisch und frei noch einmal.

Wo schreibst du deine Beiträge (z.B. immer auf dem iPad Pro in der Badewanne)? Gibt es ein Bild von deinem „Blogarbeitsplatz“?

Da wo ich Wlan habe. In der Regel ist das tatsächlich mein Sofa zu Hause. Da mein alter Laptop jetzt endgültig das zeitliche gesegnet hat, habe ich ziemlich günstig ein Acer One 10 zugelegt, mit dem ich mehr als zufrieden bin. Die Größe macht es ungemein handlich und praktisch und für das, was ich mir von einem elektronischen Schreibgerät erwarte, reicht es völlig aus. Daher ist Bloggen in allen möglichen Positionen möglich.

Bloggst du alleine oder mit anderen zusammen?

Ich bin nicht nur Einzelkind, sondern auch Einzelkämpfer – zumindest wenn es um meinen Blog geht. Ich würde vielleicht irgendwann einmal Gastartikel in Erwägung ziehen wenn es sich denn anbietet, aber Adminrechte werde ich trotzdem auch weiterhin allein nutzen.

Machst du für deine Beiträge eigene Fotos? Wenn ja, welche Rolle spielen sie für dich und wie bereitest du sie auf?

Ja. Definitiv mache ich eigene Fotos, und natürlich sind diese ein wichtiger Bestandteil. Oft verwende ich die Fotos auch für meine Social Media Auftritte und bearbeite sie unter anderem mit Instagram oder diversen anderen Apps. Beschriftungen erfolgen meist über PicsArt oder Canva (das Beitragsbild hier habe ich zum Beispiel über Canva erstellt). Für mich unterstreichen Bilder und Fotos meine Beiträge, lockern diese auf und machen sie optisch ansprechender.

Wie viel Zeit investierst du für deine Fotos?

Zeit ist relativ. Oft hängt das Fotografieren auch am richtigen Licht. Wenn das günstig ist, nutze ich das dann auch immer voll aus und versuche so viele Bilder wie möglich zu machen. Inzwischen habe ich hierfür auch eine Kamera (um die ich schon ewig herumgeschlichen bin), sodass ich nicht nur mit dem Handy als einziges Medium Bilder – und Videos – machen kann.

Besprichst du auch Rezensionsexemplare und wie gehst du damit um?

Ja, ich bespreche auch Rezensionsexemplare. Dabei ist es gleichgültig ob diese Bücher als digitales oder „echtes“ Buch vorliegen. Ich versuche diese Rezensionen zeitnah zu verfassen, sodass das Leseexemplar nicht erst ein Jahr nach dem Erhalt besprochen wird. Natürlich muss ich dafür das Buch auch erst einmal lesen, und das gestaltet sich manchmal ein wenig schwieriger als gedacht, da ich mehr der Spontan- statt Pflichtleser bin.

Wie wichtig sind für dich Social Media Kanäle und wie viel Zeit und Aufwand verbringst du, sie zu pflegen?

Ich und Social Media.. a neverending story. Ja, ich habe Twitter, Instagram, Facebook. Aber die Pflege läuft oftmals eher schleppend. Einen festen Plan habe ich kaum, manchmal liegen die Kanäle auch eine Weile still weil mir alles über den Kopf wächst. Vielleicht ändert sich das jetzt in naher Zukunft und ich finde wieder ein wenig mehr Zeit auch auf anderen Plattformen zu posten. Wir werden sehen.

Wie viel Zeit investierst du in technische Anpassungen und Pflege deines Blogs?

Die Zeit die nötig und notwendig ist. Je nach Anpassungsaufwand, zum Beispiel durch Neuerungen und Änderungen gesetzlicher Natur, kann das schon mal eine Weile dauern. Aber feste Zeiten und Zeitspannen kann ich hierfür nicht nennen.

Was recherchierst du, bevor du ein Buch rezensierst?

Das kommt darauf an. Wenn das Buch sich in bestimmten historischen Gefilden bewegt, lese ich das eine oder andere hierzu nach – auch oft schon während des Lesens, um bestimmte Begebenheiten besser verstehen zu können.

Auch wird natürlich ein wenig über den Schreiber selbst gelesen. Interviews zum Beispiel, oder gegebenenfalls auch Artikel in englischsprachigen Magazinen. Letztendlich variiert der Rechercheaufwand je nach Situation. Aber zumindest das Schlau machen über Autorin / Autor gehört fest dazu.

Machst du auch einmal eine längere Pause vom Bloggen?

Wenn mir alles über den Kopf wächst, dann ja. Mein Blog selbst lag auch schon einmal über Monate still, weil ich es einfach nicht geschafft habe mich zum Bloggen aufzuraffen. Inzwischen habe ich immer Beiträge in der Warteschlange – zumindest fast immer – um Zeiten zu überbrücken, in denen ich mal nicht zum Bloggen komme. Läuft ganz gut so.

Beeinflussen dich andere Blogger oder Verlage über Themen oder Bücher zu schreiben? Wie groß ist dieser Einfluss?

Zum Teil ja, auch wenn ich die Themen oft nicht 1:1 aufgreife. Bei Büchern selbst ist es dann oftmals der Fakt, dass mich das vorgestellte Buch anspricht, oder ich es aktuell selbst lese. Der Einfluss der Bücher / Themen auf anderen Blogs schlägt sich eher auf meiner Wunschliste und in meinen Neuzugängen nieder.

Wie entscheidend ist für die die Aktualität eines Buches? Schreibst du lieber über aktuelle Bücher oder ist der Erscheinungszeitpunkt egal?

Ein Buch muss nicht aktuell sein, um von mir besprochen zu werden. Ob ich ein Buch bespreche, entscheidet sich oft schon während des Lesens – falls es sich nicht um ein Rezensionsexemplar handelt. Wenn das Buch passt und ich etwas zu sagen habe, dann wird es besprochen, unabhängig davon ob es einen Monat oder hundert Jahre alt ist.

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3 Gedanken zu „[Leserleben] Wie läuft das mit dem Bücherbloggen?“

  1. Bei „Es kommt darauf an“ musste ich lachen. :-) Tatsächlich ein Antwort-Klassiker des Steuerrechts. Und auch in AWL nie wirklich verkehrt. ;-)

  2. Hey!
    Ich finde es immer sehr spannend, näheres über das Bloggerverhalten anderer zu erfahren :)
    Am liebsten schreibe ich auch bei WordPress direkt. Daneben nutze ich eine Notizdatei am Handy, das klappt bei mir tatsächlich besser, als normale schriftliche Notizen. Und ich kann auch auf der Arbeit und unterwegs schneller was aufschreiben.
    Blogauszeiten hatte ich noch nie, aber es macht schon irgendwie Sinn, sich dafür Notfall-Beiträge abzulegen. Ich bin aber eher ein impulsiver Schreiber/Blogger – drauf los schreiben, veröffentlichen :-D Manchmal zwei Beiträge am Tag, manchmal 3-4 Tage nix.

    Liebe Grüße,
    Nicci

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