[Rezension] Kendare Blake: Three Dark Crowns

In every generation on the island of Fennbirn, a set of triplets is born: three queens, all equal heirs to the crown and each possessor of a coveted magic. Mirabella is a fierce elemental, able to spark hungry flames or vicious storms at the snap of her fingers. Katharine is a poisoner, one who can ingest the deadliest poisons without so much as a stomach-ache. Arsinoe, a naturalist, is said to have the ability to bloom the reddest rose and control the fiercest of beasts. But becoming the Queen Crowned isn’t solely a matter of royal birth. Each sister has to fight for it. And it’s not just a game of win or lose . . . it’s life or death. The night the sisters turn sixteen, the battle begins. The last queen standing gets the crown. (Inhaltsangabe: Pan Macmillan)

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Kendare Blake wurde in Seoul, Korea, geboren, lebt aber heute in Kent, Washington. Bevor sie ihre Leidenschaft, das Schreiben, zum Beruf machte, studierte sie Creative Writing in London. Hierzulande bekannt ist sie vor allem für ihr Romandebüt „Anna im blutroten Kleid“ („Anna Dressed in Blood„), welches bei Heyne erschienen ist. „Three Dark Crowns“ ist erschien 2016 auf dem englischsprachigen Buchmarkt, und wird 2017 von Penhaligon als „Der schwarze Thron: Die Schwestern“ in Deutschland veröffentlicht.

Drei Schwestern zwischen Macht, Magie und Intrigen

Three Dark Crowns“ ist vielleicht nicht gerade High Fantasy, aber lässt sich definitiv dem fantastischen Genre zuordnen. Mit Fennbirn schafft Blake eine Insel, eingeschlossen vom Nebel, regiert von Königinnen, deren männlichen Gefährten auch nur das eine sind: Gefährten, ohne auch nur irgendeine Macht in Sachen Regierung zu haben.

Gewählt wird die regierende Königin aus Drillingen, nach deren Geburt sie zusammen mit ihrem Gefährten Fennbirn verlassen muss. Die drei Schwestern sind alle mit magischen und außergewöhnlichen Fähigkeiten ausgestattet, und dazu verdammt, an Beltane, nach ihrem sechszehnten Geburtstag, gegeneinander anzutreten. Die letzte Überlebende wird zur neuen Königin gekrönt.

Every gift is light and dark.
Kendare Blake: Three Dark Crowns

Was ein wenig nach Avalon klingt, entpuppt sich schnell als geschickt konstruiertes Machwerk voller Intrigen und Machtkämpfen. Gleich zu Beginn wird der Leser mitten hinein in die Welt von Fennbirn geworfen, ohne dass Blake sonderlich viele Erklärungen liefert. Doch hat man einmal die Fülle an Charakteren und Orten grob sortiert, steht dem Genuss des Romans nichts mehr im Wege.

Facettenreiche Charaktere und gekonnte Persektivwechsel vor düsterem Fantasy-Setting

Blake bewegt sich im Wechsel durch die Geschichten der drei Kandidatinnen für den Thron, und haucht hierbei allen drei Hauptcharakteren Leben ein. Obwohl weder Mirabella, Arsinoe noch Katherine durchweg sympathisch sind, sind sie und ihre Geschichten interessant genug, um den Leser bei Laune zu halten. Auch charakterlichen unterscheiden sich die drei Königinnen, auch wenn die Schubladen, in die sie gepackt werden, zunächst vielleicht etwas klischeehaft wirken. So ist da zum einen die fast schon jungenhafte, sture Arsinoe, die mädchenhafte, warmherzige Mirabella, und die ruhige, schüchterne, unsichere Katherine. Dank der mit ihnen verknüpften Hintergrundgeschichten und der Nebencharaktere werden alle drei aber zu gleichwertig interessanten Teilen der Geschichte.

Three Dark Crowns“ ist keinesfalls weich und romantisch. Blake schreibt in prägnanten, kurzen Sätzen, die sich perfekt in das dunkle und kalte Bild von Fennbirn und dem Schicksal der zukünftigen Königinnen einreihen. Der Erzählstil selbst, bei dem sich Blake nicht der Allzweckwaffe Ich-Perspektive bedient, sondern aus der Sicht einer dritten Person schreibt, baut eine zusätzliche Distanz auf, die sich aber nicht negativ auswirkt, im Gegenteil. Stattdessen unterstreicht dieses Erzählmittel die Hilflosigkeit der drei Mädchen, und die Ausweglosigkeit der gesamten Situation.

No one really wishes to be a queen.
Kendare Blake: Three Dark Crowns

Mit „Three Dark Crowns“ liefert Kendare Blake einen gelungen Auftakt für ihr neue Reihe, der zwar noch einige Fragen offen lässt, aber definitiv Lust auf mehr macht. „Three Dark Crowns“ bietet interessante Charaktere, ein fantastisches Setting, Intrigen, Machtkämpfe, und Magie. Die perfekte Mischung.

Three Dark Crowns von Kendare Blake
432 Seiten (Paperback)
Verlag: Macmillan Children’s Books
Erschienen: September 2016
ISBN: 9781509804559

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4 Gedanken zu “[Rezension] Kendare Blake: Three Dark Crowns

  1. Vielen Dank für die schöne Rezension. Da ich mich gerade erst mit den aktuellen Titeln der Fantasy-Szene vertraut mache, ist es hilfreich differenzierte Besprechungen wie diese zu lesen.

  2. Irgendwie scheint dieses Buch im Moment auf jedem einzelnen SuB zu liegen oder schon gelesen worden zu sein. Es begegnet mir gefühlt jeden Tag irgendwo, ob nun auf Instagram oder in meinem Feed-Reader.
    Ich habe von Kendare Blake vor einiger Zeit „Anna dressed in Blood“ gelesen und fand es total super. Von daher würde mich ihr neues Werk schon reizen, aber ich habe so meine Probleme mit Fantasy-Romanen. Aber die Rezensionen, die ich bisher gesehen habe, waren allesamt positiv, vielleicht wäre es also mal einen Versuch wert? Deine Meinung ermutigt sich jedenfalls, das Buch zumindest auf meine Wunschliste zu setzen 😉

    Liebe Grüße
    Sas

  3. Hin und wieder bin ich schon über den Titel gestoßen. Wobei ich ihn immer mit einer anderen Reihe verwechselt habe. Deine Rezension ist gut gelungen und lädt dazu ein, die drei Damen kennenzulernen.

    Alles Liebe
    Kani

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