[Rezension] Stephanie Garber: Caraval

caraval

Scarlett has never left the tiny island where she and her beloved sister, Tella, live with their powerful, and cruel, father. Now Scarlett’s father has arranged a marriage for her, and Scarlett thinks her dreams of seeing Caraval, the far-away, once-a-year performance where the audience participates in the show, are over.
But this year, Scarlett’s long-dreamt of invitation finally arrives. With the help of a mysterious sailor, Tella whisks Scarlett away to the show. Only, as soon as they arrive, Tella is kidnapped by Caraval’s mastermind organizer, Legend. It turns out that this season’s Caraval revolves around Tella, and whoever finds her first is the winner.
Scarlett has been told that everything that happens during Caraval is only an elaborate performance. But she nevertheless becomes enmeshed in a game of love, heartbreak, and magic with the other players in the game. And whether Caraval is real or not, she must find Tella before the five nights of the game are over, a dangerous domino effect of consequences is set off, and her sister disappears forever. (Synopsis: Macmillan)

~oOo~

Stephanie Garber wuchs in Kalifornien auf und unterrichtet dort Kreatives Schreiben. Unter ihren Studenten ist sie unter anderem bekannt für ihre Ausflüge zu Signierstunden. „Caraval“ ist Garbers Debüt im Young Adult Bereich.

„Dreams that come true can be beautiful, but they can also turn into nightmares when people won’t wake up.“
(Stephanie Garber: Caraval Seite 77)

Den wundervollen Covern von „Caraval“ – sowohl in der US als auch in der UK Edition sind die Bücher ein wahrer Augenschmaus – begegnet man auf den einschlägigen Social Media Plattformen als auch auf Blogs und Youtube in den letzten Wochen immer häufiger. Man möchte fast schon von Hype sprechen. Und obwohl ich sonst kaum gehypte Bücher so kurz nach dem Erscheinen bespreche, konnte ich diesmal einfach nicht umhin, ein paar Worte zu Garbers Roman zu verlieren.

Caraval“ entführt den Leser in ein historisch-fantastisches Setting, in eine Welt, die entfernt an das 18. Jahrhundert erinnert. So ist es nicht verwunderlich, dass sich Scarlett mit ihrer arrangierten Ehe zufrieden gibt. Schließlich machen die Briefe, die ihr Verlobter ihr schickt – dessen Namen sie nicht einmal kennt, da ihr Vater diesen Teil des Schriftverkehrs stets unkenntlich macht – einen positiven Eindruck und machen ihr Hoffnung, einen Weg fort von ihrem tyrannischen Vater zu finden. Für sich selbst, als auch für ihre Schwester Tella.

Zwei Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten

Wo Scarlett sich in ihr Schicksal ergibt, ist Tella die rebellische und versucht auf ihre eigene Art und Weise aus den Zwängen des Vaters auszubrechen. Seefahrer Julian und die langersehnte Einladung von Master Legend zu Caraval kommen da gerade recht.

Eigentlich erfüllt Tella genau die Kriterien, die man von den Heldinnen diverser Young Adult Romane kennt. Sie ist frech, mutig, geht Risiken ein, setzt ihren Willen durch und versucht sich ihrem Vater zu widersetzen. Scarlett hingegen ist eingeschüchtert und ängstlich, zweifelt alles an und zweifelt vor allem an sich selbst und ihren eigenen Entscheidungen. Eine Tatsache, die sich durch das gesamte Buch zieht, und dem Leser stets mit Aussagen im Sinne von „Was würde Tella tun?“ vor Augen geführt wird.

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Caraval: Zirkus meets Magie

Dabei ist die Welt von Caraval genau das, was sich Scarlett immer erträumt hat. Ein Spiel, ein Zirkus, eine magische Welt, in der Realität und Fiktion verschwimmen, in der Brücken sich plötzlich bewegen, in der Kleider sich der Stimmung entsprechend ändern, Uhren zu Türen werden und man die schönsten Dinge kaufen kann, indem man einfach einen Tag seines eigenen Lebens opfert.

Doch Caraval birgt trotz aller Schönheit, Faszination und Magie auch seine Schrecken. Denn wer sich zu sehr vom Schauspiel gefangen nehmen lässt, läuft Gefahr, den Bezug zur Realität zu verlieren. Nicht wenige Teilnehmer des Spiels haben über die Jahre ihren Verstand verloren.

Caraval ist ein wundervoll geschriebenes Werk mit einigen inhaltlichen Schwächen

Garber beschreibt ihre Welt, ihren Karneval, mit wunderschönen Wort und schafft es, ein Bild vor dem inneren Auge des Lesern entstehen zu lassen, und die Fantasie anzuregen. Vor allem der Stil der Autorin und die Welt, die sie schafft, trösten über die doch eher schwachen Charaktere hinweg. Tella bleibt bis auf wenige Augenblicke farblos, wohingegen Scarlett trotz ihrer stetigen Präsenz bis zum Ende hin ein Charakter ist, der nicht in der Lage zu sein scheint, eigene Entscheidungen zu treffen. Die Hoffnung, aus ihr könnte eine Person werden, die nun endlich die Chance ergreift und ihr Schicksal in ihre eigene Hand nimmt, zerschlägt sich leider etwas.

Caraval“ ist ein gelungenes Märchen, welches den Leser in eine spannende Welt entführt, die aber leider gemeinsam mit den Hauptcharakteren etwas verblasst. Kurzweilig und angenehm zu lesen ist Stephanie Garbers Werk aber trotz allem, und die Hoffnung besteht, dass die Charaktere im zweiten Teil mehr an Tiefe gewinnen.

Caraval von Stephanie Garber

Englische Ausgabe
402 Seiten (Paperback)
Verlag: Flatiron Books
Erschienen: Januar 2017
ISBN: 9781250141491

Deutsche Ausgabe
400 Seiten (Klappenbroschur)
Verlag: Piper
Erschienen: März 2017
ISBN: 978-3-492-70416-8

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6 Gedanken zu “[Rezension] Stephanie Garber: Caraval

  1. Tolle Rezi! Ich sitz grade an meiner und werd deine defintiv verlinken, wenn das okay ist 🙂
    Ein magisches Buch…

  2. Ahoy Katja,

    ich habe Caraval geliebt. Ja, die Protagonistin Scar war streckenweise ärgerlich zurückhaltend bis ängstlich, aber BAMM diese Atmopshäre, das Bizarre, all die Rätsel und Verstrickungen und die Magie… ich kann den zweiten Band kaum abwarten!!!

    Und auf der Website der Autorin habe ich ja auch gelesen, dass die Filmrechte verkauft sind?! OMG, das könnte ein grandioser Film werden!!! o.O

    Einen schönen 1. Mai noch und ich lasse mal frech meinen Link da, Mary ❤
    http://marys-buecherwelten.blogspot.de/2017/04/caraval-es-ist-nur-ein-spiel.html

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