[Rund ums Buch] Deutscher Buchpreis 2016: Die Longlist #dbp16

 

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Die Börsenverein des Deutschen Buchhandels Stiftung verleiht seit nunmehr 12 Jahren (10-jähriges Jubiläum fand 2014 statt) zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse den Deutschen Buchpreis für besten Roman in deutscher Sprache. Das Ziel des Preises ist es Aufmerksamkeit für deutschsprachige Autoren, das Lesen an sich und das Medium Buch zu schaffen. Insgesamt 98 Verlage aus Deutschland, Österreich und der Schweiz meldeten 156 Titel für den diesjährigen Buchpreis an.

Die Jury besteht in diesem Jahr aus Christoph Schröder (Sprecher der Jury, freier Autor und Kritiker, Dozent für Literaturkritik, Frankfurt am Main), Thomas Andre (Hamburger Abendblatt), Lena Bopp (Frankfurter Allgemeine Zeitung), Berthold Franke (Goethe-Institut Prag), Susanne Jäggi (Librium Bücher, Baden), Sabine Vogel (Berliner Zeitung) und Najem Wali (Autor und Kritiker, Berlin).

Buchpreis-Timeline:

  • 23. August – Bekanntgabe der Longlist
  • 20. September – Bekanntgabe der Shortlist
  • 17. Oktober – Preisverleihung

Von den nominierten Titeln stehen einige schon länger auf meiner Wunschliste und haben in Verlagsprogrammen mein Interesse geweckt (Thomas Melle, Philipp Winkler), oder sind Teil einer Reihe (Meyerhoff). Einen Großteil aber hatte ich, wie schon so oft, gar nicht auf dem Schirm, bzw. hätte andere Bücher erwartet. Das muss aber nichts heißen. ^^

Im Folgenden nehme ich die Bücher der Longlist einmal genauer unter die Lupe (wobei die Inhaltsangaben und Bilder von den Verlagsseiten bzw. der Webseite des Deutschen Buchpreises stammen). Also einfach auf Weiterlesen klicken. ^^

Die Bücher der Longlist

Akos Doma: Der Weg der Wünsche (Rowohlt Berlin)
Es beginnt mit einem Kindergeburtstag im Kreis der Familie, doch nicht nur die Kirschbäume werfen ihren Schatten: Für die Eltern Teréz und Károly ist das Leben im sozialistischen Ungarn unerträglich geworden. Niemand darf von ihren Fluchtplänen erfahren – schon gar nicht die Kinder Misi und Borbála, die einem Urlaub am Plattensee entgegenfiebern und sich bald wundern müssen, als der geliebte See am Fenster vorbeifliegt. Mit viel Wagemut schaffen es die vier über die Grenze nach Italien – dort stellt sie der sich endlos dehnende Sommer im desolaten Auffanglager auf eine Probe, die keinen von ihnen unberührt lässt.

Erster Eindruck: Nicht ganz hundertprozentig mein Fall, aber bestimmt kein schlechtes Buch und mit seiner Thematik definitiv aktuell.

apollokalypseGerhard Falkner: Die Apollokalypse (Berlin Verlag)
Georg Autenrieth ist eine zwielichtige Gestalt in zwiegesichtigen Zeiten, immer wieder taucht er auf in Berlin, der Mann aus Westdeutschland, hält Kontakt mit der Szene, durchsucht die Stadt und zelebriert Laster, Lebensgier und Liebeskunst. Wohin aber verschwindet er dann? Wer ist der »Glasmann«? Und welche Rolle spielen seine Verbindungen zur RAF? Gerhard Falkners »Apollokalypse« ist ein Epochenroman über die 80er und 90er Jahre. Dem Vergeuden von Jugend, der Ausschweifung jeglicher Couleur und der Hypermobilität stellt er einen rauschhaften Rückverzauberungsversuch der Welt entgegen.

Erster Eindruck: Der Titel ist super, auch das Coverdesign. Allein optisch würde ich dem Buch im Laden meine Aufmerksamkeit schenken. Und es klingt auch noch gut. Wandert einfach mal auf meine Wunschliste.

muenchenErnst-Wilhelm Händler: München (S. Fischer Verlag)
Thaddea, Anfang 30, sehr wohlhabend, hat ihr Leben unter Kontrolle. Sie besitzt zwei spektakuläre Häuser in Grünwald und Schwabing und setzt ihre ersten Schritte in ein Leben als freie Therapeutin. Doch als ihre beste Freundin Kata sie mit ihrem Freund Ben-Luca betrügt, stürzt sie in ein Gefühlschaos. Sie beschließt, sich von beiden zu trennen, und nähert sich stattdessen Pimpi an, Ben-Lucas bestem Freund. Sie besucht Empfänge und Events der Münchner Society: die Party eines Fernsehproduzenten, eine Ausstellungseröffnung auf Schloss Herrenchiemsee. Der Schmerz bleibt. Hochsensibel beginnt sie zu erkunden, wo das eigene Ich die Welt berührt.

Erster Eindruck: Bei der Bezeichnung Gesellschaftsroman war ich eigentlich schon raus, aber die Inhaltsangabe macht mich neugierig. Mehr als neugierig.

fremde seele dunkler waldReinhard Kaiser-Mühlecker: Fremde Seele, dunkler Wald (S. Fischer Verlag)
Alexander kehrt von seinem Auslandseinsatz als Soldat internationaler Truppen in die Heimat zurück. Seine Unruhe treibt ihn bald wieder fort. Sein jüngerer Bruder Jakob führt unterdessen den elterlichen Hof. Als sich sein Freund aufhängt, wird Jakob die Schuldgefühle nicht mehr los. Der Vater fabuliert von phantastischen Geschäftsideen, während er heimlich Stück für Stück des Ackerlandes verkaufen muss. Eine zeitlose und berührende Geschichte von zwei Menschen, die nach Rettung suchen.

Erster Eindruck: Hat jemand mal das Autorenfoto gesehen? Und jetzt fragt nochmal wie ich das Buch finde. 😉 Nein, nochmal ganz ehrlich: Klingt richtig gut, und ich mag das Coverdesign.

widerfahrnisBodo Kirchhoff: Widerfahrnis (Frankfurter Verlagsanstalt)
Reither, bis vor kurzem Verleger in einer Großstadt, lebt nun in einem idyllischen Tal am Alpenrand. Von dort beginnt eine unerwartete Reise bis nach Sizilien. Die, die ihn an die Hand nimmt, ist Leonie Palm, zuletzt Besitzerin eines Hutgeschäfts; sie hat ihren Laden geschlossen, weil es an Hutgesichtern fehlt, und er seinen Verlag dichtgemacht, weil es zunehmend mehr Schreibende als Lesende gibt. Als dann nach drei Tagen im Auto am Mittelmeer das Glück über sie hereinbricht, schließt sich ihnen ein Mädchen an, das kein Wort redet.

Erster Eindruck: Klingt ein wenig nach Roadtrip, zweitem Frühling usw. Nicht so ganz meins, auf den erster Blick.

skizze eines sommersAndré Kubiczek: Skizze eines Sommers (Rowohlt Berlin)
1985, Potsdam, große Ferien. Doch der sechzehnjährige René bleibt dieses Jahr zu Hause. Die Mutter ist tot, der Vater in der Schweiz; er lässt René tausend Mark da, die er brüderlich mit seinen Freunden Dirk, Michael und Mario teilt. Dies ist, und das spüren sie alle vier, ein Sommer, wie es ihn nie wieder geben wird für sie. Die Jungs streifen durch die heiße, urlaubsleere Stadt und sitzen in Cafés herum, während sie darum wetteifern, besonders geistreich zu sein. Bei alledem geht es doch vor allem um eines: darum, das richtige Mädchen zu finden.

Erster Eindruck: Sommer, Sonne, die Achtziger-Jahre, Freundschaft, Liebe. Immer wieder Themen, die super funktionieren, aber mich noch nicht so ganz für das Buch erwärmen können.

die erziehung des mannesMichael Kumpfmüller: Die Erziehung des Mannes (Kiepenheuer & Witsch)
Georg, Student der Musikwissenschaft und angehender Komponist, ist Mitte zwanzig, als eine neue Frau kennenlernt. Sie wird etwas in ihm lösen, mit ihr wird er ins Leben aufbrechen, Kinder bekommen und doch keine glückliche Ehe führen. Er wird sich fragen, woran das liegt, was sein autoritärer Vater damit zu tun hat, der ein Patriarch alter Schule ist und die Familie durch diverse Affären ruiniert, und er wird einen großen Schritt in eine neue Liebe wagen. Doch frei ist Georg nicht mehr, denn er bleibt Vater von drei Kindern, die am Ende zur Liebeskonstante in seinem Leben werden. Über sie wird er sich seiner selbst bewusst, und an ihnen hält er fest, als sich alles andere aufzulösen scheint.

Erster Eindruck: Mmm.. ja, doch. Könnte etwas sein. Werde aber mal noch auf die ersten Eindrücke der Leserschaft warten bevor ich ein komplettes Urteil fälle.

drehtürKatja Lange-Müller: Drehtür (Kiepenheuer & Witsch)
Asta ist nach 22 Jahren im Dienst internationaler Hilfsorganisationen am Münchner Flughafen gestrandet. Von den Kollegen weggemobbt aus der Krankenstation in Nicaragua, wo sie zuletzt tätig war, steht sie neben einer Drehtür und raucht. Sie weiß nicht, wie es weitergehen soll. Einigermaßen wohl fühlt sie sich nur, wenn sie gebraucht wird. Und wer könnte sie, die ausgemusterte Krankenschwester, jetzt noch brauchen? Während Asta über sich nachdenkt, beobachtet sie ihre Umgebung – und meint, Menschen wiederzuerkennen, denen sie im Laufe ihres Lebens begegnet ist.

Erster Eindruck: Eines der Bücher, das schon vor der Nominierung auf meiner Wunschliste stand. Finde das Konzept einfach richtig gut und interessant.

die witwenDagmar Leupold: Die Witwen (Jung und Jung)
Witwe ist keine der vier Frauen, von denen hier erzählt wird. Dazu wären sie vielleicht auch noch zu jung. Aber zu Witwen fehlen ihnen vor allem die Männer. Nur die eine, Penny, war verheiratet. Ist verheiratet? Der Mann ist verschwunden, und so lebt sie mit Sohn und Schwiegereltern abgelegen am Moselstrand zwischen Weinbergen. Nicht allein, ihre drei Freundinnen (Beatrice, Dodo und Laura) sind ihr von Berlin in die Provinz gefolgt. Sie beschließen eines Tages, große Fahrt zu machen, aufzubrechen. Sie mieten sich einen Wagen und suchen per Anzeige jemanden, der sie fährt. Dass sie unterwegs eine Panne haben, wird zu unserem Glück. Und zum Glück ihres Chauffeurs, der auch etwas vermisst. Die vier beginnen zu erzählen, ihm, den anderen, sich selbst.

Erster Eindruck: Vier Frauen auf großer Selbstfindungsreise, oder so ähnlich. Soll jetzt nicht negativ klingen, denn an sich mag ich das Konzept. Und das Cover ist auf jeden Fall ein Hingucker!

das pfingstwunderSibylle Lewitscharoff: Das Pfingstwunder (Suhrkamp Verlag)
Der Ort ist prachtvoll, die Stimmung aufgeräumt: Renommierte Dante-Gelehrte aus aller Herren Länder tagen im altehrwürdigen Saal der Malteser auf dem römischen Aventin, mit Blick auf den Petersdom. Im Mittelpunkt steht die Göttliche Komödie, Dantes realismusgetränkter Einblick in die Welt nach dem Tod. Einer der eifrig Debattierenden ist Gottlieb Elsheimer, Frankfurter Romanist und nach eigener Einschätzung eher ein Kandidat fürs Fegefeuer als fürs Paradies. Bei aller Leidenschaft für den Forschungsgegenstand scheint ihm das zunehmend ausgelassene Verhalten der Kollegen seltsamer und seltsamer. Als die Kirchenglocken das Pfingstfest einläuten, bahnt sich ein Ereignis unbegreiflicher Art an.

Erster Eindruck: Dante? Oh ja bitte!! Würde ich unbedingt lesen wollen!

die welt im rueckenThomas Melle: Die Welt im Rücken (Rowohlt Berlin Verlag)
«Wenn Sie bipolar sind, hat Ihr Leben keine Kontinuität mehr. Die Krankheit hat Ihre Vergangenheit zerschossen, und in noch stärkerem Maße bedroht sie Ihre Zukunft. Mit jeder manischen Episode wird Ihr Leben, wie Sie es kannten, weiter verunmöglicht. Die Person, die Sie zu sein und kennen glaubten, besitzt kein festes Fundament mehr. Sie können sich Ihrer selbst nicht mehr sicher sein. Und Sie wissen nicht mehr, wer Sie waren.»
Thomas Melle leidet seit vielen Jahren an der manisch-depressiven Erkrankung, auch bipolare Störung genannt. Nun erzählt er davon, erzählt von persönlichen Dramen und langsamer Besserung – und gibt einen außergewöhnlichen Einblick in das, was in einem Erkrankten so vorgeht. Die fesselnde Chronik eines zerrissenen Lebens, ein autobiografisch radikales Werk von höchster literarischer Kraft.

Erster Eindruck: Stand schon vorher auf meiner Wunschliste, seitdem ich in den Verlagsvorschauen darüber gestolpert bin. Will ich unbedingt lesen!

ach diese lücke diese entsetzliche lückeJoachim Meyerhoff: Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke (Kiepenheuer & Witsch)
Die Kindheit auf dem Gelände einer riesigen Psychiatrie und das Austauschjahr in Amerika liegen hinter ihm, die Schulzeit hat er überstanden, als vor dem Antritt des Zivildienstes das Unerwartete geschieht: Joachim wird auf der Schauspielschule in München angenommen und zieht zu seinen Großeltern in die großbürgerliche Villa in Nymphenburg. Aus dem Kontrast zwischen großelterlichem Irrsinn und ausbildungsbedingtem Ich-Zerfall entstehen die den Erzähler völlig überfordernden Ereignisse – und gleichzeitig entgeht ihm nicht, dass auch die Großeltern gegen eine große Leere ankämpfen, während er auf der Bühne sein Innerstes nach außen kehren soll und dabei oft grandios versagt.

Erster Eindruck: Ich muss und will noch die Vorgänger zu diesem Buch lesen, aber ich finde es ganz toll, dass dieses Buch es auf die Longlist geschafft hat!

am randHans Platzgumer: Am Rand (Paul Zsolnay Verlag)
Schon immer lagen der Tod und das Glück für Gerold Ebner nah beieinander. Als Kind hat er seinen ersten Toten gesehen. Friedlich entschlafen vor dem Fernseher. Später hat er zwei Menschen eigenhändig den Tod gebracht: Er konnte nicht mehr mitansehen, wie der Großvater die Mutter terrorisierte, und erlöste den besten Freund von seinem Leiden, weil dieser ihn darum gebeten hat. Doch ist er damit zum Mörder geworden? Oder hat er nur konsequent den Menschen, die ihm nahestanden, geholfen? Noch einmal entscheidet sich Gerold gegen das Gesetz und findet so sein eigenes Glück, das ihm der Tod wieder nimmt.

Erster Eindruck: Leben und Tod. Schicksal und eigene Entscheidungen. Eine etwas andere Lebensgeschichte, die ich wirklich interessant finde. Neues Wunschlistenfutter.

ein langes jahrEva Schmidt: Ein langes Jahr (Jung und Jung)
Da ist Benjamin zum Beispiel. Er lebt mit seiner Mutter allein, die Wohnung in der Siedlung am See ist klein, den Hund, den er gerne hätte, kriegt er nicht. Als er seinem Freund Joachim davon erzählt, will der sich einen schenken lassen, am besten zwei, aber Benjamin findet, Hunde sind fast wie Menschen und kein Geschenk.
Eines Tages begegnet Benjamin Herrn Agostini, einem alten Mann aus der Nachbarschaft, auch er wollte sein Leben lang einen Hund. Jetzt hat er endlich einen, Hemingway heißt er. Aber Herr Agostini ist nicht mehr gut auf den Beinen, er weiß nicht, was aus »Hem« werden soll. Ähnlich wie Karin, die gerne wüsste, wer sich um ihren Hund kümmert, wenn ihr was zustößt, wie sie sagt. Karin ist krank, sie hat Schmerzen, niemand weiß davon. Im Baumarkt kauft sie eine Leiter, vom Nachbarn borgt sie eine Bohrmaschine…

Erster Eindruck: Klingt nach viel Stoff, aber die Inhaltsangabe überzeugt mich jetzt nicht auf Anhieb.

rauschzeitArnold Stadler: Rauschzeit (S. Fischer Verlag)
Alain und Mausi, beide vierzig und seit 15 Jahren miteinander verheiratet, sind in der Mitte des Lebens angekommen. Es ist das Jahr 2004. Die Liebe haben sie hinter sich – jetzt beginnt »die vegetarische Zeit ihres Lebens«. Als eine gemeinsame nahe Freundin stirbt, reißen bei beiden alte Wunden auf – und die Erinnerung an einen Sommer an der französischen Atlantikküste, an dem ihre Jugend endgültig zu Ende war. Jetzt, mehr als 20 Jahre danach, begegnet Alain seiner großen Liebe Babette wieder. Und Mausi verliebt sich schlagartig in einen blonden Dänen, der sich in der Oper neben sie setzt.

Erster Eindruck: Der Name des Buches scheint Programm zu sein. Lebensgeschichten und Liebesgeschichten klingen immer nach einer Art Rausch. Eventuell etwas für mich, bin mir aber nicht so sicher.

weit über das landPeter Stamm: Weit über das Land (Deuticke Verlag)
Ein Mann steht auf und geht. Einen Augenblick zögert Thomas, dann verlässt er das Haus, seine Frau und seine Kinder. Mit einem erstaunten Lächeln geht er einfach weiter und verschwindet. Er wird verschwunden bleiben. Astrid, seine Frau, fragt sich zunächst, wohin er gegangen ist, dann, wann er wiederkommt, schließlich, ob er noch lebt. ›Weit über das Land‹ ist ein Roman, der die alltäglichste aller Fragen stellt: Die nach dem eigenen Leben.

Erster Eindruck: Kurz und schmerzlos in seiner Beschreibung, doch das Buch macht neugierig. Definitiv. Ich denke, den Roman werde ich im Auge behalten.

mein vater war ein mann an landMichelle Steinbeck: Mein Vater war ein Mann an Land und im Wasser ein Walfisch (Lenos Verlag)
Die phantastische Reise der Loribeth beginnt als Flucht: mit einem Koffer und einem toten Kind darin. All ihre Probleme würden sich lösen, so die Prophezeihung, wenn sie den Koffer zu ihrem Vater bringe. Ständig hungrig und allein, verliebt sie sich in alle jungen Wesen, die ihr etwas Essbares anbieten, doch unerwartete Begegnungen und Katastrophen zwingen sie stets weiterzuziehen – bis der Koffer seinen Bestimmungsort findet und Loribeths Blick sich verändert: Das Magische geht ins Reale über. Aber das langersehnte Leben im Kreis der neuen Freunde ist öd; nichts passiert. Um ein wenig Magie zurückzuholen, wird wild gefeiert, doch Loribeth kann nicht aufhören zu fragen: Soll das nun alles sein?

Erster Eindruck: Wie super ist denn bitte der Titel dieses Romans? Und inhaltsmäßig hat es auch mein Interesse geweckt, das hübsche kleine Werk mit dem ungewöhnlichen und daher auffälligen Cover.

die verteidigung des paradiesesThomas von Steinaecker: Die Verteidigung des Paradieses (S. Fischer Verlag)
Er möchte ein guter Mensch sein. Aber Heinz lebt in einer Welt, die Menschlichkeit nicht mehr zulässt. Deutschland ist verseucht und verwüstet, Mutanten streifen umher, am Himmel kreisen außer Kontrolle geratene Drohnen. Zusammen mit seinem besten Freund, einem elektrischen Fuchs, dem Fennek, wächst Heinz in einer kleinen Gruppe Überlebender in den Bergen auf. Er nimmt sich vor, die verlorene Zivilisation zu bewahren, sammelt vergessene Wörter und schreibt die Geschichte der letzten Menschen. Doch was nützen Heinz Wissen und Kunst jetzt noch? Da gibt es plötzlich das Gerücht, weit im Westen existiere ein Flüchtlingslager. Und die Gruppe bricht auf zu einem mörderischen Marsch ins vermeintliche Paradies.

Erster Eindruck: Dunkle Zukunftsmusik, ein wenig Sci-Fi- und Endzeitatmosphäre. Will ich lesen!

weshalb die herren seesterne tragenAnna Weidenholzer: Weshalb die Herren Seesterne tragen (Matthes & Seitz Berlin)
Karl, ein pensionierter Lehrer, macht sich eines Tages auf, herauszufinden, was das Glück sei. Einen nur leicht veränderten Fragebogen im Gepäck, mithilfe dessen das ›Bruttonationalglück‹ in Bhutan ermittelt wird, lässt sich der Glücksforscher in einem schneelosen Skiort nieder, dessen Bewohner er nun in unbekanntem Auftrag nach ihrer Lebenszufriedenheit befragen will. Das Hotel Post, in dem Karl als einziger Gast unterkommt, wird bewirtschaftet von einer namenlosen Frau und ihrer Hündin Annemarie. Von hier aus beginnt er seine Forschungen, unterbrochen von konfliktgeladenen Telefongesprächen mit seiner Frau Margit. Bald erhält seine Reise Züge einer Flucht, und der Fragende wird unmerklich zum Objekt der Befragung anderer.

Erster Eindruck: Wenn man in der Stimmung für ein Buch dieser Art ist, dann ist dieser Roman bestimmt keine schlechte Wahl. Ich bin mir noch nicht so sicher, behalte es aber im Auge.

hoolPhilipp Winkler: Hool (Aufbau Verlag)
Jeder Mensch hat zwei Familien. Die, in die er hineingeboren wird, und die, für die er sich entscheidet. HOOL ist die Geschichte von Heiko Kolbe und seinen Blutsbrüdern, den Hooligans. Philipp Winkler erzählt vom großen Herzen eines harten Jungen, von einem, der sich durchboxt, um das zu schützen, was ihm heilig ist: Seine Jungs, die besten Jahre, ihr Vermächtnis. Winkler hat einen Sound, der unter die Haut geht. Mit HOOL stellt er sich in eine große Literaturtradition: Denen eine Sprache zu geben, die keine haben.

Erster Eindruck: Auf meiner Wunschliste, seitdem es im Verlagsprogramm vorgestellt wurde. Ich find es toll, dass Hool es auf die Longlist geschafft hat!

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2 Gedanken zu “[Rund ums Buch] Deutscher Buchpreis 2016: Die Longlist #dbp16

  1. Huhu,

    ach wie schön, dank dir hab ich jeztt endlich mal alle LonglistBücher durchgelesen. Das wollte ich schon seit ein paar Tagen endlich mal machen. Ach je, da steigt die Wunschliste aber wieder an – mich Interessiert vor allem Der Weg der Wünsche, Hool, Am Rand, Drehtür, Fremde Seele dunkler Wald, und ganz dringend auch die Welt im Rücken, nachdem ich persönlich jemanden kenn, der eine bipolare Störung hat. Bei Meyerhoff weiß ich nicht so genau..da hatte ich den ersten TEil gelesen, der mich nicht ganz überzeugte, aber dieser soll viel besser sein, also vielleicht doch 😀

    glg Franzi

    • Hool, Am Rand (lese ich gerade), Drehtür und Fremde Seele dunkler Wald sind auch meine Favoriten. Und natürlich Die Welt im Rücken. Hach, so viele Bücher, und so wenig Zeit zum Lesen und dann der Regalplatz und vom Geld reden wir mal gar nicht, aber Essen kaufen ist überbewertet. Ich kann auch von Nudeln leben ^^

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