[Rezension] Sebastian Kühn: Das Handbuch für digitale Nomaden – Selbstbestimmt leben, ortsunabhängig arbeiten

das handbuch für digitale nomaden

Jeder, der selbstbestimmt und ortsunabhängig arbeiten möchte, muss sich – anders als in einem herkömmlichen Angestelltenverhältnis – ganz besonderen Herausforderungen stellen: Welche Auswirkungen hat dies auf den Alltag? Welche bürokratischen und auch ganz praktischen Hürden gilt es zu überwinden? Was muss beispielsweise bei Versicherungen, Erreichbarkeit und Steuer beachtet werden?

Sebastian Kühn hat den Schritt in die ortsunabhängige Selbstständigkeit erfolgreich geschafft und hilft mit seinem Buch nun anderen dabei, das zu erreichen, was er bereits lebt. In seinem Handbuch für digitale Nomaden berichtet er – und viele andere digitale Nomaden – von seinen Erfahrungen und bietet ein praxisbezogenes Nachschlagewerk, um den Traum vom ortsunabhängigen Arbeiten mit einem guten Plan in der Hinterhand umzusetzen. (Inhaltsangabe: Redline Verlag)

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Sebastian Kühn arbeitet seit 2012 als ortsunabhängiger Unternehmer, unter anderem in Shanghai. Über Freelancing, den Aufbau einer Marketingagentur bis hin zum Erstellen von Informationsprodukten ist so einiges auf seinem Lebenslauf vertreten. Heute berät er Menschen – über seinen Blog Wireless Life, eine Onlinecommunity und persönliche Veranstaltungen – dabei, ihren eigenen, selbstbestimmten Lebensweg zu finden.

„Ich gebe zu, dass eine ungewisse Zukunft beängstigend sein kann. Vor allem, wenn man nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere Menschen verantwortlich ist.“
(Seite 29)

Das Wichtigste gleich zu Beginn: „Das Handbuch für digitale Nomaden“ bietet viel mehr Inhalt, als es im ersten Moment scheinen mag! Und das ist auch gut so, denn die Welt des Online Marketings, der Internet Start-Up-Firmen und die Gesamtheit der Social Media Jobs wächst tagtäglich, und das ortsunabhängige Arbeiten wird für viele immer interessanter.

Sebastian Kühn spricht seine Leser in einem lockeren und leichten Ton an, spart sich das höfliche jedoch oft auch distanziert wirkende „sie“ oder das obligatorische „ihr“, um gleich mehrere Personen anzusprechen, und kommt mit einem simplen „du“ daher. Für einen Ratgeber dieser Art definitiv ein angenehmer und passender Ton.

„Der erste Schritt zu mehr Unabhängigkeit in deinem Leben beginnt definitiv in deinem Kopf. […] Wenn du nach mehr Freiheit strebst, musst du auch bereit sein, mehr Verantwortung für dich zu übernehmen.“
(Seite 25)

Schritt für Schritt erläutert Kühn, welche Voraussetzungen man benötigt um, wie es der Titel des Buches schon sagt, selbstbestimmt zu leben und ortsunabhängig zu arbeiten – ganz im Sinne des Begriffes des Lifestyle-Designers, wie er bereits in „Die 4-Stunden-Woche“ von Timothy Ferriss beschrieben wurde. Er macht bereits in seinem ersten Kapitel klar, wie wichtig es ist Verantwortung für sich und seine Ideen zu übernehmen sowie seine Finanzen im Blick zu haben, gleichzeitig aber auch Unsicherheiten zu akzeptieren. Denn wer ist schon perfekt?

Neben Erklärungen zu den inzwischen überall immer wieder auftauchenden Modewörtern Remote Worker, Freelancer, Infopreneur und Entrepreneur, geht Kühn im zweiten Viertel des Buches mehr in die Tiefe, ohne mit unverständlichem Fachjargon um sich zu werfen. Er gibt wertvolle Denkanstöße zum Erstellen eines Geschäftskonzeptes, zum Finden der persönlichen Nische, und auch zur Umsetzung und Optimierung dieser Ideen und Konzepte.

„Du brauchst kein außergewöhnliches Expertenwissen, sondern musst dich gut verkaufen können und deine Nische clever auswählen. Orientiere dich dabei nicht nur an deinen Fähigkeiten, sondern auch am Bedarf.“
(Seite 57)

All dies untermalt Kühn immer wieder mit kleinen Abschnitten über andere „digitale Nomaden“, die in Kurzinterviews Fragen zu den entsprechenden Themen beantworten, und vom Finden ihres perfekten Jobs erzählen.

Doch was Kühns Buch zu einem – in meinen Augen – wertvollen Ratgeber besonders auch für Existenzgründer macht, ist die zweite Hälfte des Buches. Hier werden die harten Fakten angesprochen: Rechtsform, Fördermittel, Gewerbeanmeldung, Versicherungen, Vorsorge, Steuern, Buchhaltung. Wichtige Themen, die bei all der Planung nie außer Acht gelassen werden sollten, und dank der lockeren Art des Autors nicht so trocken wirken, wie das zunächst den Anschein haben mag.

Zuletzt widmet sich Kühn dem Reisen – und letztendlich dem Auswandern an sich, gibt Ratschläge zu Arbeitsgenehmigungen, Visum und Ummeldungen, und zur Nachhaltigkeit, nicht nur das Reisen betreffend, sondern auch bezogen auf das unternehmerische Denken und Handeln.

„Als Unternehmer solltest du ganz besonders auf die Nachhaltigkeit deiner Entscheidungen achten. Du denkst langfristig, selbst wenn der merkliche Erfolg deiner Arbeit eine Weile auf sich warten lässt.“
(Seite 158)

Das Handbuch für digitale Nomaden“ ist ein toller Ratgeber für alle, die sich mit dem selbstständigen Arbeiten auseinandersetzen wollen, und bietet wertvolle Tipps für Interessierte und zukünftige Existenzgründer. Wer sich für dieses Thema erwärmen kann, sollte definitiv einen Blick riskieren.

Das Handbuch für digitale Nomaden von Sebastian Kühn
320 Seiten (Hardcover)
Verlag: Redline Verlag
Erschienen: Februar 2016
ISBN: 978-3-86881-624-2

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2 Gedanken zu “[Rezension] Sebastian Kühn: Das Handbuch für digitale Nomaden – Selbstbestimmt leben, ortsunabhängig arbeiten

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