[Rund ums Buch] How To Read More? oder: Wie schaffe ich es, mehr zu lesen?

Es gibt zahlreiche Blogposts zum Thema – zum Beispiel von Yvo – und noch mehr Youtube Videos die sich mit dem Thema How To Read More beschäftigen. Nennen wir es Gruppenzwang, Herdentrieb, Mitläuferei, aber natürlich muss ich hierzu auch meinen Senf dazugeben.

Für Ende Juni sagt meine Goodreads Statistik folgendes: 60 gelesene Bücher bisher für das Jahr 2016. Das sind, ganz einfach ausgedrückt, 10 Bücher pro Monat. Und ja, es sind kurze Werke dabei die sich auf weniger als 100 Seiten belaufen (gerade auch im Essay-Bereich) und ja, ich lese auch mal die eine oder andere Graphic Novel, aber zu 90% handelt es sich bei den 10 Büchern pro Monat um Bücher mit über 100 Seiten. Und ehrlich gesagt überrascht mich die Zahl selbst etwas.

Ich arbeite Vollzeit. Ich drücke zwei Tage die Woche die Schulbank, habe daher auch nach Arbeit und Schule Aufgaben zu erledigen, für Tests zu lernen. Das alles raubt die wertvolle Freizeit, und ab und an möchte man eben auch einfach mal einen Film schauen oder irgendetwas anderes machen als die Nase in ein Buch zu stecken. Klingt komisch, ist aber so. : ) Doch wie schaffe ich es, trotzdem so ‚viel‘ zu lesen (und dabei ignorieren wir mal mein Lesetempo, das vielleicht etwas schneller ist, aber das tut jetzt nicht direkt etwas zur Sache)? Lest selbst!

~oOo~

Punkt 1: Lesen soll Spaß machen!

Klar, manchmal wird das Lesen zur Pflicht. Wenn man Rezensionsexemplare auf dem SuB oder im Regal hat. Wenn man dieses eine geliehene Buch endlich einmal lesen muss weil der Besitzer schon nachfragt- das alles sind Dinge, die Druck ausüben und den Drang schaffen, dass gelesen werden „muss“. Das schlägt sich aber sehr auf die eigentliche Lesestimmung nieder – und letztendlich auch auf das Buch selbst. Im schlimmsten Fall kann so etwas zu einer Leseflaute führen. Deshalb, trotz aller Regeln, Tipps, und Leselisten: Spaß haben!

Punkt 2: Schaffe Abwechslung!

Das leidige Thema. Nur ein einziges Buch lesen, und erst dann ein neues anfangen, wenn man das alte beendet hat oder einfach mehrere Bücher durcheinander lesen? Letztendlich muss das jeder für sich selbst entscheiden. Ich war früher selbst ein Verfechter der Ein-Buch-nach-dem-anderen-Variante, bis ich mich in den Arbeitsalltag stürzen musste. Mit einer 40-Stunden-Woche wird Lesezeit kostbarer, da knapper. Kurzum: Inzwischen lese ich durcheinander. Nicht nur mehrere Bücher, sondern auch mehrere Genre. Manchmal klappt es mit dem einen Buch nicht, man legt es zur Seite, liest etwas anderes, und kehrt später wieder zum Ausgangspunkt zurück. Das klappt tatsächlich überraschend gut. ^^ (Und ganz wichtig: Du findest das Buch doof? Dann ab zur Seite damit. Deine Zeit ist zu wertvoll!) So habe ich auch meist ein Buch für den Hausgebrauch, ein Sachbuch, ein Buch für unterwegs, da ich oft nicht die schweren Wälzer mit mir herumschleppen will. Und das führt zum nächsten Punkt…

Punkt 3: Verschiedene Medien nutzen!

Ich weiß, nicht jeder mag Ebooks oder Hörbücher. Ich selbst hatte immer mit Audiobooks meine liebe Not, bin oft eingeschlafen oder war in Gedanken plötzlich ganz woanders, und habe die Hälfte nicht mehr mitbekommen. Inzwischen sieht das anders aus. Ich lese Ebooks, habe meinen Kindle oft dabei, ganz besonders auch wenn ich für mehrere Tage wegfahre und keinen Koffer voller Bücher mitschleppen will (schnell lesen ist Fluch und Segen zugleich). Und ich habe mir vor kurzem eine Halterung für mein Smartphone besorgt, um meine Hörbücher auch während dem Auto fahren hören zu können, ohne das Handy irgendwo festklemmen zu müssen, nur um es dann wieder zu suchen weil es doch nur rumrutscht. Ich höre nicht jeden Tag Hörbuch. Manchmal muss es eben einfach Musik und Mitsingen sein. Aber ich bin diesem Medium gegenüber offener geworden, sehr viel offener. Und es zahlt sich aus. : )

Punkt 4: Habe immer ein Buch dabei!

Eigentlich sollte dieser Punkt am Anfang stehen, aber dass zum Lesen ein Buch – egal in welcher Form – dabei sein sollte, ist doch klar.. oder? Anyway.. lies. Wann immer es geht. Du hast fünf Minuten Wartezeit? Buch raus! Es ist erstaunlich wie viel man in fünf Minuten tatsächlich lesen kann. Arzttermine sind perfekt dafür (das eigene Buch ist auch hygienischer als die vor Bakterien fast auseinanderfallenden Zeitschriften), genauso wie Friseurtermine, Bus-, Zug- und Straßenbahnfahrten, Werbepausen im TV – eigentlich alles bei dem man gezwungen ist zu warten. Ja, auch die Warteschlange im Supermarkt. Ich schleppe mein Buch sogar mit ins Bad, aber das muss jeder für sich entscheiden. : ) Nur: Wenn du einmal anfängst wann immer möglich zu lesen wirst du überrascht sein wie viele Gelegenheiten sich bieten.

Punkt 5: Feste Lesezeiten!

Jeder Mensch ist anders. Es gibt Leseratten, die schaffen es früh eine halbe Stunde eher aufzustehen um noch ein paar Zeilen zu lesen. Zu denen gehöre ich nicht. Abends dafür eine Stunde länger wach um noch zu lesen? Aber immer doch! In der Woche habe ich tatsächlich wenig Zeit zum lesen an sich, manchmal schaffe ich nicht mal eine Seite am Tag. Meine feste Lesezeit ist am Wochenende, nach der Hausarbeit. Samstag- und/oder Sonntagnachmittag kuschle ich mich mit meinem aktuellen Lesestoff auf mein Sofa, und versinke für ein paar Stunden quasi, ganz im Sinne meines Blognamens, zwischen den Seiten. Der Schwierigkeitsgrad hier ist tatsächlich das Einhalten dieser Lesezeiten. Nicht jeder akzeptiert, dass man einfach mal ein bisschen Ruhe zum lesen haben möchte – und nicht jeder Leser kann sich auf sein Buch konzentrieren, während direkt daneben vielleicht der Fernseher plärrt. Letztendlich muss man die ganz eigene perfekte Variante für sich finden, und auch mal auf seine Lesezeit bestehen!

Punkt 6: Statistiken und Ziele!

Wer viele Bücher besitzt, verliert ohne Liste (und ohne festes SuB-Regal) vielleicht tatsächlich irgendwann den Überblick. Meine Statistik führe ich über Goodreads. Jedes neue Buch kommt in mein Regal, jedes gelesene Buch wird auch entsprechend markiert, bewertet und gleich zusätzlich noch in ein Regal für das aktuelle Lesejahr gepackt. Vor allem bei Ebooks ist Goodreads (oder jede vergleichbare Datenbank) Gold wert, denn die sehe ich ja nie direkt im Regal stehen. Mein Ziel ist tatsächlich in erster Linie die Goodreads Reading Challenge, mit der ich mir ein realistisches Ziel fürs Jahr setze. Das kann als Ansporn dienen – wenn das Ziel, wie schon gesagt, realistisch ist – aber auch als Druckmittel – was am Ende eher nach hinten losgeht. Ansonsten gilt wie immer Punkt 1: Spaß haben!

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9 Gedanken zu “[Rund ums Buch] How To Read More? oder: Wie schaffe ich es, mehr zu lesen?

  1. Uh das ist ein wundervoller Beitrag.
    Auch ich habe viele Jahre immer ein Buch nach dem anderen gelesen, aber im letzten Monat habe ich zum ersten Mal ausprobiert mehree Bücher gleichzeitig zu lesen. Viel mehr habe ich dadurch nicht gelesen, jedoch hatte ich mehr Spaß an den Büchern, weil ich nur das gelesen habe, was ich wirklich lesen wollte.
    Für mein nächstes Schuljahr habe ich mir auch schon etwas vorgenommen: Immer ein Print und ein eBook lesen und den eReader immer in der Schule mit dabei zu haben.
    Vielleicht sollte ich mich dir anschließen und einen ähnlichen Beitrag verfassen 😀
    Lg 🙂

  2. Wow 10 Bücher pro Monat finde ich klasse. Manchmal schaffe ich nur zwei. Aber ich will mich da gar nicht stressen lassen, ich lese sehr langsam und muss manchmal Bücher auch mal sacken lassen. Ich finds nur schade, weil ich ja noch sooo viiiiel lesen möchte (geht uns wahrschl allen so). Bin gerade im Urlaub und auch hier schaffe ich niemals so viele Bücher wie einige andere. Brauche wirklich Ruhe und Frieden beim Lesen, komme leicht raus leider… Aber so Zeiten in denen man lange am Stück liest sind echt Gold wert, weil dann kommt man auch wirklich rein in die Story. Und während Wartezeiten kann ich auch super lesen! 🙂
    Schöner Beitrag 🙂

    • Danke ❤
      Ich hab mich früher immer ein klein wenig an den Lesemengen der anderen Blogger oder auch Youtuber gemessen, aber inzwischen mach ich das auch nicht mehr : ) Ich lese einfach vor mich hin, und wenn es nur 2 Bücher im Monat sind, dann ist das auch in Ordnung. Aber das Wechseln und mehreres durcheinander lesen hilft mir tatsächlich ziemlich gut. ^^

  3. Genausowenig wie ich momentan zum Buchlesen kam, kam ich zum Bloglesen – jetzt haben wir einen irgendwie echt ähnlichen Beitrag auf den Blogs O.O
    Vielleicht ist das gerade so eine Leseflauten/irgendwie zu viel zu tun-Zeit?

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