[Rezension] Richelle Mead: Soundless

soundlessFor as long as Fei can remember, there has been no sound in her village, where rocky terrain and frequent avalanches prevent residents from self-sustaining. Fei and her people are at the mercy of a zipline that carries food up the treacherous cliffs from Beiguo, a mysterious faraway kingdom.

When villagers begin to lose their sight, deliveries from the zipline shrink and many go hungry. Fei’s home, the people she loves, and her entire existence is plunged into crisis, under threat of darkness and starvation.

But soon Fei is awoken in the night by a searing noise, and sound becomes her weapon. (Inhaltsangabe: Penguin)

~oOo~

Die amerikanische Autorin Richelle Mead ist vor allem für die Vampire Academy – und Bloodlines-Reihe bekannt (beide Reihen umfassen jeweils sechs Bände), schrieb aber auch die Georgina Kincaid-Reihe (sechs Bände), Dark Swan (4 Bände) und Age of X (aktuell 2 Bände). „Soundless“ ist ihr erster Standalone und erschien im November 2015.

Ich liebe alles was ich bisher von Richelle Mead gelesen habe, daher waren die gestellten Erwartungen an „Soundless“ groß. Leider wurde das Buch diesen nicht ganz gerecht.

Die Idee eines Bergdorfes, abgeschnitten von der Umwelt und abhängig von Nahrungslieferungen via eines Förderbandes im Austausch für Metalle, die aus einer Miene auf dem Berg gewonnen werden, bietet Potential. Hinzu kommt der Fakt, dass die Dorfbewohner schon vor Generationen ihre Fähigkeit zu Hören eingebüßt haben, und sich nur mit Hilfe von Gebärdensprache verständigen. Eine solide und gute Grundidee, die das Buch auf den ersten Blick attraktiv macht.

Fei, Meads Heldin in „Soundless“ gehört zu den wenigen Privilegierten im Dorf. Ihre künstlerischen Fähigkeiten haben ihr und ihrer Schwester nach dem Tod ihren Eltern einen Ausweg geboten, um der harten Arbeit in der Mine zu entgehen. Jeden Tag malen sie die Ereignisse des Tages auf Leinwände, und präsentieren diese Nachrichten auf dem Versammlungsplatz des Dorfes. Wo früher Freude und Gutes zu sehen war, finden sich nun Berichte über Hunger und Blindheit. Denn immer mehr Minenarbeiter erblinden nach und nach und sind unfähig weiter ihrer Arbeit nachzugehen. Doch weniger Metalllieferungen bedeutet weniger Nahrung.

Für Fei nimmt diese Bedrohung noch eine ganz andere Gestalt an, als ihre Schwester zu erblinden droht. Als Fei nach einer Nacht voller wirrer Träume plötzlich Hören kann, und ihre Liebe aus Kindertagen, Li Wei, plötzlich wieder sehr deutlich in ihr Leben tritt, beginnt sie nach einem Ausweg zur Rettung ihres Dorfes zu suchen.

Gemeinsam mit Li Wei riskiert sie einen Abstieg hinunter ins Tal um ihr Dorf zu retten und – wie solle es auch anders sein – die erschreckende Wahrheit zu entdecken.

Mead gelingt es, das Nicht-Hören-Können auf verständliche Weise zu beschreiben, und gerade dieser Part machte für mich die anfängliche Faszination aus. Fei’s plötzlich wiederkehrende Fähigkeit zu Hören und ihre daraus resultierende Verwirrung ist greifbar, jedoch gewöhnt sie sich meiner Meinung nach viel zu schnell daran wenn man bedenkt, dass sie ihr ganzes Leben verbracht hat ohne je ein Geräusch wahrzunehmen. Die schnelle Abhandlung dieser Tatsache mag aber auch der eigentlichen Kürze des Buches geschuldet sein.

Hier liegt auch ein deutliches Problem. Denn obwohl einige Passagen gehetzt wirken, so hat „Soundless“ insgesamt seine Längen. Höhepunkte sind rar gesät und die großen Augenblicke, die Gefühle beim Leser wecken sollen, lassen – zumindest mich – überraschend kalt.

Einer der Gründe ist möglicherweise die Distanz, die während des gesamten Buches zwischen dem Leser und den Hauptpersonen bestehen bleibt. Fei ist wie viele von Meads Hauptcharakteren eine starke Heldin mit eigenem Kopf, die für ihre Ziele einsteht und sich aufopfert für die, die sie liebt, aber abgesehen davon bleibt sie leider recht farblos.

Ein weiterer Knackpunkt ist die Romanze zwischen Fei und Li Wei. Mead kann Romanzen schreiben, glaubhafte und wundervolle Romanzen, die eine Bereicherung sind für die Geschichten, die sie erzählt. In „Soundless“ allerdings wirkt die Liebesgeschichte eher aufgesetzt und erzwungen, obwohl die beiden Turteltauben sich schon seit Kindertagen kennen, den Kontakt aber abbrachen, als ihre unterschiedlichen Positionen im Dorf einen Keil zwischen sie trieben. Sehr viel Potential, das Mead leider verschenkt hat.

Soundless“ fehlt sie Magie und der Zauber, den Meads Romane und Charaktere normalerweise ausstrahlen. An sich ist „Soundless“ ein solider Roman, mit einigen Anleihen aus der chinesischen Mythologie und Kultur sowie einem Hauch Fantasy, den man aber keinesfalls als typisches Werk von Richelle Mead erkennen würde. Eine tolle Idee, die Umsetzung begeistert nur leider nicht so, wie ich es mir erhofft hatte.

Soundless von Richelle Mead
272 Seiten (Paperback)
Verlag: Puffin
Erschienen: November 2015
ISBN: 9780141364865

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