[Challenge] Let’s get classic – Auswertung

wpid-imag2001-1Ihr erinnert euch an die Let’s get classic Challenge von Yvo? Ja.. ich mich auch. Allerdings jetzt erst so wirklich denn ich hatte nicht mehr auf dem Schirm, dass ich zu den gelesenen Bücher für diese Challenge auch tatsächlich noch ein paar Zeilen schreiben muss. Ja, so kann es gehen.

Allerdings hat die liebe Yvo den Challenge-Teilnehmern noch einmal einen kleinen Aufschub gegeben (siehe LINK), ihren Abschlussbetrag einzureichen. Daher hier nun also meiner. ^^

the giverThe Giver von Lois Lowry

Jonas‘ world is perfect. Everything is under control. There is no war or fear or pain. There are no choices. Every person is assigned a role in the Community. When Jonas turns twelve, he is singled out to receive special training from The Giver. The Giver alone holds the memories of the true pain and pleasure of life. Now, it is time for Jonas to receive the truth. There is no turning back. (Inhaltsangabe: Goodreads)

The Giver (VÖ: 1993) wird von einigen als die Mutter der Dystopien gehandelt. Nicht ganz korrekt, dann u.a. Orwell’s Nineteen Eighty-Four war ein paar Jahre eher da (VÖ: 1949). Faszinierend ist hier aber, dass sich dieses Buch gezielt an ein jüngeres Publikum wendet und damit das Genre der Dystopie/Utopie für die Kinderbuchliteratur aufgreift.
Das von Lowry erdachte System erweißt sich als erschreckend realistisch, wenn man sich tiefer hineindenkt. Paare bekommen keine leiblichen Kinder mehr, stattdessen wird jeder Family Unit ein Junge und ein Mädchen zugeteilt. Im Alter von 8 Jahren wird den Kindern ihr Plüschtier genommen, mit 9 Jahren erhalten sie ein Fahrrad und mit 12 Jahren wird ihnen ihr Job zugeteilt. Ab diesem Punkt werden auch pubertäre Gefühle mit Hilfe von Pillen unterdrückt.
Eine Welt, die nicht zu futuristisch erscheint, im Gegenteil. The Giver kann sich als mögliche Zukunftsvision durchaus sehen lassen und ich finde es großartig dass dieses Buch als Kinder-/Jugendbuch geführt wird, denn ganz ohne sind die Entdeckungen, die Jonas macht, absolut nicht.
The Giver ist großartig, und bringt mich zumindest erneut dazu, diverse Dinge genauer zu hinterfragen und nicht alles als gegeben, gut und richtig hinzunehmen, sich selbst treu bleiben und sein eigenes Selbst bewahren.

house of usherThe Fall of the House of Usher von Edgar Allan Poe

In the autumn of some year, the nameless first-person narrator receives a desperate letter from his friend, Roderick Usher, begging him to come for a visit to alleviate his melancholy. They had been boyhood friends and Usher reaches out to his only acquaintance for help. He has some bodily illness and mental nervousness and longs for company. The narrator sets off at once by horseback to the gloomy country of the Usher family.

Eines meiner liebsten und wohl auch bekannstesten Werke von Poe (und wahrscheinlich auch eines der längsten). Ich kann gar nicht oft genug betonen wie sehr ich dieses Buch liebe.
Roderick’s Melancholie ist spürbar, und doch lässt sich nicht sagen ob das Haus seine Launen aufnimmt, oder aber ob das Haus selbst für die Depressionen verantwortlich ist. Nicht umsonst umschreibt der Erzähler das Haus und die Umgebung genau, scheint der Familiensitz Usher doch nicht von dieser Welt zu sein ein eine ganz eigene Kraft auszustrahlen.
Was ich als Botschaft aus diesem Buch mitnehme?
Nun, zum einen würde ich zu gerne so schreiben können wie Poe. Zum anderen gelingt es Poe hier, eine sehr düstere Geschichte zu schaffen, die doch einen überraschenden Einblick in die menschliche Psyche gewährt, mit Vorurteilen aufräumt und zeigt, dass es Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, die wir uns nicht erklären können, und meiner Meinung nach auch nicht müssen. Poe ist ein Wortkünstler, und es empfiehlt sich wirklich seine Werke in der Originalfassung zu lesen, seien es nun seine Geschichten oder Gedichte. Leichte Kost ist es nicht, aber auf jeden Fall bereichernd, wenn man sich denn darauf einlässt.

lady molly of scotland yardLady Molly of Scotland Yard von Emmuska Orczy

Lady Molly of Scotland Yard is a collection of short stories about Molly Robertson-Kirk, an early fictional female detective. The book contains all twelve Lady Molly adventures and is narrated by Lady Molly’s assistant Mary Granard.

Eine Sammlung von Kurzgeschichten ganz im Stil von Conan Doyle’s Sherlock Holmes, nur mit einer weiblichen Detektivin und ihrer Assistentin. Abklatsch? Nein, ganz und gar nicht. Im Gegensatz zum berühmten Sherlock Holmes, dessen Geschichten zum ersten Mal 1887 veröffentlicht wurden, bedient sich Lady Molly (VÖ: 1910) ganz den Waffen einer Frau. Aber nicht so wie man jetzt denken würde. Lady Molly erkennt im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen oft kleine Details, die sich im Haushalt der Betroffenen abspielen und zieht daraus ihre Schlüsse. Eine Besonderheit hier ist auch, dass es sich bei den Täter ausschließlich um Frauen handelt. Und eventuell auch, dass Mary, Lady Molly’s Assistentin, die ganz im Stile von John Watson die Fälle aufzeichnet, eine kleine größere Schwäche für ihre Arbeitgeberin hat.
Frauenpower wie sie im Buche steht, und doch ist Molly keine Frau, die sich einfach in einer Männerdomäne behaupten will, im Gegenteil. Sie hat ihre ganz eigenen Beweggründe, die sich im Laufe der Handlung erklären. Aber Lady Molly of Scotland Yard zeigt, dass Frauen mehr sind als nur schöne Ausstellungsstücke und dass man durchaus etwas erreichen kann wenn man will und die Umstände es zulassen.

the edible womanThe Edible Woman von Margaret Atwood

Ever since her engagement, the strangest thing has been happening to Marian McAlpin: she can’t eat. First meat. Then eggs, vegetables, cake, pumpkin seeds–everything! Worse yet, she has the crazy feeling that she’s being eaten. Marian ought to feel consumed with passion, but she really just feels…consumed. (Inhaltsangabe: Goodreads)

Ich kann gar nicht sagen wie froh ich bin, diese Autorin endlich für mich entdeckt zu haben.
Marian gibt viel zu viel auf die Meinung anderer, lässt sich oft unterbuttern und will nicht wie alle anderen ihrer Kolleginnen vor ihr als kleines Hausfrauchen ändern. Und doch scheint es genau das zu sein was ihr Verlobter Peter von ihr erwartet. Sie hat sich um den Haushalt zu kümmern während er Karriere macht. Und das obwohl er zunächst so sehr gegen eine Heirat ist, da er auf keinen Fall eine Frau möchte die ein einengt.
Kein Wunder also dass Marian unbewusst nach einem Ausweg sucht, den sie gewissermaßen in Duncan findet, einem jungen Mann den sie durch Zufall während der Arbeit kennenlernt und der sie zwingt, sich selbst zu hinterfragen, und der sie als einer der wenigen wirklich einschätzen zu können scheint.
Atwood präsentiert eine Vielfalt an Charakteren die neben Marian, Peter und Duncan Platz in der Geschichte finden. Die Feministin, die (wahrscheinlich) essgestörte Gebärmaschine die unfähig ist ihr Leben selbst zu regeln, Marian’s Kolleginnen usw. Sie alle wirken zunächst klar definiert, doch bald schon bröckelt die Fassade.
Schubladendenken wird widerlegt, niemand ist nur das was er nach außen hin zu sein scheint. Jeder hat sein Päckchen zu tragen, jeder kämpft am Ende entweder für seinen Traum oder lässt sich von vorgeschriebenem Verhalten einengen.
Atwood’s Buch ist fantastisch. Ich habe mich beim Lesen ständig selbst hinterfragt und mich teilweise sogar in Marian und einigen der anderen Charaktere wiedererkannt. Und neben grandiosen Charakteren lehrt The Edible Woman vor allem eines: Lass dich nicht von Konventionen einengen, sei wie du bist und nicht wie andere dich haben wollen, lass dich nicht unterkriegen.
In der heutigen Zeit eine genauso wichtige Botschaft wie damals in den 60ern, als das Buch erschienen ist.

the antigone poemsThe Antigone Poems von Marie Slaight

Passionate, brutal, and infused with extraordinary lyricism, The Antigone Poems provides a special expedition into the depths of the ancient Sophocles tragedy. The work’s obsessive, ritualistic and ultimately mysterious force brings into sharp focus the heroic, tragic figure at the center of the primordial compact between gods and humans.

Dieser Gedichtband war definitiv eines meiner Lesehighlights 2013. Ich lese gerne Poesie, mache mir aber selten die Mühe diese auch zu rezensieren, da der Eindruck den Dichtung bei einem hinterlässt, von Mensch zu Mensch verschieden ist und auch stark von der momentanen Stimmung des Einzelnen abhängt.
Fakt ist, dass The Antigone Poems fasziniert, besonders wenn man sich vorher mit Antigone als Person befasst hat und ihre Geschichte nicht komplett unbekannt ist. Aber auch sonst ziehen einen Marie Slaights Worte in ihren Bann.
Was hat nun gerade dieses Werk bei mir ausgelöst?
Marie Slaights Dichtung erschüttert. Ihre Worte suchen sich einen Weg tief ins eigene Selbst und lassen einen selbst nach Tagen oder Wochen nicht los. Mit nur wenigen Worten eine solche Kraft auszubauen, eine solche Intensität, ist eine Gabe, und ich bin so dankbar dieses Buch lesen zu dürfen und in von Slaights Worten kreierte Welt einzutauchen.
Ausführlichere Rezension HIER.

pride and prejudicePride and Prejudice von Jane Austen

When Elizabeth Bennet first meets eligible bachelor Fitzwilliam Darcy, she thinks him arrogant and conceited, while he struggles to remain indifferent to her good looks and lively mind. When she later discovers that Darcy has involved himself in the troubled relationship between his friend Bingley and her beloved sister Jane, she is determined to dislike him more than ever. In the sparkling comedy of manners that follows, Jane Austen shows the folly of judging by first impressions and superbly evokes the friendships, gossip and snobberies of provincial middle-class life. (Inhaltsangabe: Goodreads)

Pride and Prejudice zählt seit Jahren zu meinen absoluten Lieblingsbüchern. Jane Austen ist eine fantastische Autorin, von der ich einfach nicht genug bekommen kann.
Wie der Titel schon sagt handelt das Buch von (falschem) Stolz und Vorurteilen, die durch diverse Missvertändnisse entstehen können. Das ist nicht unbedingt ein Problem dass sich nur in Austens Zeit findet, im Gegenteil. Wie schnell erlauben wir es uns heute, Urteile über Menschen zu fällen, ohne einmal genauer hinzusehen? Wir erhaschen einen Blick auf die Oberfläche und bilden uns eine Meinung, ohne uns auch nur zu fragen warum dieser Mensch wohl ist wie er ist.
Genau dies geschieht den beiden Hauptakteuren in Austens Buch. Beide schätzen einander falsch ein, beide fällen Urteile ohne die ganze, wahre Geschichte zu kennen und beide müssen einsehen, dass sie einen Fehler gemacht haben.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s