[Rezension] Andrew Buckley: Death, the Devil and the Goldfish

death devil goldfishDetective Nigel Amadeus Reinhardt hat ein Problem. Nicht nur hat er kein sonderlich gutes Händchen bei Frauen, nein, seine Spielsucht kostet ihn auch fast seinen Job nachdem herauskommt, dass er den Helikopter seines Arbeitsgebers auf dem Gewissen hat. Da alles besser ist als Nichtstun und drohende Arbeitslosigkeit, nimmt Nigel einen neuen Fall an und besucht eine verzweifelte ältere Dame, die felsenfest davon überzeugt ist ihre geliebte Katze Fuzzbucket sei auf einmal von Teufel höchstpersönlich besessen. Was gar nicht so unwahrscheinlich ist.

Währendessen bekommt der Teufel, von Gott persönlich abgesegnet natürlich, endlich die Erlaubnis eine Woche Urlaub auf der Erde zu machen. Seit dem letzten missglückten Ausflug, bei dem er aus Versehen in der Schlange statt Eva gelandet ist, sind einige Jahre ins Land gegangen, und der Teufel ist mehr als aufgeregt. Doch, wie es oft so ist, nicht alles läuft nach Plan und der Herr der Hölle endet im Körper eines Kätzchens namens Fuzzbucket.

Und während der Tod, der Sensenmann persönlich, seinen Job kündigt und auf einmal niemand mehr stirbt, wird Celina McMannis, beteiligte Wissenschaftlerin im Künstliche-Intelligenz-Projekt Santa Claus, gezwungen sich in der Kantine ihrer Firma zu verbarrikadieren, ein Pinguin wechselt den Körper und Jeremiah der Goldfisch scheint seltsame Dinge zu sehen.

Nigel, natürlich, ist bald schon mitten drin. Und der Teufel hat einen Plan. Einen Plan der Weihnachtselfen beinhaltet. Unter anderem.

„The Devil tried again. He fixed Cedric with the sort of stare that would make Jack the Ripper whimper like a little girl, give up killing, and open a dental practice.“

Death, the Devil and the Goldfish“ ist das Debütwerk des aus England stammenden aber in Kanada lebenden Autors Andrew Buckley, und wurde Anfang Dezember 2012 von Curiosity Quills Press veröffentlicht.

Allein eine Inhaltsangabe zu schreiben oder einen Hauptcharakter auszuwählen erwies sich bei diesem besonderen Werk als eine gewisse Herausforderung, denn es sind einfach so unglaublich viele Personen und Charaktere vertreten, die alle eine wichtige Rolle spielen. Letztendlich habe ich mich für Nigel entschieden, wohl auch, weil Nigel die Figur ist, die den roten Faden bildet und alle anderen Personen und Handlungsstränge miteinander verbindet.

Die gesamte Handlung, so verwirrend sie zunächst auch erscheinen mag, verläuft in einem rasanten Tempo, mit schnellen Szenenwechseln, und springt von Charakter zu Charakter. Mit Hilfe dieser Taktik gelingt es Andrew Buckley, aus dem zunächst chaotisch wirkenden Wirrwarr einen unglaublich gut durchdachten Plot zu formen.

Der trockene britische Humor, und ein wenig auch der Schreibstil des Autors selbst, erinnern in ihrer Art an Douglas Adams und seinen Hitchhiker’s Guide to the Galaxy, und das durchweg im rein positiven Sinne, und ohne als Kopie der Adams-Werke zu enden.

„And so, after a lot of alcohol, provoking by the local townsfolk, and a long conversation with a suspicious-looking cat, Death, The Angel of Death, The Grim Reaper, The Guide to the Afterlife himself, decided that he’d had enough. And right there on the spot, he quit.“

Die vielen Charaktere sind liebevoll gestaltet und mit Vergangenheit und Persönlichkeit ausgestattet, die, selbst wenn nicht offensichtlich erwähnt oder nur durch Andeutungen vermittelt, trotzdem deutlich im Verhalten der betreffenden Person spürbar ist. Schnell schließt man als Leser Nigel, Celina, Fuzzbucket, Tod und den Pinguin ins Herz. Und natürlich auch den Goldfisch, der mit seiner recht kurzem Aufmerksamkeitsspanne bei jeder Runde durch sein Goldfischglas ein kleines Schloss im Wasser vorfindet.

Die Geschichte ist rasant, skurril, voller Überraschungen und gespickt mit fantastischen Charakteren. Ich ziehe meinen Hut vor der eigenwilligen Genialität des Autors.

Death, the Devil and the Goldfish“ sprüht nur so vor britischem Humor, Ideenreichtum und liebenswert-skurrilen Charakteren. Viel mehr gibt es nicht so sagen, ohne den Spaß am Buch zu verderben. Ein absolutes Muss, wenn man den Mut hat sich auf eine zunächst verworrene, aber am Ende absolut brilliante Geschichte einzulassen.

bewertung 5 sterne

Death, the Devil and the Goldfish von Andrew Buckley
248 Seiten (Broschiert)
Verlag: Curiosity Quills Press
Erschienen: 5. Dezember 2012
ISBN: 978-1-62007-125-0 (ebook: 978-1-62007-124-3)
ca. 13 € (ebook ca. 7 €)

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4 Gedanken zu “[Rezension] Andrew Buckley: Death, the Devil and the Goldfish

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