[Rezension] Boyd Brent: Junked

Ab seinem 13. Geburtstag ist niemand mehr sicher. Über kurz oder lang wird ein jeder neurotisch, unsicher oder fanatisch. Mütter und Väter, Brüder und Schwestern, Verwandte und Freunde. Doch ihnen ist es gegönnt weiterzuleben. Im Gegensatz zu jenen, die resistent sind…

Thomas Sheepsbane und Edward Wolf sind verantwortlich für die Eliminierung all jener, deren Geist sich zur Wehr setzt. So auch den 17-jährigen Red Phoenix. Doch sie ahnen nicht, dass sie etwas so makaberes auslösen, dass die Welt anfängt an Wunder zu glauben.

Red ist überzeugt den Verstand zu verlieren, bis er Penny Lane kennenlernt. Als Stadtfreak verschrien scheint sie aber die einzige zu sein, die weiß was mit Red passiert.

Schon bald befinden sich die beiden auf der Flucht vor der Polizei, den Medien und übernatürlichen Kräften. In einem Wettlauf mit der Zeit müssen Red und Penny mithilfe von Penny’s Großmutter Erin und deren Tambourin einen Ausweg finden…

Bei „Junked“ handelt es sich um ein selbstverlegtes Buch aus der Feder von Boyd Brent, das im Juli 2011 erschienen ist.

Besonders ins Auge fällt gleich zu Beginn das Cover, denn das ist wirklich mehr als nur gut gelungen und war für mich persönlich der Hauptgrund, mir das Werk einmal genauer anzusehen. Auch die Inhaltsangabe erwieß sich als interessant, und somit landete das Buch recht schnell auf meinem eReader.

Penny -deren Aussehen das Cover einfach perfekt wiedergibt- ist eine der wenigen, die weiß dass die vielen negativen Eigenschaften der Menschen einen ganz bestimmten Grund haben. Denn sie sind das Werk der sogenannten „Junker“, Wesen, die den Geist verändern und einen völlig normalen Teenager in ein neurotisches Wrack verwandeln können. Nebenbei ist Penny auch nicht „junked“. Durch das Ändern ihres Aussehen und Verhaltens hat sie es geschafft, sich der Aufmerksamkeit der Junker bewusst zu entziehen.

Red ist ebenfalls immun gegen den Einfluss der Junker, im Gegensatz zu Penny hat er von deren Existenz nicht die geringste Ahnung. Als ganz normaler Schüler fällt er kaum auf, bis er seinem Namen als Red Phoenix alle Ehre macht und ganz plötzlich im Zentrum der Aufmerksamkeit steht.

Die beiden Hauptcharaktere Penny und Red erscheinen recht sympathisch, und besonders die Tatsache, dass sie sich nicht bereits nach kurzer Zeit unsterblich ineinander verlieben, fällt mir ganz besonders positiv auf. Nur Red’s Nachname ist etwas zu viel des Guten, um den Leser auf biegen und brechen auf das Schicksal des armen Jungen aufmerksam zu machen.

Leider gibt es, trotz einer Fülle von über 200 Seiten, nicht viel Gelegenheit, mit den Charakteren tiefere Bindungen aufzubauen. Dies ist meiner Meinung nach den großen Mengen an Nebencharakteren geschuldet, denen der Autor unbedingt Tiefe und Persönlichkeit verleihen wollte, deren Geschichten aber bald schon eher zur Verwirrung beitragen und von der eigentlichen Handlung ablenken.

Der Schreibstil ist alles in allem recht angenehm, nur die sehr häufige Verwendungen von den berühmten drei aufeinanderfolgenden Pünktchen, ganz besonders auch mitten in den Dialogen, fiel mir persönlich bald negativ auf. Auch die recht kurzen Sätze stören ab und an den Lesefluss.

Die Grundidee, die hinter dem gesamten Buch steckt, war allerdings so interessant, dass ich mich Brent’s Werk nur schwer entziehen konnte. Dass die negativen Eigenschaften eines Menschen, seine Selbstzweifel, Gewaltausbrüche, oder der Verlust des Verstandes das Werk einer „übernatürlichen“ Macht sind regt zum Denken und Spekulieren an. Allgemein scheint Brent einen kleinen Hang zum mysteriösen und überirdischem zu haben, tauchen doch nicht nur Geister, sondern auch die berühmten Ley-Linien auf – Energielinien, die sich über den gesamten Erdball ziehen.

Mit „Junked“ liefert Boyd Brent eine interessante Geschichte voller Action und Gefahr, mit sympathischen wenn auch etwas flachen Charakteren. Trotz der kleinen Mängel, besonders auch im Schreibstil, ist dieses Buch definitiv einen Blick wert, wenn man Geschichten aus dem paranormalen Bereich mag, die auch ohne handlungsbestimmende Lovestory funktionieren.

bewertung 3 sterne

Junked von Boyd Brent
ca. 238 Seiten (Kindle Edition)
Verlag: The Author’s Cut
Erschienen: Juli 2011
AISN: B006WAQI4O
Preis: Amazon

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