[Rezension] Pandora Winter: Skinchanger – Wildes Blut

Nach dem Tod ihres Vaters hat Devin ihr Elternhaus aufgeben müssen und ist zu ihrem Bruder Colin gezogen. Um zumindest etwas auf eigenen Beinen stehen zu können, hat sie einen Job in einer Bikerbar angenommen. Doch eines Nachts wird sie auf dem Heimweg von einem riesigen Wolf angefallen und schwer verletzt.

Jackson West ist nicht nur Inhaber eines SM-Clubs, sondern auch Kronprinz des Lyacon-Clans. Verärgert muss er feststellen, dass sein Bruder Reece einmal mehr Mist gebaut und in Wolfsgestalt eine Frau angefallen hat. Jackson muss schnell reagieren. Denn infizierte Menschen entwickeln sich zum sogenannten Wilden Blut – unkontrolliert und gefährlich.

Als zukünftiger Lycan ist es Jacksons Aufgabe, die Gesetze zu befolgen und Devin zu töten, doch stattdessen beginnt er Gefühle für die junge Frau zu entwickeln. Doch diese Entscheidung bleibt nicht ohne Folgen. Als Jackson herausfindet dass sein Bruder seit Jahren Infizierte trainiert und somit Verrat an den Gesetzen der Lyacon begeht, sieht er sich der schwesten Entscheidung seines Lebens gegenüber: Devin oder sein Erbe?

Skinchanger: Wildes Blut“ ist ein erotischer Fantasyroman aus der Feder von Pandora Winter, die unter dem Namen Jazz Winter bereits einige Erotikromane veröffentlicht hat.

Romane dieser Art sind ja inzwischen massenhaft in Buchhandlungen und Onlineshops zu finden, daher gestaltet es sich immer schwieriger, die wirklich interessanten und neuen Geschichten herauszufiltern, die einen tatsächlich noch positiv überraschen können.

Die Idee eines Clans von Gestaltwandlern, hier Skinchanger genannt, ist nicht gerade neu. Doch das Grundkonstrukt auf dem die von Winter geschaffene Welt basiert, die uns bekannte Moderne, in der, nahezu verborgen vor den Augen der Öffentlichkeit und gut geschützt, Clans verschiedenster Skinchanger leben und sich an alte, archaisch wirkende Gesetze halten, reicht auf jeden Fall aus, um die Neugier des Lesers zu wecken.

Jackson ist ganz klar der pflichtbewusste Sohn und Erbe. Die Regeln und Gesetze des Clans sind für ihn selbstverständlich. Doch als er auf Devin trifft, gebinnt der prinzipientreue zukünftige Lycan diese zu hinterfragen. Passend zu seiner Rolle als „Leitwolf“ ist Jackson natürlich recht dominant – und das auf allen Gebieten.

Dieses Dominanzverhalten ist zunächst auch ein Reibungspunkt zwischen Devin und Jackson, denn von diesem will sie sich zu Beginn zumindest absolut nichts sagen und gefallen lassen. Die junge Frau wird als launisch und willensstark beschrieben, und scheint gerne das letzte Wort zu haben.

Leider gelingt es Winter nicht, ihren Charakteren wirkliche Tiefe zu verleihen. Die beiden Hauptcharaktere wirken recht stereotypisch, und auch die erwähnenswerten Nebencharaktere, wie zum Beispiel Jacksons Bruder Reece oder sein Freund Nathan Youngblood, die beide durchaus Potential aufweisen, bleiben irgendwie flach und farblos. Das mag vielleicht vor allem daran liegen, dass die Geschichte sehr schnell voranschreitet, und im Rahmen der doch geringen Seitenzahl kaum Raum für ausschweifende Charakterbetrachtungen und -entwicklungen ist.

Das Tempo, das die Autorin hier vorlegt, erweist sich aber auch als positiver Effekt, denn zumindest Langweile kommt hier keine auf. Und obwohl sie sich auf bekanntem Terrain bewegt, schafft es Winter, mit einigen Wendungen doch zu überraschen.

Da als erotischer Roman angepriesen, dürfen natürlich auch entsprechende Szenen innerhalb des Handlungsstranges nicht fehlen. Diese sind definitiv Geschmackssache, denn als Besitzer eines SM-Clubs bedient sich Jacksons Liebesspiel auch eher härteren Gangarten, und die Verwendung von Peitschen und Fesseln ist keine Seltenheit. Winter gelingt es aber, diese Szenen recht geschmackvoll zu beschreiben, ohne das der Leser entweder vor Scham im Boden versinken oder vor Lachen sterben möchte.

Skinchanger: Wildes Blut“ ist ein empfehlenswerter Roman, dem es gelingt ein Thema, das inzwischen schon in vielen Büchern eine Rolle gespielt hat, so zu verpacken, dass keine Langeweile aufkommt. Die Charaktere weisen zwar einige Schwächen auf, darüber lässt sich aber aufgrund der geringen Seitenzahl und des Tempos in Sachen Handlungsverlauf getrost hinwegsehen. Ein emfehlenswerter Roman, wenn man denn Geschichten dieser Art mag.

Skinchanger: Wildes Blut von Pandora Winter
212 Seiten (Broschiert)
Verlag: Plaisir d’Amour
Erschienen: September 2011
ISBN: 978-3938281598
14,90 €

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Plaisir d’Amour Verlag für das so freundlich zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

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