[Rezension] Christine Johnson: Jägerin des Mondlichts

Seit Wochen ist die amerikanische Kleinstadt Hannover Falls in Aufruhr, denn ein Werwolf hat mehrere Menschen angefallen und getötet. Doch all das interessiert Claire Benoit im Moment nur wenig. Denn dank ihres sechszehnten Geburtstages hat sie endlich einmal die Chance, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit aller zu stehen. Als sich auch noch der gutaussehende Matthew Engels für sie zu interessieren beginnt, scheint ihr Glück perfekt.

Bis ihre Mutter ein Geheimnis offenbart, das Claires gesamtes Leben auf den Kopf stellt. Denn sie gehört einer sagenumwobenen Dynastie von Werwölfinnen an, die seit Jahrhunderten in den Wäldern Nordamerikas leben. Normalerweise sind Werwölfe friedlich, aber in der Kleinstadt scheint es eine blutdurstige Verräterin zu geben.

Claire gerät im tiefer in einen Strudel aus Lügen und Gefahr, hat sie sich doch nicht nur einer Bestimmung zu stellen, sondern auch ihren Gefühlen zu Matthew, dessen Vater als bekannter Werwolfforscher und -jäger geschworen hat, die blutrünstige Kreatur einzufangen…

Bei „Jägerin des Mondlichts“ handelt es sich nicht nur um das Deutschlanddebüt der amerikanischen Autorin Christine Johnson, sondern auch um ihr eigentliches Erstlingswerk.

Von Beginn an wird der Leser mitten hinein in die Geschichte geworfen, längere Einleitungsphasen sucht man hier vergebens. Die Existenz von Werwölfen ist hier kein Mythos aus längst vergangenen Zeiten, sondern eine Tatsache, mit der sich Forscher und eigens gegründete Organisationen seit Jahrzehnten beschäftigen. So ist es nicht allzu verwunderlich, dass Claire und ihre Freunde die Angriffe des Werwolfes ähnlich verfolgen wie wir eine ganz normale Nachrichtenmeldung.

Claire als Hauptperson hat mir zunächst einige Probleme gemacht. Ich hatte Schwierigkeiten mich mit ihrer Art und Weise anzufreunden, teilweise wirkt sie recht naiv, dann auch wieder gewollt stark und mutig. Zum Ende hin bessert sich das zwar etwas, aber komplett warm geworden bin ich mit ihr dann doch nicht.

Der eher schwachen und unglaubwürdigen Hauptperson wurde mit Matthew ein Charakter zur Seite gestellt, der zumindest etwas Entwicklungspotential aufzeigt. Natürlich bringt die Tatsache, dass sein Vater ein Werwolfjäger ist, die bei Romanen dieser Art erwartete Tragik mit in die aufkeimende Beziehung zwischen Matthew und Claire, kann sie sich doch nie sicher sein, ob ihr Geheimnis nicht doch ans Tageslicht kommt und ob Matthew dann tatsächlich noch zu ihr hält.

So wird viel Zeit auf Claire’s Versteckspiel verwendet, gleichzeitig aber muss sie sich mit ihrem Schicksal und ihrer neuen Identität abfinden und anfreunden. Und schnell wird ihr klar, dass die Werwölfinnen ihre ganz eigenen Regeln haben, denen Claire sich unweigerlich fügen muss.

Die Rahmenhandlung gestaltet sich nach einigen Anlaufschwierigkeiten als recht spannend, auch wenn es der Autorin trotz aller Mühen nicht gelungen ist, mich auf eine falsche Fährte zu locken was die Identität des Verräters betrifft. Doch gerade dieses kriminalistische Element gibt dem Buch die entsprechende Würze, andernfalls hätte ich es wahrscheinlich unbeendet zur Seite gelegt.

Alles in allem bietet „Jägerin des Mondlichts“ nicht viel neues, aber wer Romane dieser Art mag, dem wird auch dieses Werk gefallen. Die teilweise recht interessante Handlung und der flüssige Schreibstil trösten dann doch über einige Charakterschwächen hinweg. Kein schlechter Roman, aber auch kein allzu guter, eben da nicht viel Neues vorhanden war. Aber Liebhaber des Genres sollten vielleicht einen Blick riskieren.

bewertung 3 sterne

Jägerin des Mondlichts von Christine Johnson
Claire de Lune
320 Seiten (Broschiert)
Verlag: Ullstein
Erschienen: April 2011
ISBN: 978-3548283173
8,99 €

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Ullstein und bei Vorablesen für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

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