[Rezension] Christoph Marzi: Heaven – Stadt der Feen

London. Über den Dächern dieser Stadt fühlt sich der siebzehnjährige David Pettyfer am wohlsten. Hier kann den Schatten seiner Vergangenheit entfliehen, oben über allem schwebend.

Unterwegs, um eine nächtliche Lieferung zu einem Kunden der Buchhandlung „The Owl and the Pussycat“, für die er als Gehilfe arbeitet, begegnet David einem jungen Mädchen. Ihr Name ist Heaven und sie behauptet, kein Herz mehr zu haben. Aber ohne Herz, wie kann man da leben? Und doch steht sie hier vor David, atmet und spricht… und hat doch keinen Puls mehr.

Auch wenn er Heaven zunächst nicht wirklich Glauben schenkt, verspricht David, ihr zu helfen, nichtsahnend, worauf er sich da einlässt. Denn derjenige, der Heaven’s Herz gestohlen hat, ist nun hinter dem Mädchen her, und geht dabei im wahrsten Sinne über Leichen.

Gemeinsam machen sich Heaven und David auf die Suche nach dem Geheimnis, das Heaven umgibt, den Grund, warum sie noch lebt, obwohl kein Herz mehr in ihrer Brust schlägt. Und dieses Geheimnis stellt alles auf den Kopf, woran die beiden jemals geglaubt haben…

Heaven – Stadt der Feen“ stammt aus der Feder des deutschen Autors Christoph Marzi, und erschien bereits im Jahre 2009, wurde aber nun im Mai 2011 als Taschenbuch neu aufgelegt.

Allein das Cover der gebundenen Ausgabe zählt dank seiner wunderschönen Aufmachung zu meinen absoluten Favoriten und veranlasste mich letztendlich auch dazu, das Buch zu kaufen und zu lesen.

Marzi entführt uns in das London, das wir als Leser zu kennen glauben – jedoch nicht wirklich kennen. Denn dieses London besitzt keinen Sternenhimmel. Vor Jahren verschwand mit dem Auftreten eines Kometen plötzlich das Leuchten der Sterne über der Stadt. Zwar kehrte ein Teil des Himmelszeltes wieder zurück, doch die Hälfte des Nachthimmels blieb seitem sternenlos.

Genau dieses Thema fasziniert das Mädchen Heaven, das eigentlich Freema Mirrless heißt, und bringt sie dazu, nachts mit ihrem Teleskop den Himmel von den Dächern Londons aus zu beobachten. Und genau hier begegnet sie David. Siebzehn, von zu Hause fortgelaufen um in London sein Glück zu finden.

Beide Charaktere sind auf ihre Art wunderbar bezaubernd. Heaven ist ein Mädchen voller Geheimnisse, und nur langsam findet der Leser an der Seite von David heraus, was es mit ihr auf sich hat. David selbst hat ebenfalls eine Geschichte vorzuweisen, die er am liebsten ein für alle Mal verdrängen möchte. So zeigen beide Figuren Tiefe, faszinieren und bieten viel Raum, sich mit ihnen zu identifizieren und anzufreunden.

Dass hier eine magische Geschichte vorliegt, ist schnell klar. Und leider ahnt man schon aufgrund des Untertitel „Stadt der Feen“ worauf die Erzählung am Ende hinauslaufen wird, und was das Geheimnis des Mädchens Heaven ist.

Trotz dieser Vorhersehbarkeit schafft es Marzi aber, den Leser bei Laune zu halten, interessante Nebencharaktere sowie einige Wendungen einzuführen, die der Geschichte noch mehr Zauber und Spannung verleihen. Der sehr flüssige Schreibstil, mit all seinen wunderbaren Formulierungen, und Anspielungen auf Bücher und Musik, fesselt und begeistert gleichermaßen.

Heaven – Stadt der Feen“ ist ein wundervoller Roman, der einem durchaus den ein oder anderen Leseabend versüßen kann. Ein Buch voller Zauber, Magie und liebevoller Charaktere, zwar mit einigen kleinen Schwächen ausgestattet, jedoch bereue ich es keinesfalls, dieses Buch gelesen zu haben.

bewertung 3 sterne

Heaven – Stadt der Feen von Christoph Marzi
358 Seiten (Hardcover)
Verlag: Arena
Erschienen: August 2009
ISBN: 978-3401063829
14,95 €

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2 Gedanken zu “[Rezension] Christoph Marzi: Heaven – Stadt der Feen

  1. Ich muss es endlich lesen!! Ich wollte es im Urlaub lesen, bin aber nicht dazu gekommen. 🙂 Schöne Rezension!

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