[Rezension] Julie Kagawa: The Iron King – Iron Fey 1 (dt. Plötzlich Fee-Sommernacht)

Mit sechs Jahren verlor Meghan Chase ihren Vater. Während eines Ausflugs in den Park verschwand er spurlos, ließ aber alle persönlichen Dinge zurück. In Luke hat Meghan’s Mutter eine neue Liebe gefunden. Gemeinsam leben sie etwas abseits im ländlichen Louisiana.

In den nächsten Jahren führt Meghan ein eher unscheinbares Teenagerleben, bis sich an ihrem sechszehnten Geburtstag plötzlich alles verändert. Ihr kleiner Bruder Ethan wird durch ein Wechselbalg ersetzt und ihr bester Freund Robbie entpuppt sich als Puck, bekannt aus Shakespeare’s Sommernachtstraum.

Gemeinsam mit Puck begibt sie sich ins Feenreich Nevernever, nichtsahnend worauf sie sich einlässt. Denn statt sich ohne Umschweife auf die Suche nach Ethan zu begeben, findet sich Meghan plötzlich in Arcadia wieder, dem Reich des Feenkönigs Oberon – Erlkönig und Herr des Sommerhofes. Meghan muss erfahren, dass Oberon ihr leiblicher Vater ist, und sie selbst zur Hälfe eine Fee!

Während Oberon seine Tochter an seinem Hof behalten will, kann Meghan aber Ethan nicht einfach seinem Schicksal überlassen. Gemeinsam mit der Katze Grimalkin flieht sie aus Arcadia, mitten hinein ins Reich Tir Na Nog, dem Territorium der Winterkönigin Mab… und mitten hinein in die Arme ihres Sohnes Ash, der geschworen hat, Meghan an den Hof seiner Mutter zu bringen. Doch alles kommt anders…

The Iron King“ ist der erste Teil der „Iron-Fey„-Reihe aus der Feder der Autorin Julie Kagawa, und die englische Orignalausgabe zu „Plötzlich Fee – Sommernacht„, das vor kurzem auf Deutsch erschienen ist.

Gerade das Erscheinen der deutschen Übersetzung hat mich dazu gebracht, dieses Buch, das schon seit einer gefühlten Ewigkeit ungelesen in meinem Regal stand, endlich einmal zu lesen. Und nun frage ich mich: Warum habe ich damit nur so lange gewartet?

Dank ihres flüssigen, klaren Schreibstils gelingt es Kagawa, den Leser von der ersten Seite an zu fesseln. Mit Leichtigkeit entführt sie uns in eine zauberhafte, und doch tödliche Welt voller Feen, Kobolde, Trolle und anderer Fabelwesen.

Aus Sicht von Meghan erzählt, fällt es leicht, sich mit der Hauptperson der Geschichte zu identifizieren. Ein normaler Teenager, etwas naiv,  in der Schule eher die graue Maus, und dank der Abgeschiedenheit ihres Elternhauses kann sie nur ihren Nachbarn Robbie zu ihren Freunden zählen. Dass dieser nicht der ist der er zu sein vorgibt, erschüttert Meghan zutiefst, und lässt sie an Robbies Freundschaft zweifeln.

Puck mag zwar ein glaubhafter Charakter sein, doch alles in allem habe ich persönlich mit ihm und seiner Art ein paar Schwierigkeiten. Winterprinz Ash dagegen ist um einiges faszinierender. Nach außen hin kalt und desinteressiert, hat er trotz allem ein Herz, und anhand einschlägiger Inhaltsangaben auf dem Buchrücken oder im Netz ist, denke ich, jedem klar, dass sich zwischen ihm und Meghan etwas anbahnt. Dass diese Beziehung unter keinem guten Stern steht, macht das ganze um einiges tragischer, stehen sich die beiden doch ähnlich wie Romeo und Julia in verschiedenen Lagern gegenüber.

Kagawa hat sich für ihr Werk einige bekannte Charaktere entliehen, die sich seit Shakespeare’s Sommernachttraum durch diverse Erzählungen und Geschichten ziehen. Doch neben Puck, Oberon und Titania, so sind auch Mab und ihre Heimstatt Tir Na Nog, welches aus der irisch-keltischen Mythologie stammt, keineswegs unbekannt. Gerade dieses Vermischen von diversen Mythen und Legenden mit einer gänzlich neunen Geschichte geben dem Leser das Gefühl, immer wieder auf alte Bekannte zu treffen.

Und auch wenn Grimalkin an die Grinsekatze aus „Alice im Wunderland“ erinnert, und Meghan’s Suche nach ihrem Bruder stark an den Film „Labyrinth“ mit David Bowie erinnert, so ist „The Iron King“ auf keinen Fall eine Kopie. Stattdessen erschafft Kagawa eine ganz eigene Geschichte, basierend auf einer Welt, über die schon so viele Legenden erzählt wurden, dass man sie gar nicht mehr zählen kann.

The Iron King“ ist ein mehr als gelungener Auftakt zu einer hoffentlich genau so gelungenen Reihe, voller Magie, Dramatik und Zauber, mit sympathischen, interessanten und faszinierenden Charakteren, deren Geschicht man unbedint weiter verfolgen muss. Dieses Buch ist definitiv einen Blick wert, und hat allein schon (bei der englischen Ausgabe zumindest) wegen des wunderschönen Covers einen Platz im Bücherregal verdient.

bewertung 4 sterne

The Iron King: Iron Fey 1 von Julie Kagawa
368 Seiten (Broschiert)
Verlag: Harlequin
Erschienen: Februar 2010
ISBN: 978-0373210084
ca. 7 €

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2 Gedanken zu “[Rezension] Julie Kagawa: The Iron King – Iron Fey 1 (dt. Plötzlich Fee-Sommernacht)

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