[Rezension] Nalini Singh: Sengende Nähe – Psy-Changeling 6

Schweren Herzens hat sich die Leopardin Mercy Smith damit abgefunden, allein zu bleiben. Obwohl sie sich nach einem Gefährten sehnt, will sich im Rudel der DarkRiver-Leoparden kein Partner finden, der ihr gewachsen wäre. Doch auch ein Verlassen des Rudels kommt für sie nicht infrage, denn als Wächterin ist sie ihren Alphatier und den Leoparden treu ergeben.

Der Einzige, der dominat genug ist um es mit ihr aufzunehmen, ist ausgerechnet ein Wolf. Riley Kincaid, Offizier in den Reihen der SnowDancer-Wölfe, gelingt es, Mercy zu verführen. Und obwohl Mercy dieses Abenteuer für einen einmaligen Ausrutscher anzusehen, macht ihr der verführerische Wolf immer deutlichere Avancen.

Da ist es mehr als ungünstig, dass die Beiden auch noch gezwungen sind, zusammen zu arbeiten. Denn Wölfe und Leoparden gehen einem seltsamen Phänomen auf den Grund: Immer mehr Mediale, eigentlich bekannt dafür keine Gefühle zu zeigen, laufen plötzlich Amok und reißen sich und andere in den Tod. Und auch der Menschenbund scheint Größeres zu planen.

Während immer mehr Spuren zusammenlaufen, schwelt zwischen den beiden Gestaltwandlern eine unbändige Leidenschaft, der sie nicht widerstehen können. Doch ist es überhaupt möglich, dass Leoparden und Wölfe Gefährten werden können? Oder ist die Verbindung zwischen Mercy und Riley zum Scheitern verurteilt?

Sengende Nähe“ ist der sechste Teil der Psy-Changeling-Reihe von Nalini Singh.

Die Beziehung zwischen den beiden Protagonisten verläuft hier etwas entfernt vom eigentlichen Muster. Mercy und Riley kennen sich schon seit einer kleinen Ewigkeit, seit Wölfe und Leoparden ein Bündniss geschlossen haben, laufen sie sich häufiger über den Weg.

So ist es wenig verwunderlich, dass es bereits auf den ersten Seiten zur ersten intimen Begegnung zwischen den Beiden kommt. Doch wenn man nun glaubt, Singh hätte ihr gesamtes Feuer mit dieser Szene verschossen, wird man positiv vom Gegenteil überzeugt.

Das Knistern zwischen Mercy und Riley ist auch weiterhin greifbar, und beginnt sich langsam aber sicher zu vertiefen. Genau dies will aber keiner von Beiden wahrhaben. Und immer wieder kommt es zu Reibungen, da Riley von Natur aus über einen enormen Beschützerinstinkt verfügt, und Mercy versucht aus Gefahrenzonen herauszuhalten. Doch Mercy lässt sich ungern bevormunden.

Gerade diese Auseinandersetzungen bringen Dynamik in die vorprogrammierte Lovestory, sorgen dafür, dass keine Eintönigkeit oder Langeweile auftritt. Zusätzlich gewinnt auch die Rahmenhandlung deutlich an Fahrt. Die Amokläufe diverser Medialer, Anschläge auf Ratsmitglieder und die Aktionen des Menschenbundes zeigen einen Wandel an, zeugen von Veränderungen – ob zum Guten oder Schlechten wird die Zukunft zeigen.

Dies alles verknüpft Singh wieder wunderbar, fesselt den Leser dank ihres frischen, flüssigen Schreibstils und macht es einem wie immer ungemein schwer, das Buch allzu schnell wieder aus der Hand zu legen.

Gelungen finde ich ebenfalls, dass in „Sengende Nähe“ neben den beiden Hauptpersonen auch den anderen liebgewonnenen Charakteren kleinere Szenen eingeräumt werden. So erleben Sascha und Lucan eine Überraschung, Nikita tritt in ungeahnter Weise auf den Plan, und auch Hawke und Sienna wird Platz eingeräumt. Trotz dieser Nebenhandlungen wird der Hauptgeschichte aber noch genügend Aufmerksamkeit geschenkt.

Kurz: „Sengende Nähe“ ist eine abermals sehr gelungener Teil der Psy-Changeling-Reihe, durch die Abweichung vom eigentlichen Muster erfrischend anders, jedoch wie seine Vorgänger spannend und fesselnd und abslout zu empfehlen.

bewertung 4 sterne

Sengende Nähe (Psy-Changeling 6) von Nalini Singh
412 Seiten (Broschiert)
Verlag: Egmont Lyx
Erschienen: Oktober 2010
ISBN: 978-3802582738
9,95 €

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