[Rezension] Mary E. Pearson: Zweiunddieselbe

Die siebzehnjährige Jenna Fox erwacht eines Tages in Californien und kann sich nicht daran erinnern was geschehen ist.

Bisher weiß sie nur, dass sie einen schweren Autounfall hatte und eineinhalb Jahre im Koma lag. Nachdem sie aus dem Koma erwacht ist, kann sie nun wieder laufen, sprechen und bei ihrer Familie sein. Nur alle Erinnerungen an ihr Leben vor dem Unfall sind wie ausgelöscht.

Wer war Jenna Fox?

Anhand von Videoaufnahmen, die ihre Eltern seit ihrer Geburt von ihr gemacht haben, versucht sie zu rekonstruieren wer sie war. Immer wieder kommen kleine Bruchstücke an Erinnerungen hinzu, fügen sich zu einem Bild zusammen. Doch es gibt Ungereimtheiten, die Jenna beginnen Angst zu machen. Ist sie tatsächlich die Jenna, die man auf den Videos sieht?

Langsam aber sicher kommt sie der Wahrheit immer näher…

Mit „Zweiunddieselbe“ hat Mary E. Pearson einen wirklich sehr faszinierenden Roman geschaffen.

Obwohl das Buch keineswegs rasante, actionhaltige Szenen enthält, so ist es doch auf seine Weise spannend. Zusammen mit Jenna rekunstruiert man die Vergangenheit des Mädchens Jenna Fox, erinnert sich mit ihr an Dinge und Geschehnisse, und erlebt gleichzeitig Neues, das sie doch in ihrer Person prägt. Man beginnt zu merken, dass etwas nicht stimmt…

Anhand einiger Hinweise habe ich mir recht schnell eine Theorie zusammenbasteln können, die sich letztendlich bestätigte, doch selbst dieser Punkt kann dem Buch nicht die Spannung und Faszination nehmen, die es auf den Leser ausübt.

Ausschlaggebend dafür mag auch der Schreibstil der Autorin sein: leise und leicht poetisch spricht sie selbst gesellschaftskritische und philosophische Themen an, ohne dabei belehrend wirken zu wollen. Automatisch fragt man sich beim Lesen „was wäre wenn“, denn an sich ist die Zukunft, die Pearson hier darstellt, absolut nicht unwahrscheinlich. Wissenschaft und Ethik bekommen ganz neue Dimensionen.

Jenna als Person ist der Anker, der den Leser in der Geschichte hält. Man ist quasi Jenna, während man in diese gar nicht allzu ferne Zukunft abtaucht. Man fühlt mit ihr, rätselt, zweifelt… Pearson beschreibt wirklich wunderbar diesen Charakter, eindringlich, jedoch nicht aufdringlich, lässt sie Jenna dem Leser ans Herz wachsen.

Zwar ist das Ende gewöhnungsbedürftig, aber irgendwie passt es auch wieder zum gesamten Ton des Buches. Fesselnd und ergreifend ist „Zweiunddieselbe“ definitiv eine Empfehlung wert, denn schwierige Themen werden hier angesprochen, ohne abzuschrecken oder gar zu langweilen.

Ein Blick auf diese knapp über 300 Seiten lohnt sich auf jeden Fall.

bewertung 4 sterne

Zweiunddieselbe von Mary E. Pearson
333 Seiten (Broschiert)
Verlag: Fischer
Erschienen: Januar 2011 als Taschenbuch (Erst-VÖ: August 2009)
ISBN: 978-3596808601
7,99 €

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