[Rezension] Ali Shaw: The Girl with Glass Feet

Ida McLairds Füße verwandeln sich in Glas. Beginnend an den Zehen breitet es sich nun immer weiter aus. Sie kehrt zurück nach St. Hauda’s Island, denn dort hat die Transformation ihrer Meinung nach begonnen. Ihre letzte Hoffnung ist Henry Fuwa, ein eher seltsamer Inselbewohner, der ihr nicht nur notgedrungen sein größtes Geheimnis offenbarte, sondern auch ein Heilmittel besitzen könnte…

Auf der Suche nach Henry begegnet sie Midas Crook, einem äußerst schüchternen jungen Mann, der noch nach Jahren im Schatten seines längst verstorbenen Vaters lebt. Leicht widerwillig wird Midas zu ihrem Vertrauten und Weggefährten.

Zwischen den Beiden entspinnt sich eine feine Beziehung, doch ihnen bleibt kaum Zeit sich ihrer Gefühle füreinander klar zu werden, denn Ida’s Verwandlung schreitet mit großen Schritten voran.

Doch gibt es überhaupt eine Möglichkeit, Ida zu heilen?

Mit „The Girl with Glass Feet“ von Ali Shaw ist mir ein wahrer Buchschatz in die Hände gefallen.

Die Geschichte berührt den Leser auf eine seltsame Weise. Shaw nimmt sich enorm viel Zeit, seine Figuren zu charakterisieren. Er schafft ein dichtes Geflecht an zwischenmenschlichen Beziehungen: Henry Fuwa, der heimlich in Midas Mutter verliebt war; Carl, der in Ida ihre Mutter sieht, in die er Jahre lang unglücklich verliebt und der ebenfalls der Forschungspartner von Midas verstorbenen Vater war…

Alle Charaktere weisen eine unglaubliche Tiefe auf, und Shaw gelingt es meisterhaft, diese doch schwierigen Figuren glaubhaft darzustellen. So erschafft er eigenwillige, komische, und doch absolut liebenswerte und menschliche Charaktere, die alle ihr eigenes Kreuz zu tragen haben.

Shaw erzählt langsam und ruhig, mit einem ganz wundervollen Schreibstil und passend zur Handlung. Viele Rückblenden geben einem die Erklärung für das jetzige Verhalten der Figuren. Gleichzeitig schwingt immer ein trauriger Unterton mit, denn zum Lachen ist Ida’s Schicksal und die daraus resultierende Dramatik um die Beziehung zwischen ihr und Midas keinesfalls. Alles umgeben von der fast schon märchenhaften Atmosphäre der Insel: kleine Kühe mit Schmetterlingsflügeln, ein Tier das alles und jedem die Farbe entzieht, der es anschaut, ein Quallenfriedhof und Menschen die zu Glas werden.

The Girl with Glass Feet“ ist eine melancholische Geschichte, ein fast schon modernes, trauriges Märchen, über ein Mädchen das zu Glas wird und einen jungen Mann der das Leben kennenlernt, versehen mit einem wunderschönen, passendem Ende. Absolut lesenswert. Eine Geschichte, die im Kopf des Lesers nachklingt.

bewertung 5 sterne

The Girl with Glass Feet von Ali Shaw
304 Seiten (Broschiert)
Verlag: Atlantic Books
Erschienen: Januar 2010
ISBN: 978-1843549208
9,20 €

Advertisements

Ein Gedanke zu “[Rezension] Ali Shaw: The Girl with Glass Feet

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s