[Rezension] Megan Kelley Hall: Sisters of Misery

Hawthorne ist ein kleines, verschlafenes Städtchen an der Küste Neuenglands, nahe der durch die Hexenprozesse berühmt gewordenen Stadt Salem. Die Bewohner Hawthorne’s bleiben gerne unter sich und sind Fremden gegenüber nicht immer positiv gesonnen, und besonders alteingesessene und reiche Familien sind tonangebend bei den Entscheidungen, wer dazu gehören darf und wer nicht.

An der Schule führt die Mädchenclique „Sisters of Misery“ ihr Regiment. Angeführt von Kate, der typischen arroganten Tochter aus reichem Hause, machen die Mädchen jedem das Leben zur Hölle, der ihre uneingeschränkte Herrschaft nicht akzeptieren will. Die 15-jährige Maddie Crane gehört ebenfalls zur Clique. Eher stille Mitläuferin, da ihr Familienname ihr die Türen zu den höheren Kreisen Hawthorne’s öffnet, fühlt sich sich nicht unbedingt wohl. Denn die „Sisters of Misery“ sind keine harmlose Highschool-Clique…

Als ihre Tante Rebecca mit ihrer Tochter Cordelia in die Stadt zurückkehrt und einen Esoterikladen eröffnet, sieht Maddie ihre Chance Abstand zu ihren alten Freundinnen zu gewinnen. Denn Cordelia ist stark und selbstbewusst, und lässt sich von Kate nicht drangsalieren. Die „Sisters of Misery“ sinnen auf Rache. An Halloween fahren die Mädchen zu Misery Island, und Cordelia unterzieht sich einem ganz speziellem Einweihungsritual.

Am frühen Morgen erwacht Maddie in ihrem Bett und muss feststellen dass Cordelia verschwunden ist. Und sie selbst kann sich kaum mehr an die vergangene Nacht erinnern. Sie beginnt nachzuforschen und stößt dabei auf viele Geheimnisse und eine besondere Familiengabe…

Sisters of Misery“ ist der erste Jugendroman von Megan Kelley Hall, und auf jeden Fall einen Blick wert.

Ich selbst bin durch das wirklich sehr schöne Cover aufmerksam geworden, doch der Geschichte gelang es bereits durch den gelungenen Prolog, mich zu fesseln und zu begeistern.

Hall schafft eine nach außen hin normale Kleinstadtwelt, die jedoch durchdrungen ist von einem Hauch von Magie. So sind gerade die älteren Einwohner Hawthornes davon überzeugt, dass sich eines Tages die drei Pickering-Schwestern an ihnen rächen werden, die im Rahmen der Hexenverfolgung zunächst gefoltert und anschließend auf Misery Island zum Sterben zurückgelassen worden. Hinzu kommt die Gabe der Frauen aus Maddies Familie, die Zukunft in Träumen, Tarotkarten, Runen und Handlinien zu sehen.

Die Charaktere sind durchweg glaubwürdig gestaltet, und einige sind nicht so, wie sie auf den ersten Blick zu sein scheinen. So zweifelt auch Maddie immer wieder an sich selbst, da sie sich nicht sicher sein kann, ob sie nicht doch eigenhändig am Verschwinden ihrer Cousine Cordelia beteiligt war.

Der Schreibstil der Autorin fesselt, sie schreibt sehr flüssig und leicht, passend zur Kleinstadt-Atmosphäre des Buches. Die Geschichte selbst ist spannend von der ersten bis zur letzten Seite, und hält immer wieder Überraschungen für die einzelnen Charaktere und den Leser bereit.

Wer Highschool-Geschichten mit einem gewissen Krimi-/Thriller-Flair und einem Hauch von Magie mag, der wird von „Sisters of Misery“ definitiv nicht enttäuscht werden. Lässt man sich einmal von dem Buch in seinen Bann ziehen, kann man es so schnell nicht mehr aus der Hand legen.

Die Fortsetzung „The Lost Sister“ ist zumindest auf Englisch bereits erschienen. Bleibt zu hoffen, dass man auf die deutsche Übersetzung nicht allzu lange wird warten müssen.

bewertung 5 sterne

Sisters of Misery von Megan Kelley Hall
400 Seiten (Broschiert)
Verlag: cbt
Erschienen: 25. Oktober 2010
ISBN: 978-3570306208
8,99 €

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