[Rezension] Kristin Cashore: Die Beschenkte

Katsa, das Mädchen mit einem blauen und grünen Auge, ist in allen sieben Königreichen gefürchtet, denn sie hat die Gabe des Tötens. Kein normaler Mensch kann es mit ihr aufnehmen, und so benutzt ihr Onkel König Randa sie für seine Zwecke, und versetzt mit ihr als Waffe sowohl Freund als auch Feind in Angst und Schrecken.

Doch Katsa, die es leid ist nur als wilde Bestie angesehen zu werden, gründet heimlich den „Rat“ um Menschen zu helfen, die ihre Unterstützung brauchen. Zunächst nur wenige Mitglieder zählend, hat der Rat nun Verbündete in allen Königreichen des Landes.

Im Auftrag des Rates im benachbarten Königreich unterwegs, um den Großvater des Prinzen von Lienid aus geheimer Gefangenschaft zu befreien, trifft Katsa auf Bo – ein Beschenkter mit der Gabe des Kämpfens und siebenter Prinz von Lienid. Gemeinsam machen sich die beiden auf die Suche nach dem Auftraggeber der Entführung und müssen sich einem grausamen Herrscher stellen, der in der Lage ist Freund und Feind gleichermaßen zu verwirren und zu blenden…

Kristin Cashore liefert mit „Die Beschenkte“ einen soliden Fantasyroman ab, der in einer mittelalterlich angehauchten Welt spielt, die durchzogen ist von einer gewissen Magie und dem Mythos um die Beschenkten, mit ihren verschieden farbigen Augen.

Cashore’s Schreibstil ist ungemein klar und fesselnd, und wenn man einmal in die von ihr geschaffene Welt abgetaucht ist, fällt es einem schwer, das Buch wieder aus der Hand zu legen. Auch weißt „Die Beschenkte“ keinen Längen auf, durch die man sich eventuell hindurchquälen muss, daher sind dem eigentlichen Lesefluss keine Grenzen gesetzt.

Allerdings hatte ich doch ein paar kleine Probleme. Zunächst einmal die Namensgebung. Gut, Katsa ist ein annehmbarer Name, auch mit Bo konnte ich mich nach einigen Seiten irgendwie abfinden, aber Bitterblue? Nein ehrlich, die Namensfindung für die Charaktere zielt eindeutig in eine Richtung, mit der ich bei aller Liebe nicht viel anfangen kann.

Und auch die Titel für die Hauptstädte haben mich irgendwie an – nehmt es mir nicht übel – Pokémon erinnert. Ich meine, Randa City, Leck City…da schossen mir beim Lesen automatisch Namen wie Azalea City und ähnliches durch den Kopf.

Doch letztendlich ist soetwas Geschmackssache, und wenn man darüber hinweg sehen kann, bietet sich einem mit Cashore’s Roman wirklich tolle Unterhaltung, eine spannende Geschichte, eine schöne Lovestory, die zwar vom Prinzip her vorhersehbar verläuft, jedoch einige Überraschungen und Wendungen bereithält.

Ich zumindest freue mich auf die Fortsetzung, die unter dem Titel „Die Flammende“ im Januar 2011 bei Carlsen erscheinen wird.

bewertung 4 sterne

Die Beschenkte von Kristin Cashore
Graceling
496 Seiten (Hardcover)
Verlag: Carlsen
Erschienen: September 2009
ISBN: 978-3551582102
19,90 €

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s