[Rezension] Alan Bradley: Flavia de Luce – Mord im Gurkenbeet

Irgendwie ist die Familie de Luce schon etwas seltsam. Nach dem frühen Tod der Mutter Harriet ist Vater de Luce in Trauer versunken und beschäftigt sich fast nur noch mit seiner Briefmarkensammlung; die drei Töchter Ophelia, Daphne und Flavia streiten sich dagegen was das Zeug hält. Die elfjährige Flavia hat dazu noch eine Leidenschaft, die so gar nicht mädchenhaft ist: Sie liebt die Chemie, ganz besonders aber für Gifte aller Art, und widmet sich ihren Forschungen in einem eigenen Labor. Und ab und an muss ihre große Schwester Ophelia als Versuchskaninchen herhalten.

Eines Nachts belauscht Flavia einen Streit zwischen ihrem Vater und einem fremden Mann, und findet kurze Zeit später im ersten Morgenlicht die Leiche eben jenes Fremden im heimischen Gurkenbeet. Schnell wird Flavias Vater, Colonel de Luce von der Polizei als Hauptverdächtiger verhaftet. Doch Flavia glaubt an die Unschuld ihres Vaters und begibt sich auf Spurensuche. Sicher ist, der Tote wurde vergiftet. Doch von wem? Und mit was? Also fragt Flavia in vermeintlicher kindlicher Naivität sämtlichen Zeugen Löcher in den Bauch; folgt jeder noch so abwegigen Spur. Bis sie einsehen muss, dass ihr Vater tatsächlich ein dunkles Geheimnis hütet. Denn früher einmal war er mit dem toten Fremden befreundet gewesen. Und so befürchtet Flavia, dass sie vielleicht eine zu gute Detektivin ist…

Flavia de Luce – Mord im Gurkenbeet“ erschien zum ersten Mal im September 2009 als Hardcover-Ausgabe und ist nun zum ersten Mal im Taschenbuch erhältlich. Anlass für mich, mir Alan Bradley’s hochgelobtes Buch einmal selbst zu Gemüte zu führen.

Zu Beginn hatte ich ehrlich gesagt ein paar Schwierigkeiten, mich in die Geschichte hineinzufinden. Flavia ist als kleine, elfjährige Giftmischerin zwar sofort sympathisch, doch die Geschichte hat mich nicht gleich fesseln bzw. begeistern können. Das allerdings hat sich dann schnell geändert.

Richtig Schwung bekam der „Mord im Gurkenbeet“ für mich ungefähr nach den ersten hundert Seiten, nachdem einige Charaktereinführungen und ähnliches abgehandelt worden waren. Flavias Detektivarbeit wurde immer spannender, die Indizien verdichteten sich immer mehr und man war als Leser mehr als gespannt auf die Auflösung des Ganzen. Auch wenn, das muss ich ehrlich zugeben, einiges doch vorhersehbar war. So wusste ich zwar schon bevor es erwähnt wurde, wie der Fall aufzulösen ist, doch das hat keineswegs geschadet.

Denn Alan Bradley hat einen ganz wunderbaren Schreibstil, voll von Ironie, Sarkasmus und Witz. Und Flavia ist einfach unglaublich liebenswert.

Zwar kann ich das extrem hohe Lob rund um dieses Buch nicht ganz nachvollziehen – bereits vor Erscheinen erhielt Bradley für sein Werk den Dagger Award (renommiertester Krimipreis der Welt) auf Basis eines einzigen Kapitels. Jedoch ist die Geschichte spannend und frisch, und die Idee eine 11-jährige Giftmischerin als Hauptperson einzusetzen, neu und irgendwie doch toll.

Kurz, „Flavia de Luce – Mord im Gurkenbeet“ ist absolut lesenswert, auch für Menschen die sonst mit dem Krimi/Thriller-Genre nicht allzu viel anfangen können (wie eben ich auch), denn Flavia selbst ist absolut liebenswert. Inzwischen ist mit „Mord ist kein Kinderspiel“ ein Folgeband erschienen, den ich dann irgendwann lesen werde, wenn er als Taschenbuch erhältlich oder in der Bibliothek verfügbar ist. ^^

bewertung 4 sterne

Flavia de Luce – Mord im Gurkenbeet von Alan Bradley
The Sweetness at the Bottom of the Pie
384 Seiten (Broschiert)
Verlag: Blanvalet
Erschienen: September 2010
ISBN: 978-3442376247
8,99 €

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