[Rezension] Douglas Coupland: Generation A

In der nahen Zukunft. Die Bienen sind ausgestorben, Honig und Obst wurde zur teuren Mangelware und die Menschen sind gezwungen, sich alternative Nahrungsmittel zu suchen. Drogen sind an der Tagesordnung, um der Realität entfliehen zu können.

Doch dann werden fünf Menschen aus heiterem Himmel von Bienen gestochen. Sie werden eingesperrt, verhört und untersucht, und sind gleichzeitig weltberühmt: Ein Hoffnungsschimmer, ob die Bienen denn nicht doch zurückkehren.

Wieder aus den Forschungseinrichtungen entlassen, stehen Zack, Sam, Julien, Diana und Harj quasi vor dem Nichts. Ihr Hab und Gut wurde in seine Einzelteile zerlegt, und ihre Mitmenschen sehen sie als Trophäen und Stars. So gehen alle Fünf auf das Angebot des Wissenschaftlers Serge ein, der sie bittet mit ihm für ein weiterführendes Projekt auf eine kleine Insel zu ziehen. Dort erzählen sie sich Geschichten, bis alles eine unerwartete Wendung nimmt…

Zunächst war ich von Coupland’s neustem Werk „Generation A“ sehr angetan, die Leseprobe war wunderbar ironisch und amüsant zugleich. So verhielt es sich auch mit der ersten Hälfte des Buches. Die Charaktere wurden eingeführt, man erfährt wie sie gestochen wurden, was sie in der Forschungseinrichtung erlebten und wie sie wieder an die frische Luft gesetzt wurden. Leider beginnt sich schon hier einiges zu wiederholen, denn die Charaktere erzählen nacheinander immer wieder recht ähnliche Geschehnisse.

Die zweite Hälfte, ihre Rückkehr und die Reise zur Insel zusammen mit dem Wissenschaftler Serge zieht sich ziemlich dahin und vermag es nicht, einen wirklich zu fesseln. Auch wirkten die Geschichten, die sich die Hauptcharaktere immer wieder nacheinander erzählen, und die fast die komplette zweite Büchhälfte füllen, auf mich eher wie Lückenfüller. Mag sein dass man dadurch Einblicke sowohl in die Psyche der Charaktere als auch in die Gesellschaft bekommt, jedoch trägt dieser Punkt meiner Meinung nach nichts zur eigentlichen Handlung bei.

An sich verspricht das Buch zu Beginn viel, kann aber nicht alles halten. Mich hat es doch etwas enttäuscht. Vielleicht lag es auch an der Einfarbigkeit der fünf Hauptakteure, denn obwohl die einzelnen Parts aus der Ich-Perspektive geschrieben sind, unterschieden sie sich in ihrer Art des Denkens und Artikulierens kaum.

Coupland’s Schreibstil, zu Beginn locker, ironisch und amüsant, ließ mit der Zeit nach und machte es mir schwer, bis zum Ende durchzuhalten. Das Ende des Buches an sich kommt viel zu überraschend und ist mir persönlich zu sehr aus der Luft gegriffen.

Kurz: Zu Beginn vielversprechend, jedoch letztendlich etwas enttäuschend.

bewertung 2 sterne

Generation A von Douglas Coupland
330 Seiten (Hardcover)
Verlag: Tropen (bei Klett-Cotta)
Erschienen: August 2010
ISBN: 978-3608501100
19,95 €

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Tropen-Verlag für des zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s