[Rezension] Kai Meyer: Die Muschelmagier

Achtung: Für all diejenigen, die den ersten Band „Die Wellenläufer“ noch nicht gelesen haben, könnte diese Rezension Spoiler enthalten.

Eine Nebelwand schützt Aelenium vor den Blicken der Welt. Die Seesternstadt, deren Gebäude aus Korallen bestehen, ist die Wächterin des gefährlichen Mahlstromes, des Tores zum Mare Tenebrosum. Aber Aelenium hat versagt. Das Mare Tenebrosum und seine Bewohner gewinnen an Macht, und alle Hoffnung liegt auf den beiden Wellenläufern Jolly und Munk.

Nachdem Jolly und Griffin nach ihrem Schiffbruch auf einer Insel stranden, stellen sie fest, dass diese von einigen Brückenbauern bewohnt wird. Doch was eine Brücke zur Nachbarinsel zu sein scheint, entpuppt sich als direkter Zugang in die Tiefen des Mare Tenebrosum. In letzter Sekunde kommen Jolly und Griffin die Hippocampen-Reiter Aeleniums unter Führung des einäugigen Geisterhändlers zu Hilfe und bringen die beiden in die Seesternstadt.

Vom Urvater werden Jolly und Munk auf ihren Kampf gegen den Mahlstrom vorbereitet. Jolly lernt Muschelmagie und erfährt, dass Quappen wie sie durchaus in der Lage sind die Meeresoberfläche zu durchbrechen und im Meer zu wandeln und zu atmen als wäre es Luft. Während Munk sich stark verändert, und sich in seiner Rolle als Hoffnungsträger ungemein wohl fühlt, sehnt sich Jolly zurück nach ihrem Leben als Piratin.

Auch Piratenprinzessin Soledad hat ihr Vorhaben nicht aufgegeben, Kenndrick, den Mörder ihres Vaters, zur Strecke zu bringen und bricht auf, um ihn zur Rechenschaft zu ziehen und gleichzeitig die Piratenkapitäne der Antillen als Unterstützung im Kampf gegen den Mahlstrom zu gewinnen. Doch sie hat nicht mit dem Kannibalenkönig Tyrone gerechnet…

Gleichzeitig findet Jolly Hinweise darauf, wer ihren Ziehvater Bannon, Kapitän der Mageren Maddy, damals die Falle stellte, die Jolly von ihrer Piratenfamilie trennte. Nach einen schweren Streit mit Munk macht sie sich allein auf den Weg.

Doch nichts ist so einfach wie es scheint. Spielt der Mahlstrom tatsächlich sein eigenes Spiel, fernab vom Willen des Mare Tenebrosum? Und was führt Kannibalenkönig Tyrone im Schilde? Jolly gerät in tödliche Gefahr und erfährt Dinge, die sie sich in ihren kühnsten Träumen nicht gedacht hätte…

Mit „Die Muschelmagier“ liegt der zweite Band von Kai Meyer’s Wellenläufer-Trilogie vor.

Die Geschichte wird düsterer und verworrener. Jolly hegt große Zweifel an ihrer Bestimmung, gleichzeitig aber macht ihr Munk Gedanken, der nichts mehr mit dem abenteuerlustigen Jungen vom Anfang zu tun hat. Auch entspinnt sich eine feine Beziehung zwischen Griffin und Jolly, was wiederum Wut und Eifersucht in Munks Herz schürt.

Auch spielt Kai Meyer hier mit einigen bekannten Mythen und Sagen, zum Beispiel in Gestalt der Wasserweberinnen mit ihrem (Schicksals-)Faden. Auch haben sich meine Vermutungen über die Figur des Geisterhändlers bestätigt, die schon in Band eins aufgekommen sind.

Meyer’s Schreibstil bleibt gewohnt flüssig, allerdings hat die Geschichte diesmal einige Längen und Füllszenen, die meinen Verdacht bestätigen, die Story zwingend in eine Trilogie zu packen. Die kleinen Längen sind aber zu verkraften und erwiesen sich letztendlich meist als irgendwie bedeutend, auch wenn man das mit entsprechend weniger Worten genauso gut hätte erzählen können.

Ich will nicht zuviel verraten. „Die Muschelmagier“ ist lesenswert, und das große Finale rückt näher, und ich bin schon sehr gespannt ob sich alles zu dem höchst dramatischen Handlungspunkt steigert, den ich insgeheim noch erwarte. ^^

bewertung 4 sterne

Die Muschelmagier von Kai Meyer
358 Seiten (Broschiert)
Verlag: Loewe
Erschienen: Januar 2009
ISBN: 978-3785565438
9,95 €

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