[Rezension] Aprilynne Pike: Elfenkuss

Mit 3 Jahren fanden ihre Adoptiveltern Laurel in einem Körbchen vor ihrer Haustür. Sofort hatten die Beiden die Kleine in ihr Herz geschlossen und bei sich behalten. Doch Laurel war nie so wie andere Kinder. Sie nahm ausschließlich veganisches Essen zu sich, wurde nie krank, verletzte sich nie, und hielt sich lieber im Freien anstatt in geschlossenen Räumen auf. Als ihr Vater endlich die Chance hat sich seinen Traum von einer eigenen Buchhandlung zu erfüllen, verlassen Laurel und ihre Eltern das Haus am Wald und ziehen in eine kleine Stadt namens Crescent City.

Nach jahrelangem Privatunterricht muss die 15-jährige Laurel nun plötzlich auf eine öffentliche Highschool gehen. Dort lernt sie David kennen, und zwischen beiden beginnt sich eine Freundschaft aufzubauen. Laurel beginnt sich einzuleben. Doch dann entdeckt sie auf ihrem Rücken einen kleinen Knubbel. Geht sie zunächst noch von einem einfachen Pickel aus, wächst dieser rasend schnell, und weckt in Laurel panische Gedanken an Tumore und Krebs.

Als Laurel dann eines Morgens aufwacht, und sich auf ihrem Rücken plötzlich Flügel aus Blütenblättern befinden, wird ihr Angst und Bange. Da sie die Flügel nicht ständig verstecken lassen, sucht sie verzweifelt Hilfe bei David. Gemeinsam finden die beiden heraus, dass Laurel keinesfalls so menschlich ist, wie sie angenommen hatte. Als sie kurzzeitig auf das alte Grundstück ihrer Familie zurückkehrt, trifft sie auf Tamani, der ihr erklärt, dass er seit vielen Jahren über sie gewacht hat und sie zu seinem Volk gehört: Laurel ist eine Elfe.

Doch das ist nicht das einzige Problem. Ein Immobilienmakler versucht energisch, Laurels Eltern das alte Grundstük abzukaufen. Als Laurel und David das zu verhindern versuchen, geraten sie in eine weitaus größere Gefahr als sie sich jemals erträumt hätten…

Mit „Elfenkuss“ liegt der erste Jugendroman von Aprilynne Pike vor, und meiner Meinung nach liefert sie damit ein durchaus gelungenes Debüt ab.

Die hier dargestellte Variante der Elfen ist erfrischend anders, da sie sich doch sehr von den typischen, bekannten Versonen und Mythen abhebt. So werden Elfen hier eher als höherentwickelte Pflanzen angesehen, die je nach der Jahreszeit in der sie geboren wurden, verschieden starke Magie wirken können.

Pike’s Schreibstil ist sehr leicht und flüssig, sieht man von ein paar seltsamen Wortschöpfungen ab, die mir ab und an ins Auge stachen, und macht es einem leicht das Buch in recht kurzer Zeit durchzulesen. Auch die Charaktere sind sehr sympathisch gestaltet, selbst Tamani, der zunächst leicht „unerwünscht“ wirkt, da er sich recht plötzlich in Laurel’s Leben einmischt. Die leichte Romanze zwischen David und Laurel ist angenehm, da keinesfalls kitschig, und nimmt nur einen geringen Anteil der Handlung ein.

Allerdings gab es auch ein paar Punkte, die mich persönlich etwas gestört haben. Zum einen wäre da David’s Reaktion auf Laurel’s Flügel. Er ist nur kurz überrascht und nimmt dann alles sehr schnell als gegeben hin, was ich irgendwie etwas unrealistisch fand. Der Schockmoment hätte ruhig etwas länger dauern können.

Und auch als die Autorin plötzlich diverse Mythen und Geschichten binnen wenigen Minuten auf’s Papier gebracht hat. So tummeln sich im Buch auf einmal auch Orks (Trolle hätte ich passender gefunden, warum auch immer), Avalon, König Artus, Merlin und Shakespeares Elfenkönig Oberon. Ein bisschen zuviel auf einmal, meiner Meinung nach.

Trotzdem ist „Elfenkuss“ ein angenehm zu lesender Roman für junge Mädchen (oder auch ältere ^^), der einem einige wirklich schöne, leichte Lesestunden bereitet, und sich mit einem wirklich sehr schönen Cover präsentiert.

bewertung 3 sterne

Elfenkuss von Aprilynne Pike
352 Seiten (Hardcover)
Verlag: cbj
Erschienen: März 2010
ISBN: 978-3570138847
16,95 €

Ich bedanke mich ganz herzlich beim cbj für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

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Ein Gedanke zu “[Rezension] Aprilynne Pike: Elfenkuss

  1. Dieses Buch war eines der besten Bücher die ich dieses Jahr gelesen habe. Es soll verfilmt werden, ich werde es mir auf alle Fälle im Kino ansehen!
    Ein absoluter Büchertipp!!!!

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