[Rezension] Isabel Abedi: Isola

Eine abgeschiedene Insel vor der Küste von Rio de Janeiro, als Sträflingslager gedacht, komplett überwacht durch Massen verborgener Kameras. Diesen Ort hat sich der Regisseur Quint Tempelhoff für sein neues Filmprojekt ausgesucht. Er schickt zwölf Jugendliche im Alter von sechszehn bis neunzehn Jahren für drei Wochen nach „Isola“. Ohne Drehbuch.

Vera, die eigentlich Joy Reichert heißt, hat eigentlich nur an dem Projekt teilgenommen, um die Zeit bis zu ihrem 18. Geburtstag zu überstehen um anschließend Kontakt zu einer Frau namens Esperanza aufzunehmen, deren Foto Vera als eines der drei persönlichen Dinge, die jeder Kandidat mit auf die Insel nehmen darf, bei sich trägt.

Doch nicht nur Vera verbirgt ein Geheimnis. Auch die Anderen, oft aus dem Bereich der Schauspielerei kommend, verbergen sich hinter ihren Insel-Identitäten, und nie ist klar, was gespielt und was Realität ist.

Angekommen auf der Insel sind die Zwölf gezwungen ein Spiel zu spielen, bei dem nur einer als Sieger hervorgehen wird. Doch bald schon wird aus dem Spiel tödlicher Ernst…

Isola“ beginnt, wohl auch wegen der doch eher geringen Seitenzahl, sehr rasant und lässt dem Leser kaum Zeit zum Luft holen. Isabel Abedi bedient sich hier einer Thematik, die allein durch Sendungen wie „Big Brother“ oder auch Filme wie „Battle Royale“ weitgehend bekannt sind. Allerdings übt sie kaum Kritik an dieser Art von Fernsehsendung, und wenn, dann nur sehr unterschwellig.

Die Charaktere sind zwar mehr oder weniger sympathisch, lassen aber etwas an Tiefe vermissen. Allein bei Vera beginnt sich etwas „Mehr“ aufzubauen, jedoch richtig ins Herz geschlossen, wie mir das bei manchen Charakteren in anderen Büchern geht, habe ich auch sie nicht.

Die gesamte Geschichte hat einen geheimnisvollen, dunklen Unterton, und mit dem fortschreiten des Spiels steigert sich auch die Spannung und gleichzeitig die Verwirrung, denn bald wissen weder Charaktere noch Leser, wem sie jetzt noch trauen können. Natürlich darf auch eine kleine Liebesgeschichte nicht fehlen, sie bleibt aber dezent im Hintergrund.

Das Ende fand ich persönlich etwas zu kitschig, aber ingesamt hat Isabel Abedi mit „Isola“ einen Jugendthriller geschrieben, der einen schnell in seinen Bann zieht und mich persönlich erst wieder losgelassen hat, als ich die letzte Seite gelesen hatte.

bewertung 3 sterne

Isola von Isabel Abedi
324 Seiten (Broschiert)
Erschienen: Juni 2007
ISBN: 978-3401501987
9,95 €

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