[Rezension] Oliver Plaschka: Die Magier von Montparnasse

Paris 1926. Der Zauberkünstler Ravi und seine Assistentin haben es geschafft ein Engagement im Bobino zu bekommen; die Krönung ihrer bisherigen Karriere. Doch es läuft nicht alles wie geplant.  Um eine Katastrophe zu verhindern ist Ravi gezwungen, echte Magie einzusetzen. Damit bricht er ein Tabu, das der Société der Magier nicht entgeht…

Nach dieser Vorstellung ist Blanche bereit, eine Entscheidung zu treffen. Sie beißt in einen Apfel und sinkt in einen tiefen, magischen Schlaf.

In einem kleinen Hotel, dem Jardin, treffen schließlich alle aufeinander: Ravi, dessen Assistentin auf ihrem Zimmer wie Schneewittchen in tiefstem Schlummer liegt, die Gesandten der Société, Alphonse, der Besitzer des Jardin, seine Kellnerin Justine sowie der angehende Schriftsteller Gaspard.

Sie alle spielen eine Rolle in den kommenden Geschehnissen. Den Ravis Bruch mit den Gesetzen der Société hat ernstere Folgen als gedacht. So steht in Paris die Zeit still, die Menschen sind gezwungen, ständig den einen Sonntag neu zu erleben. Nur die Magier wissen dies mit Sicherheit, doch Justine beginnt zu ahnen das etwas nicht stimmt. Und während Paris zu Grunde zu gehen droht, suchen Ravi und die Mitglieder der Société nach einer Lösung…

Oliver Plaschka, Gewinner des Deutschen Phantastikpreises 2008, schafft mit „Die Magier von Montparnasse“ ein wirklich zauberhaftes Werk. Es gelingt ihm gekonnt, den Leser zu täuschen, zu verwirren, auf falsche Fährten zu locken bishin zu einem wahrhaft fulminanten Finale.

Stilistisch bedient er sich durchgängig der Ich-Erzählung, wechselt aber oft zwischen den verschiedenen Personen hin und her. Dies eröffnet dem Leser neue, auf den jeweiligen Charakter bezogene, Sichtweisen auf das Geschehen, und bringt einem die Akteure auf interessante Weise näher, als es mit einer „normalen“ Erzählweise möglich gewesen wäre.

Mit jedem neuen, gleichen Tag der anbricht enthüllt Plaschka immer mehr kleine Details, die letztendlich in einem großen Finale gipfeln, ohne sich dabei zu wiederholen oder gar langweilig zu werden.

Stattdessen entpuppt sich Plaschka als wahrer Wortkünstler, der das geschriebene Wort in einer wunderschönen Art zu formulieren auf das Papier bringt.

Die Magier von Montparnasse“ ist ein anspruchsvoller und wunderbar durchdachter Fantasyroman, den es sich lohnt zu lesen.

bewertung 5 sterne

Die Magier von Montparnasse von Oliver Plaschka
428 Seiten (Hardcover)
Verlag: Klett-Cotta
Erschienen: März 2010
ISBN: 978-3608938746
21,90 €

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Klett-Cotta-Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

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2 Gedanken zu “[Rezension] Oliver Plaschka: Die Magier von Montparnasse

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