[Rezension] Tad Williams & Deborah Beale: Die Drachen der Tinkerfarm

Den Geschwistern Tyler und Lucinda drohen langweilige Sommerferien fernab der Zivilisation. Denn ihr (bisher unbekannter) Onkel Gideon hat die Beiden auf seine Farm eingeladen. Alles Murren hilft nichts, und so müssen sie sich wohl oder übel damit abfinden sechs Wochen zwischen Kühen, Schafen und Schweinen zu verbringen, während ihre Mutter versucht mittels eines Single-Urlaubs einen neuen Mann kennenzulernen.

Doch es kommt alles anders. Denn Onkel Gideons Farm ist beiweitem nicht so langweilig wie angenommen. Und Kühe sucht man hier vergebens. Stattdessen tummeln sich in den Ställen und Wäldern allerlei fantastische Geschöpfte: Greifen, Einhörner, Basilisken, fliegende Affen und Drachen.

Was sich zunächst nach einem spannenden Ferienaufenthalt anhört, wird bald schon zu einem riskanten Abenteuer. Nach und nach beginnen Tyler und Lucinda, die Geheimnisse auf und um die Farm zu lüften, und geraten dabei immer tiefer in ein Netz voller Magie, Intrigen und Gefahren…

Mit „Die Drachen der Tinkerfarm“ legen Tad Williams und seine Frau Deborah Beale den Auftakt zu einer neuen Fantasyreihe vor. Klar an ein jüngeres Publikum gerichtet, findet man aber auch als (junger) Erwachsener schnell Gefallen an der mysteriösen Ordinary Farm bzw. Tinkerfarm und seinen Bewohnern.

Williams lässt sich zu Beginn sehr viel Zeit seine Hauptpersonen sowie die Farm und seine menschlichen und nichtmenschlichen Bewohner vorzustellen und einzuführen. Doch ab der zweiten Hälfte kommt die ganze Geschichte richtig in Schwung. Trotz allem verläuft die Handlung sehr geradlinig, mysteriöse Verstrickungen von Nebensträngen sucht man zunächst vergebens. Da es sich aber wie gesagt um den ersten Band einer Reihe handelt, wird sich das denke ich in den Folgebänden noch ändern.

Das Buch präsentiert sich in einem sehr angenehmen, einfachen Schreibstil ohne großartige Schnörkel, was aber gut zum Buch passt. Sehr schön fand ich persönlich auch die immer wieder einfließenden Bezüge zu „Der Zauberer von Oz„. So gibt es hier fliegende Affen, und die Geschwister vergleichen einige Bewohner der Farm mit Figuren aus dem „Zauberer von Oz„. Und natürlich bleiben einige Fragen am Ende des Buches offen, was ganz eindeutig zum Weiterlesen anregt.

Leider finde ich den Buchtitel etwas ungünstig gewählt, was allerdings nicht an einer eigenwilligen Übersetzung des Verlages liegt, wie es manchmal vorkommt. „The Dragons of the Ordinary Farm“ lässt annehmen, es wimmle in dem Buch nur so vor Drachen. Stattdessen finden sich nur zwei Exemplare. Ich hoffe, Williams und Beale besinnen sich bei den Folgebänden auf passendere Titel.

Nichtsdestotrotz kann ich das Buch allen ans Herz legen, die schöne, geradlinige Fantasy ohne Massen an Handlungssträngen mögen.

bewertung 4 sterne

Die Drachen der Tinkerfarm von Tad Williams & Deborah Beale
379 Seiten (Hardcover)
Verlag: Klett-Cotta
Erschienen: November 2009
ISBN: 978-3608938210
19,90 €

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Klett-Cotta für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

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