[Rezension] Carina Bargmann: Sayuri

Als Tallerin ist Marje wie viele Menschen außerhalb der reichen Viertel der Kaiserstadt auf die Wasserversorgung aus dem Fluss Shanu angewiesen. Doch der Wasserspiegel droht zu sinken, und die drastische Rationierung des Wassers trifft besonders die ärmere Bevölkerung hart. Bei einem Anschlag auf die städtischen Wasserspeicher muss Marje fliehen und sticht auf ihrer Flucht einen Soldaten der Palastwache nieder.

Bald schon überschlagen sich die Ereignisse. Miro, der Bruder des Kaisers, gibt bekannt, dass aufgrund einer alten Prophezeiung alle Sechzehnjährigen aus der Stadt vertrieben werden müssen. Doch außerhalb der Stadt lauern die Gefahren der Wüste: Elendig Verdursten oder aber sich in den Mienen der Söldner zu Tode zu schuften. Nebenbei erkennt Marje den Soldaten wieder, den sie am Abend zuvor niederstach. Es handelt sich um den Neffen des Kaisers, Prinz Kiyoshi.

Doch welche Rolle spielt das stumme Kräutermädchen Sayuri?

Zur Flucht aus der Kaiserstadt gezwungen, müssen sich Marje, Kiyoshi und Sayuri den Gefahren der Wüste stellen, Mut beweisen und Geheimnisse lüften, die sie schließlich in den Kampf um die wahre Herrschaft in der Stadt verwickeln.

Mit „Sayuri“ hat Carina Bargmann (übrigens Jahrgang 1991) ein wirklich bemerkenswertes Erstlingwerk geschaffen. Ihr Erzählstil ist angenehm flüssig und entführt den Leser in eine Welt voller Magie, fremdartiger Wörter und Orte und liebenswerter Charaktere. Auf die Entwicklung der Hauptpersonen Marje, Kiyoshi und Sayuri wird sehr viel wert gelegt, und auch die Nebencharaktere sind liebevoll gestaltet und beschrieben.

Und obwohl Sayuri die Namensgeberin des Buches ist, scheint ihre Rolle zunächst nicht allzu tragend zu sein. Dies ändert sich allerdings im Laufe der Geschichte. Immer mehr beginnt man zu verstehen dass Sayuri mehr ist als nur ein stummes Kräutermädchen. Stattdessen ist sie umgeben von Magie und einem Geheimnis, das die Kaiserstadt in ihren Grundfesten erschüttern wird.

Obwohl als Jugendbuch gehandelt, wird „Sayuri“ aber auch jeden Erwachsenen in seinen Bann ziehen und in eine fremde, faszinierende Welt entführen. Die Geschichte wirkt nie zäh oder langweilig, ständig findet man einen Punkt, der einen zum Weiterlesen anregt. Und auch das Ende, obwohl es kein Happy End ist wie man es erwarten würde, fügt sich sehr stimmig in die Geschichte ein. Traurig zwar, aber eben passend.

Mit „Sayuri“ präsentiert uns  Carina Bargmann eine wunderschöne Fantasygeschichte, die es sich auf jeden Fall lohnt zu lesen.

bewertung 4 sterne

Sayuri von Carina Bargmann
515 Seiten (Hardcover)
Verlag: Arena
Erschienen: Januar 2010
ISBN: 978-3401064468
18,95€

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Arena-Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

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