[Rezension] Carlos Ruiz Zafón: Der dunkle Wächter

Ein frühes Werk von Zafón, welches er bereits 1995 veröffentlichte. Den deutschen Lesern wurde es allerdings erst jetzt vorgelegt, was aber nicht unbedingt als Nachteil zu sehen ist, da sich Carlos Ruiz Zafón so mit seinen beiden Werken „Der Schatten des Windes“ und „Das Spiel des Engels“ einen Namen machen und eine Fangemeinde aufbauen konnte.

Kurz zur Handlung: Frankreich im Jahre 1937. Nach dem Tod ihres Vaters ziehen Irene Sauvelle, ihr Bruder Dorian und ihre Mutter Simone in ein kleines Dorf an der Küste der Normandie. Dort hat Simone eine Stelle als Hauswirtschafterin bei dem Spielzeugfabrikanten Lazarus Jann angenommen. Cravenmoore, sein labyrinthartiges Anwesen, zieht die Familie in seinen Bann, besonders die fast schon unheimlichen automatischen Metallfiguren faszinieren besonders den jungen Dorian. Zunächst scheint es, als hätte die Familie das große Los gezogen. Sie dürfen ein Haus am Kap bewohnen, die Arbeit wird wie es scheint gut bezahlt, Lazarus selbst tritt der Familie mit großer Freundlichkeit gegenüber und Irene findet in Ismael ihre erste große Liebe. Als jedoch ein Mord geschieht, wird die Familie unaufhaltsam immer tiefer in einen Strudel aus mysteriösen Ereignissen gezogen. Warum dürfen bestimmte Teile Cravenmoores nicht betreten werden? Warum hat seit Jahren niemand mehr Lazarus kranke Frau zu Gesicht bekommen? Ein dunkler Schatten scheint in Cravenmoore zu hausen…

Der Aufbau der Geschichte scheint einfach, doch obwohl der Roman als Jugendbuch gehandelt wird, empfehle ich es wirklich jedem, das Buch zu lesen. Zafón schreibt mit dem ihm eigenen Zauber, poetisch fast schon. Das langsam aufziehende Grauen, der Schatten, jagt einem wohlige Schauer über den Rücken und ab einem bestimmten Punkt fällt es schwer, das Buch überhaupt noch aus der Hand zu legen. Die Charaktere sind sympathisch, und durch Zafóns wundervolle Beschreibung sieht man die Welt das „Wächters“ vor seinem Inneren Auge Gestalt annehmen.

Auch bereits bekannte Charaktere trifft man in diesem Frühwerk wieder. So hat Andrea Corelli aus „Das Spiel des Engels“ einen kurzen Auftritt, und auch das Motiv des Engels selbst zieht sich durch den Roman.

Inzwischen ist mit „Der Fürst des Nebels“ ein weiteres Frühwerk von Carlos Ruiz Zafón erschienen, weiterhin soll im Oktober diesen Jahres „Der Mitternachtspalast“ folgen.

bewertung 4 sterne

Der dunkle Wächter von Carlos Ruiz Zafón
352 Seiten (Hardcover)
Verlag: Fischer FJB
Erschienen: September 2009
ISBN: 978-3596853885
17,95 €

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