[Rezension] Julie Kagawa: The Iron Daughter – Iron Fey 2 (dt. Plötzlich Fee-Winternacht)

Achtung: Für alle die den ersten Teil “The Iron King (dt. Plötzlich Fee – Sommernacht)” noch nicht gelesen haben, könnte diese Rezension Spoiler enthalten!

Meghan’s Leben hat sich für immer verändert. Zwar war sie schon immer in gewisser Weise eine Außenseiterin, doch jetzt fühlt sie sich verlorener den je. Zur Hälfte Mensch, zur Hälfe Feenprinzessin, steht sie zwischen zwei Welten.

Als Gefangene der Winterkönigin Mab kann sie niemandem an diesem eiskalten und trügerischem Hof vertrauen. Und auch ihre Feenkräfte lassen sie immer mehr im Stich.

Während ein Krieg zwischen den Sommer- und Winterfeen aufzuziehen beginnt, ist Meghan die Einzige, die erkennt, was dahinter steckt. Doch niemand schenkt ihren Geschichten über die Iron Fey Glauben, magische Geschöpfe, die selbst die Grausamkeit von Mab in den Schatten stellen.

Einzig Winterprinz Ash könnte Megahn’s Geschichte bestätigen, aber seit ihrer Ankunft an Mab’s Hof hat sie ihn nie wieder gesprochen… Hat er sie wirklich verlassen?

Während Meghan versucht den aufziehenden Krieg zu verhindern und das gestohlene Zepter der Jahreszeiten zurückzuholen, begibt sie sich in große Gefahr und muss ihr Leben sogar einem Verräter anvertrauen, wohlwissend, dass dies für sie tödlich enden könnte…

Bei “The Iron Daughter” handelt es sich um den zweiten Teil der “Iron Fey“-Reihe der amerikanischen Autorin Julie Kagawa.

Wie bereits der erste Teil präsentiert sich auch dieser Band  mit einem farblich wirklich sehr schönen Cover, wobei sowohl Schrift als auch das Rankenmuster – welches sich auch innerhalb des Buches fortsetzt – in einer Art Reliefprint aufgedruckt sind.

Doch nicht nur das Cover weißt Ähnlichkeiten zum ersten Band auf, auch in Sachen Handlung erweist sich “The Iron Daughter” als ebenso fesselnd wie sein Vorgänger.

Kagawa gelingt es, den Leser von der ersten Seite an zu begeistern. Ihr sehr leichter, fließender Schreibstil zieht einen unwiderruflich immer tiefer in eine äußerlich wunderschöne, magische Welt, die jedoch, lüftet man den Schleier, voller Dunkelheit und Gefahren steckt.

Gefangen am Hof der Winterfeen, an dem Emotionen und Gefühle als Schwäche gelten, muss Meghan mehr den je darauf achten, sich in Zaum zu halten. Doch die plötzliche Kälte, die ihr von Ash, ihrer großen Liebe, entgegenschlägt, kann sie nur schwer ertragen. Die Gefühle zwischen den beiden, Meghan und Ash, ziehen sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch, ohne sich jedoch allzu sehr in den Vordergrund drängen zu wollen. Der Autorin gelingt es, das zarte Band zwischen ihnen, das noch nicht gänzlich zerrissen ist, sehr einfühlsam und doch glaubhaft darzustellen.

Doch hat diese Beziehung wirklich eine Chance? Bereits im ersten Band hat sich eine Art Dreiecksbeziehung angekündigt, und genau diese führt Kagawa hier gekonnt fort. Und schnell ist klar, dass Meghan sich ihrer Gefühle selbst nicht sicher ist…

Meghan, Ash und Puck – sie alle gewinnen in diesem Band an Tiefe, Einblicke in ihre Vergangenheit und Gefühlswelt machen einige vorangegangene Reaktionen verständlicher, glaubhafter. Alle besitzen sie liebenswerte Seiten, aber auch Eigenschaften, die sie alles andere als perfekt wirken lassen. Und genau dies macht sie so ungemein sympathisch.

Die eigentliche Handlung verläuft spannend, mit dramaturgischen Höhen und Tiefen, und nur ein oder zwei ruhigere Momente geben dem Leser kurz Zeit, wieder zu Atem zu kommen.

The Iron Daughter” ist eine mehr als gelungene Fortsetzung der “Iron Fey“-Reihe, voller Spannung, Dramatik und Gefühl, mit ganz wunderbaren Charakteren und definitiv einen Blick wert.

The Iron Daughter: Iron Fey 2 von Julie Kagawa
304 Seiten (Broschiert)
Verlag: Harlequin
Erschienen: August 2010
ISBN: 978-0373210138
ca. 7 €

[Rezension] Mandy Hubbard: Ripple

Lexi ist verflucht. Vor zwei Jahren, an ihrem sechzehnten Geburtstag, änderte sich ihr Leben plötzlich von Grund auf. Denn an diesem Tag rief zum ersten Mal das Meer nach ihr, brachte sie dazu ein betörendes Lied zu singen und ihren Freund Steven zu ertränken.

Seitdem ist nichts mehr wie es einmal war. In der Schule gilt Lexi als Außenseiterin, all ihre damaligen Freunde haben sich nach dem Vorfall am Strand gegen sie gewendet, allen voran ihre damals beste Freundin Sienna, Steven’s Schwester. Doch sie hat gelernt, damit zu leben. Jede Nacht fährt Lexi hinaus an einen einsamen See, um zu schwimmen. Denn gibt sie dem Ruf des Wassers nicht nach, werden die Schmerzen unerträglich.

Doch auf einmal beginnt Cole, der beste Freund Steven’s, wieder mit Lexi zu reden. Entgegen ihrer eigenen Regeln, beginnt sie sich langsam wieder zu öffnen, und Gefühle zuzulassen. Aber kann eine Liebe zu einem Menschen überhaupt funktionieren? Mit dem Auftauchen von Erik ändert sich plötzlich alles…

Hat Lexi tatsächlich die Chance auf ein normales Leben? Und wenn ja, zu welchem Preis?

Mit “Ripple” wagt sich die amerikanische Autorin Mandy Hubbard, Schöpferin von Werken wie “Prada & Prejudice” und “You Wish“, zum ersten Mal in den Bereich der Romantic Fantasy vor und widmet sich einem zumindest auf dem deutschen Buchmarkt noch nicht allzu sehr präsenten Thema: Meerwesen.

Lexi ist ein wunderbarer Charakter, den ich persönlich von der ersten Zeile an ins Herz geschlossen habe. Geschrieben aus der Perspektive dieses jungen Mädchens, schafft es die Autorin, Lexi’s Gefühlswelt mehr als glaubhaft darzustellen. Gefangen in ihrer eigenen kleinen Hölle, kämpft sie sich seit zwei Jahren durch das Leben, lässt all die Mobbing-Attacken ihrer ehemaligen Freunde klaglos über sich ergehen und muss mit den Schuldgefühlen leben, die sie seit jenem Abend am Strand tagtäglich heimsuchen. Einziger Lichtblick ist ihre Großmutter, die jedoch nicht weiß, dass Lexi seit Jahren keinen Kontakt mehr zu ihren Freunden hat. All dies lässt Lexi zunächst sehr düster erscheinen, sehr traurig, und doch so unglaublich real und greifbar.

Als Cole plötzlich wieder anfängt mit Lexi zu sprechen, scheinen sich die Schatten, die sie umgeben, etwas zu lichten. Als Leser wird einem schnell klar, das Cole romantische Gefühle für Lexi hegt, und das obwohl Hubbard auf kitschig-romantische Formulierungen verzichtet.

Mit dem Auftreten von Erik entwickelt sich die gesamte Geschichte zu einer Art Dreiecks-Geschichte. Unglaublich gutaussehend ist er sogleich ein wahrer Mädchenschwarm, und auch Lexi kann sich seiner Anziehungskraft nur schwer entziehen.

Obwohl es sich hier eindeutig um Romantic Fantasy handelt, gelingt es Hubbard, die eigentliche Romanze unglaublich real darzustellen. Lexi’s Schicksal als Sirene ist stets präsent, doch Hauptaugenmerk wird ganz klar auf die Beziehung zwischen ihr, Cole und Erik, sowie die erneute Annäherung an Sienna. Über allem schwebt jedoch ständig ein Hauch von Gefahr und Magie.

Hubbard’s wirklich fesselnden Schreibstil, der frei von blumigen und kitschigen Formulierungen ist, gelingt es “Ripple” zu einem ungemein spannenden Buch zu machen. Lexi’s Geschichte fasziniert, vor allem auch, da sie nicht das kleine schwache Mädchen ist, das sich ohne die Dinge zu hinterfragen sofort in die Arme eines gutaussehenden jungen Mannes fallen lässt. Ihre Vergangenheit hat sie über Nacht erwachsen werden lassen, und genau das spürt man deutlich in jeder ihrer Handlungen.

Ripple” ist definitiv eines meiner absoluten Highlights in diesem Jahr. Eine düstere und doch wunderschöne Geschichte, die von der ersten bis zur letzten Seite fesselt und begeistert. Voller Gefühl, gewürzt mit einer Prise Gefahr und versehen mit liebevoll ausgearbeiteten, glaubhaften Charakteren. Ein absolutes Muss!!

Ripple von Mandy Hubbard
260 Seiten (Hardcover)
Verlag: Razorbill
Erschienen: Juli 2011
ISBN: 978-1595144232
ca. 12 €

[Rezension] Aimée Carter: The Goddess Test

“Become immortal or die trying.”

Statt ihren 18. Geburtstag entsprechend zu feiern, fährt Kate 954 Meilen von New York City nach Eden, einer kleinen Stadt in Michigan, um ihrer Mutter einen letzten Wunsch zu erfüllen. Denn hier ist ihre Mutter aufgewachsen, und hier will sie auch sterben. Und so findet sich Kate an einer neuen Schule wieder, an der sie niemanden kennt, und ständig unter der Angst, dass ihre Mutter vielleicht nicht einmal mehr den Herbst überleben wird.

Doch da begegnet Kate Henry.  Dunkel und gutaussehend behauptet er, Hades zu sein, der Gott der Unterwelt. Zunächst hält sie ihn für verrückt, doch als er vor ihren Augen eine Mitschülerin ins Leben zurückholt, beginnt sich Kate zu fragen, ob er nicht doch die Wahrheit sagt.

Als Henry ihr ein Angebot macht, kann sie nicht anders, als es anzunehmen. Denn er verspricht Kate, ihre Mutter am Leben zu halten, während sie selbst sich sieben Prüfungen unterzieht. Sollte sie diese Prüfungen bestehen, wird Kate an der Seite von Henry die Unterwelt regieren und Unsterblichkeit erlangen. Andernfalls wird Henry seine Herrschaft über die Unterwelt aufgeben müssen, was gleichbedeutend mit dem Ende seiner Existenz ist.

Bisher aber ist es keiner einzigen Kandidatin gelungen, die Prüfungen zu bestehen. Und auch Kate zweifelt an sich selbst…

The Goddess Test” ist Aimée Carter’s Debüt im Young-Adult-Bereich und gleichzeitig Auftakt zu einer bisher als Trilogie geplanten Reihe.

Das Buch hat sehr schnell meine Aufmerksamkeit geweckt, vor allem da ich eine Vorliebe für Geschichten habe, die sich mit den verschiedensten Götterwelten beschäftigen. Also war Carter’s Werk, welches sich des griechischen Götterhimmels bedient, eine durchaus logische Wahl, von der ich mir auch einiges versprochen hatte.

Das Cover, nebenbei bemerkt, war diesmal nicht einer der Gründe, weshalb das Buch meine Aufmerksamkeit erregt hat, erinnert es mich doch allzu sehr an diese eine Szene im ersten Twilight-Film, in der Bella mit Edward auf dieser Waldlichtung liegt – die Körperhaltung hier wirkt genau so unbequem.

Die Geschichte beginnt sehr ruhig und langsam. Carter lässt sich Zeit mit dem Aufbau ihrer Welt und mit der Einführung ihrer Figuren. Diese langsame Entwicklung im Fortschreiten der Handlung eröffnet so die Möglichkeit, einen tieferen Einblick in die Gefühlswelt der einzelnen Charaktere zu erhalten.

Kate wirkt sehr ruhig. Sie fügt sich sehr schnell in ihr neues Schicksal, und auch wenn diese Handlungsweise zunächst unglaubwürdig wirkt, im Hinblick auf Kate’s Vergangenheit und die Tatsache, dass sie sich mit dem unausweichlichem Tod ihrer Mutter auseinandersetzen muss, scheint ihre Reaktion logischer. Kate versucht nach außen hin oft stark und gefasst zu wirken, doch gleichzeitig wird sie immer wieder von starken Selbstzweifeln geplagt.

Henry dagegen tritt in keinster Weise so auf, wie man sich den Gott der Unterwelt eigentlich vorstellen würde. Seine Beziehung zu Persephone, die früher an seiner Seite in der Unterwelt regierte, hat ihn gezeichnet. Er macht sich Vorwürfe, Schuld am Tod der vorangegangenen Kandidatinnen zu sein, obwohl sie sich alle freiwillig den Prüfungen stellten.

Beide Charaktere weisen gewisse Facetten auf, und besonders Henry erweist sich aufgrund seiner Vergangenheit und der Tatsache, dass es sich bei ihm um Hades höchstselbst handelt, als eine durchaus interessante Persönlichkeit. Leider gelingt es der Autorin nicht, eine solche Tiefe aufkommen zu lassen, die es einem unmöglich macht, nicht mit den Figuren zu lachen und zu leiden. Stattdessen wahrt sie Distanz – ob gewollt oder ungewollt ist schwer zu sagen.

Und auch wenn actiongeladene Szenen und atemlose Spannung absolut nicht vorhanden sind, so schafft es Carter wohl auch gerade wegen ihres flüssigen, ruhigen und klaren Schreibstils, den Leser bei Laune zu halten.

The Goddess Test” ist ein gelungener Auftaktband, der zwar keinesfalls schlecht ist, mich aber auch nicht in Begeisterungsstürme ausbrechen lässt. Dazu passiert einfach zu wenig, gerade auch was den Bereich der zu absolvierenden Prüfungen betrifft, den ich mir komplett anders vorgestellt habe. Nichtsdestotrotz werde ich einen Blick auf die Fortsetzung werfen, die unter dem Titel “Goddess Interrupted” im Januar 2012 erscheinen soll.

Zuletzt sei noch gesagt: Wer Spoiler vermeiden will, der lasse bitte unbedingt die Finger von der Götternamensliste am Ende des Buches. Ein zu genauer Blick hierauf könnte das Lesevergnügen enorm schmälern!

The Goddess Test von Aimée Carter
304 Seiten (Broschiert)
Verlag: Harlequin
Erschienen: April 2011
ISBN: 978-0373210268
ca. 7,50 €

[Rezension] Christine Johnson: Jägerin des Mondlichts

Seit Wochen ist die amerikanische Kleinstadt Hannover Falls in Aufruhr, denn ein Werwolf hat mehrere Menschen angefallen und getötet. Doch all das interessiert Claire Benoit im Moment nur wenig. Denn dank ihres sechszehnten Geburtstages hat sie endlich einmal die Chance, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit aller zu stehen. Als sich auch noch der gutaussehende Matthew Engels für sie zu interessieren beginnt, scheint ihr Glück perfekt.

Bis ihre Mutter ein Geheimnis offenbart, das Claires gesamtes Leben auf den Kopf stellt. Denn sie gehört einer sagenumwobenen Dynastie von Werwölfinnen an, die seit Jahrhunderten in den Wäldern Nordamerikas leben. Normalerweise sind Werwölfe friedlich, aber in der Kleinstadt scheint es eine blutdurstige Verräterin zu geben.

Claire gerät im tiefer in einen Strudel aus Lügen und Gefahr, hat sie sich doch nicht nur einer Bestimmung zu stellen, sondern auch ihren Gefühlen zu Matthew, dessen Vater als bekannter Werwolfforscher und -jäger geschworen hat, die blutrünstige Kreatur einzufangen…

Bei “Jägerin des Mondlichts” handelt es sich nicht nur um das Deutschlanddebüt der amerikanischen Autorin Christine Johnson, sondern auch um ihr eigentliches Erstlingswerk.

Von Beginn an wird der Leser mitten hinein in die Geschichte geworfen, längere Einleitungsphasen sucht man hier vergebens. Die Existenz von Werwölfen ist hier kein Mythos aus längst vergangenen Zeiten, sondern eine Tatsache, mit der sich Forscher und eigens gegründete Organisationen seit Jahrzehnten beschäftigen. So ist es nicht allzu verwunderlich, dass Claire und ihre Freunde die Angriffe des Werwolfes ähnlich verfolgen wie wir eine ganz normale Nachrichtenmeldung.

Claire als Hauptperson hat mir zunächst einige Probleme gemacht. Ich hatte Schwierigkeiten mich mit ihrer Art und Weise anzufreunden, teilweise wirkt sie recht naiv, dann auch wieder gewollt stark und mutig. Zum Ende hin bessert sich das zwar etwas, aber komplett warm geworden bin ich mit ihr dann doch nicht.

Der eher schwachen und unglaubwürdigen Hauptperson wurde mit Matthew ein Charakter zur Seite gestellt, der zumindest etwas Entwicklungspotential aufzeigt. Natürlich bringt die Tatsache, dass sein Vater ein Werwolfjäger ist, die bei Romanen dieser Art erwartete Tragik mit in die aufkeimende Beziehung zwischen Matthew und Claire, kann sie sich doch nie sicher sein, ob ihr Geheimnis nicht doch ans Tageslicht kommt und ob Matthew dann tatsächlich noch zu ihr hält.

So wird viel Zeit auf Claire’s Versteckspiel verwendet, gleichzeitig aber muss sie sich mit ihrem Schicksal und ihrer neuen Identität abfinden und anfreunden. Und schnell wird ihr klar, dass die Werwölfinnen ihre ganz eigenen Regeln haben, denen Claire sich unweigerlich fügen muss.

Die Rahmenhandlung gestaltet sich nach einigen Anlaufschwierigkeiten als recht spannend, auch wenn es der Autorin trotz aller Mühen nicht gelungen ist, mich auf eine falsche Fährte zu locken was die Identität des Verräters betrifft. Doch gerade dieses kriminalistische Element gibt dem Buch die entsprechende Würze, andernfalls hätte ich es wahrscheinlich unbeendet zur Seite gelegt.

Alles in allem bietet “Jägerin des Mondlichts” nicht viel neues, aber wer Romane dieser Art mag, dem wird auch dieses Werk gefallen. Die teilweise recht interessante Handlung und der flüssige Schreibstil trösten dann doch über einige Charakterschwächen hinweg. Kein schlechter Roman, aber auch kein allzu guter, eben da nicht viel Neues vorhanden war. Aber Liebhaber des Genres sollten vielleicht einen Blick riskieren.

Jägerin des Mondlichts von Christine Johnson
Claire de Lune
320 Seiten (Broschiert)
Verlag: Ullstein
Erschienen: April 2011
ISBN: 978-3548283173
8,99 €

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Ullstein und bei Vorablesen für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

[Rezension] Aimee Friedman: Der Junge aus dem Meer

Eigentlich wollte Miranda Merchant ihr Praktikum am Museum of Natural History beginnen, doch statt New York führt ihr Weg sie nach Selkie Island. Nach dem Tod ihrer Großmutter Isadora müssen sich Miranda und ihre Mutter um den Nachlass der alten Dame kümmern: ein altes Sommerhaus auf der Insel, dass sie so schnell wie möglich ausräumen und verkaufen wollen.

Schon während ihrer Anreise wird Miranda mit all den Mythen und Geschichten konfrontiert, die sich um Selkie Island ranken. Aber wer glaubt heutzutage noch an Seeschlangen und Meermenschen? Abergläubisches Geschwätz, um Touristen anzulocken.

Während Miranda Bekanntschaft mit den Menschen macht, die seit Jahren jeden Sommer nach Selkie kommen, und das seltsame Verhalten ihrer Mutter so manche Fragen aufwirft, versucht sie sich in ihr Schicksal zu fügen, den Sommer mit mode- und jungsverrückten reichen Mädchen zu verbringen.

Doch dann begegnet ihr der Fischerjunge Leo am Strand. Er zeigt ihr das wahre Selkie, das Selkie der Einheimischen. Miranda beginnt sich zu verlieben. Und bald schon muss sie sich die Frage stellen, ob die Legenden nicht doch der Wahrheit entsprechen…

Der Junge aus dem Meer” ist das aktuellste Werk der amerikanischen Autorin Aimee Friedman.

Das Buch präsentiert sich mit einem wirklich wunderschönen Cover, das auch noch perfekt zur Geschichte passt und eine entscheidende Szene innerhalb des Handlungsverlaufes darstellt. Eben sehr passend.

Miranda fand ich persönlich von Beginn an sehr glaubhaft dargestellt, und konnte mich auch mit ihrer Begeisterung für Naturwissenschaft und Forschung identifizieren. Sie wirkt teilweise etwas ernst, gerade auch im direkten Vergleich mit den anderen weiblichen Nebencharakteren, macht sich nicht so viel aus schicken Kleidern und Jungs. Gleichzeitig hat sie aber auch ein schüchterne Seite, die besonders bei ihren Begegnungen mit Leo zum Vorschein kommt. Und gerade diese Facetten machen sie sympathisch.

Leo dagegen ist der hübsche einheimische Junge, frei heraus und keinesfalls schüchtern. Gleichzeitig begeistert er sich ebenfalls für Meeresbiologie, und wirkt so ungemein perfekt für Miranda, entlockt er ihr doch Gefühle und Regungen, die sie sonst niemals hätte zu Tage treten lassen.

Die Atmosphäre auf der Insel, der Sommer und das Meer, die Leichtigkeit lassen Miranda’s doch sehr schnelle Verliebtheit auch wieder glaubhaft erscheinen. Denn wer hat bitte noch nicht einen eigenen Urlaubs- und Sommerflirt erlebt?

Das gesamte Buch vermittelt eine wundervolle romantische Urlaubsstimmung, die noch mehr von Friedmann’s zartem Schreibstil unterstrichen wird, und einen so auch über die doch eher höhepunktlose Handlung hinwegsehen lässt. Denn spannende oder gar actionreiche Szenen sucht man hier vergebens. Und irgendwie würde diese auch so gar nicht zu dieser zarten Geschichte passen.

Sehr gelungen finde ich auch das Verflechten der Mythen um die Meermenschen mit der eigentlichen Handlung. Der Titel lässt eigentlich erahnen, um wen oder was es sich bei Leo handelt, jedoch schafft es die Autorin, den Schleier nie ganz zu lüften und keine eindeutigen Indizien zu liefern. So bleibt es dem Leser selbst überlassen, ob aus der Legende Wahrheit wird oder nicht. Und doch liegt über der ganzen Geschichte und ihren Charakteren ein bisschen Zauber und Magie.

Der Junge aus dem Meer” ist eine wundervolle, zauberhafte Sommergeschichte, und lässt, obwohl durchaus auch als in sich abgeschlossen anzusehen, auf eine Fortsetzung hoffen. Das perfekte Buch für einen Tag in der Sonne oder gar am Strand, und definitiv ein Tip für den Sommer, gerade auch weil es sich so wunderbar von anderen Romantasy-Romanen abhebt. Lesen!

Der Junge aus dem Meer von Aimee Friedman
Sea Change
288 Seiten (Hardcover)
Verlag: Aufbau Verlag
Erschienen: April 2011
ISBN: 978-3351041311
14,95 €

Ganz herzlichen Dank an den Aufbau-Verlag für das so freundlich zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

[Rezension] Julie Kagawa: Winter’s Passage – Iron Fey 1.5

Achtung: Für alle die den ersten Teil “The Iron King” noch nicht gelesen haben, könnte diese Rezension Spoiler enthalten!

Vor kurzem noch war Meghan Chase ein normales Mädchen – bis sie erkennen musste, dass sie Feenblut in sich trägt, und die Tochter von Oberon ist, dem Herrscher des Sommerhofes im Reich der Feen.

Nach der Konfrontation mit Machina und der Rettung ihres ins Feenreich entführten Bruders Ethan, muss Meghan ihr Versprechen einlösen, dass sie dem Winterprinzen Ash gab. Für seine Hilfe bei der Suche nach ihrem Bruder würde sie ihm zurück ins Feenreich an den Hof der Winterkönigin Mab folgen.

Doch bevor sie ihre Pflicht erfüllt, hat Meghan noch eine Bitte. Sie möchte Puck wiedersehen, ihren besten Freund und Diener ihres Vaters Oberon, der auf ihrer gemeinsamen Reise schwer verletzt wurde.

Während ihrer Reise müssen Ash und Meghan feststellen, dass sie nicht unbeobachtet geblieben sind. Ein gefährlicher Jäger ist ihnen auf der Spur, eine Kreatur, der nicht einmal Ash gewachsen ist…

Winter’s Passage” ist eine kurze Novelle aus dem Universum der “Iron Fey“-Reihe von Julie Kagawa, die zwischen “The Iron King” und “The Iron Daughter” spielt.

So schließt die Erzählung nahtlos an die Geschehnisse des ersten Bandes an.

Die im ersten Band in nur wenigen Szenen angedeutete Beziehung zwischen Meghan und Ash steht hier ganz klar im Mittelpunkt. Doch die Handlung ist keineswegs romantisch. Stattdessen schwebt über allem an tragischer Unterton, der einem immer wieder vor Augen führt, dass diese Liebe unter keinem guten Stern steht.

Ash ist gebunden durch sein Versprechen, der Tochter Oberon’s an den Hof seiner Mutter zu bringen. Diesen einmal gegebenen Schwur kann er nicht brechen, so sehr er es denn auch wollte. So versucht er Meghan zu warnen, beißt jedoch auf Granit, denn das Mädchen ist davon überzeugt, dass Ash ihr zur Seite stehen wird, wenn sie seine Hilfe braucht.

So spürt man als Leser zum einen dieses zarte Band zwischen den beiden immer wieder, doch gleichzeitig wird deutlich, dass Sommer und Winter nicht dazu gedacht sind, sich ineinander zu verlieben.

Der Jäger, der die Spur der Reisenden aufgenommen hat, sorgt zusätzlich für Spannung, da niemand weiß, wer ihn geschickt hat und was sein Auftrag ist.

Eine wunderschöne kleine Episode, die einen zusätzlichen Einblick in die Beziehung zwischen Ash und Meghan gibt. Zwar nur wenige Seiten lang, ist die Novelle zwar schnell gelesen, aber definitiv einen Blick wert, wenn man sich für die Buchreihe an sich bereits begeistern kann. Julie Kagawa’s angenehmer, flüssiger Schreibstil tut sein übriges, den Leser erneut in die Welt der Feen zu entführen, die nicht nur schön, sondern auch gefährlich ist.

Winter’s Passage: Iron Fey 1.5 von Julie Kagawa
68 Seiten (eBook)
Verlag: Harlequin
Erschienen: Juni 2010

Das eBook war für einen kurzen Zeitraum als kostenloser Download auf der Homepage zur Buchreihe verfügbar.

[Rezension] Julie Kagawa: The Iron King – Iron Fey 1 (dt. Plötzlich Fee-Sommernacht)

Mit sechs Jahren verlor Meghan Chase ihren Vater. Während eines Ausflugs in den Park verschwand er spurlos, ließ aber alle persönlichen Dinge zurück. In Luke hat Meghan’s Mutter eine neue Liebe gefunden. Gemeinsam leben sie etwas abseits im ländlichen Louisiana.

In den nächsten Jahren führt Meghan ein eher unscheinbares Teenagerleben, bis sich an ihrem sechszehnten Geburtstag plötzlich alles verändert. Ihr kleiner Bruder Ethan wird durch ein Wechselbalg ersetzt und ihr bester Freund Robbie entpuppt sich als Puck, bekannt aus Shakespeare’s Sommernachtstraum.

Gemeinsam mit Puck begibt sie sich ins Feenreich Nevernever, nichtsahnend worauf sie sich einlässt. Denn statt sich ohne Umschweife auf die Suche nach Ethan zu begeben, findet sich Meghan plötzlich in Arcadia wieder, dem Reich des Feenkönigs Oberon – Erlkönig und Herr des Sommerhofes. Meghan muss erfahren, dass Oberon ihr leiblicher Vater ist, und sie selbst zur Hälfe eine Fee!

Während Oberon seine Tochter an seinem Hof behalten will, kann Meghan aber Ethan nicht einfach seinem Schicksal überlassen. Gemeinsam mit der Katze Grimalkin flieht sie aus Arcadia, mitten hinein ins Reich Tir Na Nog, dem Territorium der Winterkönigin Mab… und mitten hinein in die Arme ihres Sohnes Ash, der geschworen hat, Meghan an den Hof seiner Mutter zu bringen. Doch alles kommt anders…

The Iron King” ist der erste Teil der “Iron-Fey“-Reihe aus der Feder der Autorin Julie Kagawa, und die englische Orignalausgabe zu “Plötzlich Fee – Sommernacht“, das vor kurzem auf Deutsch erschienen ist.

Gerade das Erscheinen der deutschen Übersetzung hat mich dazu gebracht, dieses Buch, das schon seit einer gefühlten Ewigkeit ungelesen in meinem Regal stand, endlich einmal zu lesen. Und nun frage ich mich: Warum habe ich damit nur so lange gewartet?

Dank ihres flüssigen, klaren Schreibstils gelingt es Kagawa, den Leser von der ersten Seite an zu fesseln. Mit Leichtigkeit entführt sie uns in eine zauberhafte, und doch tödliche Welt voller Feen, Kobolde, Trolle und anderer Fabelwesen.

Aus Sicht von Meghan erzählt, fällt es leicht, sich mit der Hauptperson der Geschichte zu identifizieren. Ein normaler Teenager, etwas naiv,  in der Schule eher die graue Maus, und dank der Abgeschiedenheit ihres Elternhauses kann sie nur ihren Nachbarn Robbie zu ihren Freunden zählen. Dass dieser nicht der ist der er zu sein vorgibt, erschüttert Meghan zutiefst, und lässt sie an Robbies Freundschaft zweifeln.

Puck mag zwar ein glaubhafter Charakter sein, doch alles in allem habe ich persönlich mit ihm und seiner Art ein paar Schwierigkeiten. Winterprinz Ash dagegen ist um einiges faszinierender. Nach außen hin kalt und desinteressiert, hat er trotz allem ein Herz, und anhand einschlägiger Inhaltsangaben auf dem Buchrücken oder im Netz ist, denke ich, jedem klar, dass sich zwischen ihm und Meghan etwas anbahnt. Dass diese Beziehung unter keinem guten Stern steht, macht das ganze um einiges tragischer, stehen sich die beiden doch ähnlich wie Romeo und Julia in verschiedenen Lagern gegenüber.

Kagawa hat sich für ihr Werk einige bekannte Charaktere entliehen, die sich seit Shakespeare’s Sommernachttraum durch diverse Erzählungen und Geschichten ziehen. Doch neben Puck, Oberon und Titania, so sind auch Mab und ihre Heimstatt Tir Na Nog, welches aus der irisch-keltischen Mythologie stammt, keineswegs unbekannt. Gerade dieses Vermischen von diversen Mythen und Legenden mit einer gänzlich neunen Geschichte geben dem Leser das Gefühl, immer wieder auf alte Bekannte zu treffen.

Und auch wenn Grimalkin an die Grinsekatze aus “Alice im Wunderland” erinnert, und Meghan’s Suche nach ihrem Bruder stark an den Film “Labyrinth” mit David Bowie erinnert, so ist “The Iron King” auf keinen Fall eine Kopie. Stattdessen erschafft Kagawa eine ganz eigene Geschichte, basierend auf einer Welt, über die schon so viele Legenden erzählt wurden, dass man sie gar nicht mehr zählen kann.

The Iron King” ist ein mehr als gelungener Auftakt zu einer hoffentlich genau so gelungenen Reihe, voller Magie, Dramatik und Zauber, mit sympathischen, interessanten und faszinierenden Charakteren, deren Geschicht man unbedint weiter verfolgen muss. Dieses Buch ist definitiv einen Blick wert, und hat allein schon (bei der englischen Ausgabe zumindest) wegen des wunderschönen Covers einen Platz im Bücherregal verdient.

The Iron King: Iron Fey 1 von Julie Kagawa
368 Seiten (Broschiert)
Verlag: Harlequin
Erschienen: Februar 2010
ISBN: 978-0373210084
ca. 7 €

[Rezension] Tracy Buchanan: Sternenwandler

Eigentlich hatte sich Tori Hamilton ihren sechszehnten Geburtstag etwas anders vorgestellt. Nicht nur, dass sich ihre ihre Eltern wieder einmal mehr als nur streiten, sie gerät nachts auch noch an eine Gruppe gewalttätiger Jugendlicher. Doch zu Hilfe eilt ihr nicht ein starker Ritter, sondern ein Pferd!
Und dieses Pferd fängt vor ihren Augen plötzlich an zu funkeln wie ein Sternenmeer und verwandelt sich in einen Jungen. In Cam Chase, den Neuen an ihrer Schule. Vom ersten Augenblick an fühlt sich Tori zum ihm hingezogen.

Doch Cam ist nicht ohne Grund in die Stadt gekommen. Er ist auf der Suche nach seinem Zwillingsbruder, der von der Firma gefangen gehalten wird, in der Tori’s Vater arbeitet. Sein ungewöhnliches Geheimnis schreckt Tori nicht ab, und gemeinsam begeben sie sich auf eine Mission, die zahlreiche Gefahren bereithält – für sie beide.

Denn bald schon geht es um Leben und Tod, um das Leben von Cam, seinem Zwillingsbruder und vielen anderen Menschen…

Bei “Sternenwandler” handelt es sich um den Debütroman der Autorin Tracy Buchanan.

Zunächst einmal muss ich sagen, dass ich mich an dem wunderschön gestalteten Cover wirklich kaum satt sehen kann. Schlicht und schön kommt es ganz ohne Kitsch und die typischen Junge-Mädchen-Fotografien aus, und ist daher wirklich gelungen.

Die Geschichte selbst ist ein typischer Romantasy-Roman für junge Leser. Es ist von Anfang an klar, dass sich Tori in Cam verliebt, ebenso klar ist die Gefahr, die von einer Beziehung zu ihm ausgeht. Trotz dieser Vorhersehbarkeit sind beide Hauptcharaktere sehr sympathisch gezeichnet und wachsen einem beim Lesen sehr schnell ans Herz.

Tori ist das junge Mädchen, das mit ansehen muss, wie der Vater die eigene Mutter schlägt, aber so tut, als bekäme sie davon nicht das geringste mit. Sie spielt die brave Tochter, versucht es allen recht zu machen und unterdrückt in gewisser Weise ihre eigenen Wünsche und Träume. Bei Cam kann sie sein wie sie ist, muss sich nicht verstellen. Die gesamte Hintergrundgeschichte um Tori und ihre Familie macht sie zu einem sehr glaubhaften, greifbaren Charakter, mit dem man sich schnell identifizieren kann.

Cam ist, wie so oft in solchen Romanen, mysteriös und voller Geheimnisse. Was ihn aber nicht unbedingt unsympathisch macht. Er fühlt sich zu Tori hingezogen, versucht aber gleichzeitig, sie zu beschützen – vor sich und vor den Gefahren die er automatisch anzieht. Loyal und aufrichtig treu wie er ist, versucht er alles, um seinen Zwillingsbruder zu finden, ohne dabei Tori allzu großen Schwierigkeiten auszusetzen – was natürlich zu Konflikten zwischen den beiden führt.

Dieser zarten Liebesgeschichte wurde eine doch recht gut durchdachte Hintergrundgeschichte mitgegeben. Die Erklärung, wie und warum Cam zu einem Gestaltwandler wurde, ist erfrischend neu und anders. Mit der Zeit werden Beziehungen und Verbindungen enthüllt, die immer mehr Einblicke in die Geschehnisse rund um Cam geben und die Gründe, warum sein Zwillingsbruder verschwunden ist.

Trotz allem ist die Geschichte in gewisser Weise vorhersehbar, große Überraschungen und Aha-Effekte bleiben leider aus. Vielleicht habe ich aber auch einfach inzwischen zuviele Bücher dieser Art gelesen. Allerdings macht der sehr leichte, angenehm zu lesende Schreibstil der Autorin diesen Punkt fast schon wieder wett, hindert er einen doch daran, das Buch einfach zur Seite zu legen.

Da das Ende sich als offen erweist, geht ich davon aus dass sich hier die Option auf eine Fortsetzung offen gehalten wird. Irgendwie schade, denn dank der vielen Trilogien und ähnlichem findet man nur noch selten Einzelbände – gerade in diesem Genre.

Nichtsdestotrotz handelt es sich bei “Sternenwandler” um einen gelungenen Debütroman mit sympathischen Charakteren, einer gut durchdachten Hintergrundgeschichte jedoch wenig Überraschungen. Einen Blick sollte das Buch aber dennoch wert sein.

Sternenwandler von Tracy Buchanan
352 Seiten (Broschiert)
Verlag: Piper
Erschienen: März 2011
ISBN:978-3492259453
9,95 €

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Piper-Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

[Rezension] Melissa Marr: Fragile Eternity – Wicked Lovely 3

Aislinn hat ihr Leben als Sterbliche hinter sich gelassen und regiert nun als Königin des Sommerhofes an der Seite von Keenan. Sie akzeptiert das Herrschertum als eine Notwendigkeit um den Sommerhof wieder zu seiner alten Stärke zu verhelfen, kann und will Keenan aber nicht lieben, da ihr Herz immer noch Seth gehört – einem Menschen.

Doch zwischen Keenan und Ash herrscht eine ungemein große Anziehungskraft und beiden fällt es schwer, dieser zu widerstehen. Auch da Keenan so mit seiner wahren Liebe Donia zusammensein kann, der Königin des Winterhofes. Allerdings lässt er nichts unversucht, Ash’s Herz für sich zu gewinnen…

Damit hat vor allem Seth seine Probleme. Alles was er sich wünscht ist, für alle Ewigkeit bei Ash sein zu können. Doch als Sterblicher wird er irgendwann aus ihrem Leben verschwinden, und sie wird sich unweigerlich Keenan zuwenden. Als er Niall, seinen Freund und Herr des Hofes der Finsternis, um Hilfe bittet, lehnt dieser ab. Stattdessen begegnet Seth Bananach, Herrin von Krieg und Chaos, die regelmäßig die Herrscher der Höfe mit Schreckensvisionen heimsucht, um einen Krieg heraufzubeschwören.

Sie bietet Seth eine Möglichkeit, Unsterblichkeit zu erlangen, die er ohne zu zögern annimmt. Doch er ahnt nicht welchen Stein er damit ins rollen bringt…

Fragile Eternity” ist der dritte Teil der Wicked-Lovely-Reihe von Melissa Marr.

Die Autorin präsentiert hier in ihrem gewohnt modernen und locker-leicht zu lesendem Schreibstil die Dramatik um die Beziehung zwischen Ash und Seth. Zweifel und nicht zu kontrollierende Anziehung bestimmen das Geschehen und schaffen daher einen eher ernsten Unterton, der sich duch das gesamte Buch zieht.

Und obwohl die Handlung an sich vielversprechend erscheint und Potential bietet, tritt Marr größtenteils auf der Stelle. Die wenigen Wendungen sind vorhersehbar, genau wie eigentlich die komplette Geschichte, was das Lesevergnügen enorm schmälert.

Auch mit den Charakteren hatte ich so meine Probleme. Mit Ash bin ich immer noch nicht warm geworden, sie bleibt in ihren Interaktionen für mich unnatürlich und wenig glaubhaft. Keenan ist eine Sache für sich, eine Figur, die mir schon unsympathisch ist, bevor sie quasi den Mund aufmacht. Und Seth, der eigentliche Hauptcharakter dieses Bandes, bleibt von der ersten bis zur letzten Seite farblos und flach.

Einzige Lichtblicke für mich sind Donia, Niall und Bananach – Charaktere, die Potential haben und obwohl sie nur kurze Auftritte haben, stärker im Kopf bleiben als die Hauptpersonen.

Alles in allem ist “Fragile Eternity” eher enttäuschend. Marr nutzt das Potential und die Möglichkeiten, die die Geschichte bietet nicht aus und lässt jeden Moment, ein bisschen Spannung aufzubauen, ungenutzt verstreichen.

Die zwei Sterne erhält dieses Buch nur aufgrund der Kurzgeschichte um Niall, Irial und Leslie, die in dieser Ausgabe enthalten ist. Denn diese knapp 50 Seiten bieten mehr Handlung und Gefühl, als die fast 400 Seiten lange Hauptstory überhaupt ansatzweise erreicht.

Weiterempfeheln will ich dieses Buch gar nicht wirklich. Fans der Reihe werden es denke ich lesen, aber für mich wird es wahrscheinlich das letzte Buch der Wicked-Lovely-Reihe gewesen sein.

Fragile Eternity (Wicked Lovely 3) von Melissa Marr
448 Seiten (Broschiert)
Verlag: HarperCollins
Erschienen: 2009; Reprint März 2010
ISBN: 978-0061214738
6,99 €

[Rezension] Bettina Belitz: Scherbenmond

Achtung: Für alle, die den Vorgänger “Splitterherz” noch nicht gelesen haben, könnte diese Rezension Spoiler enthalten.

Längst ist der Sommer vergangen, der Elisabeth Sturm die Augen öffnete für die gefährliche Welt der Mahre. Der Sommer, in dem sie sich in einen von ihnen verliebte. Seit Monaten ist Colin nun verschwunden, und Ellie quält sich durch einen scheinbar nicht enden wollenden Winter. Die Tage tröpfeln gleichförmig vor sich hin, in den Nächten dagegen wird Ellie von Albträumen heimgesucht, die sie verstört zurücklassen. Teilweise ist sie sich nicht einmal mehr sicher, ob Colin nicht eher eine Ausgeburt ihrer Phantasie ist.

Doch nicht nur Colin macht Ellie Sorgen. Ihr Vater, der Welt der Mahre näher als sie es sich jemals in ihrer kühnsten Träumen erdacht hätte, ist ebenfalls verschwunden. Die Vermutung, er könnte anderen Mahren in die Hände gefallen sein, scheint sich immer mehr zu bestätigen, den seit einer gefühlten Ewigkeiten haben weder Ellie noch ihre Mutter ein Lebenszeichen von Leo erhalten.

Ein Brief ihres Vater, für eben diese Situation hinterlegt, führt Ellie nach Hamburg zu ihrem Bruder Paul, um diesen wieder nach Hause zu holen. Doch sie erkennt Paul kaum wieder: Er hat nicht nur sein Medizinstudium abgebrochen und legt einige Gewohnheiten an den Tag, die Ellie ungewöhnlich erscheinen, er ist auch stets erschöpft, wirkt gehetzt und scheint vor seiner Schwester etwas verbergen zu wollen. Je mehr sie in Pauls Welt eintaucht, desto deutlicher überkommt Ellie ein Gefühl der Bedrohung und plötzlich weiß sie nicht mehr, wem sie noch trauen kann. Sie ahnt nicht, dass ihre Sorge um Paul und ihre Liebe zu Colin sie tiefer verletzen könnten als der abgründigste Traum, denn ihr aller Leben ist in Gefahr…

Endlich ist sie da, die lang erwartete Fortsetzung von “Splitterherz“: Bettina Belitz “Scherbenmond“.

Nicht nur das in grau getauchte Cover erscheint düsterer als sein Vorgänger, auch innerhalb der Geschichte ist dies der Fall. Die dunkle Kälte des Winters erscheint greifbar, und auch Ellies Gedankenwelt ist keinesfalls in wattige, rosa Verliebtheitsfantasien gepackt. Dies geht sogar so weit, dass ihr eigener Bruder ihr empfiehlt, sich einen Therapeuten zu suchen.

Der Schreibstil von Bettina Belitz macht “Scherbenmond” zu einem absoluten Page-Turner. Man fiebert, bangt und leidet mit. Die Charaktere ist allesamt keine glorreichen Heiligenerscheinungen, sondern besitzen alle ihre ganz eigenen Schattenseiten, was sie unglaublich glaubhaft und sympathisch macht.

Gerade auch Ellies Bruder Paul, den man als Leser bisher kaum wirklich kennenlernen konnte, fasziniert. Zusammen mit Ellie fragt man sich, was ihn wohl so stark verändert hat, dass er das heißgeliebte Medizinstudium abbrach und Charaktereigenschaften an den Tag legt, die ihn in Ellies Augen zu einem fast völlig fremden Menschen machen.

Ebenfalls gibt es ein Wiedersehen mit Tillmann, der düsterer und erwachsener erscheint, und Ellie auf seine ganz eigene Art und Weise unterstützt.

Trotz all der Düsternis gibt es immer wieder helle, lichte Momente. Die Begegnungen zwischen Ellie und Colin sind auf ihre ganz besondere Weise romantisch, die ganze Beziehung wird erwachsener, ernster und steht teilweise sogar auf Messers Schneide. Und auch der Humor kommt nicht so kurz. Es gab einige Stellen, an denen ich ehrlich herzhaft lachen musste.

Scherbenmond” ist ein wundervolles Buch, eine mehr als gelungene Fortsetzung und definitiv schon jetzt eines meiner Highlights des Jahres 2011. Einfach fantastisch und absolut lesenswert!

Scherbenmond von Bettina Belitz
688 Seiten (Hardcover)
Verlag: script5
Erscheint: 15. Januar 2011
ISBN: 978-3839001226
19,95 €

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Verlag script5 für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

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