[Rezension] Carlos Ruiz Zafón: Marina

“Wir alle haben im Dachgeschoss der Seele ein Geheimnis unter Verschluss.”

Barcelona, am Ende des Jahres 1979. Der fünfzehnjährige Óscar Drai besucht ein Internat, sehnt sich jedoch danach, am pulsierenden und faszinierenden Leben in Barcelona teilzuhaben. So zieht es ihn immer wieder heimlich hinaus in die Gassen der Stadt.

Auf einem seiner Streifzüge durch die alten Villenviertel begegnet Óscar einem jungen Mädchen. Blond und blass scheint Marina so zart, als wäre sie nicht von dieser Welt. Óscar ist sofort von ihr fasziniert.

Zusammen mit Marina nimmt Óscar die Fährte einer geheimnisvollen Dame in Schwarz auf, nicht ahnend, was sie damit ins Rollen bringen. Gemeinsam werden die beiden in eine Geschichte voller Gefahr, Wut und Größenwahn gesogen. Eine höllische Verbindung von vernichtender Kraft, die alles Glück zu zerstören droht.

Doch auch Marina umgibt ein Geheimnis…

Marina” wurde bereits im Jahre 1999 in Spanien veröffentlicht, und hat nun, nach den bahnbrechenden Erfolgen des Autors Carlos Ruiz Zafón, seinen Weg auf den deutschsprachigen Markt gefunden.

Gleich zu Beginn: Sehr schön finde ich, dass der Verlag das Originalcover beibehalten und nur geringfügig bearbeitet hat, gibt es doch die Atmosphäre des Romans in meinen Augen perfekt wieder.

In diesem Roman entführt Zafón zum ersten Mal in sein geliebtes Barcelona, wie wir es aus “Der Schatten des Windes” und “Das Spiel des Engels” kennen und lieben. Nach drei Jugendromanen richtet er sich mit dieser Geschichte zum ersten Mal auch an eine breitere Leserschaft, jedoch lässt sich “Marina” recht schwer einordnen; schwebt eher zwischen Jugendbuch und Roman.

Marina” ist laut eigenen Aussagen der persönliche Liebling des Autors – nachzuvollziehen, gibt es doch deutliche Gemeinsamkeiten zwischen Zafón und seinem Helden Óscar Drai. Beide besuchten eine Jesuitenschule und durchstreiften in ihrer Freizeit die Stadt.

Gemeinsam mit Óscar entdeckt der Leser ein faszinierendes Stück Barcelona, stets schwebend zwischen Fiktion und Realität. Óscar ist ein Charakter, der schnell ans Herz wächst. Aufgrund der Tatsache, dass er diese Geschichte quasi selbst niederschreibt, fühlt man sich sofort mit ihm verbunden. Er ist keinesfalls perfekt, hat Wünsche, Träume und Ängst – und ist genau deshalb so ungemein menschlich und sympathisch.

Marina dagegen wirkt zunächst – vor allem auch aufgrund Óscars Beschreibung – fast schon ätherisch und elfenhaft. Doch schnell erweist sie sich als abenteuerliches Mädchen, das keineswegs auf den Mund gefallen ist und sich liebevoll um ihren Vater kümmert.

Gekonnt entführt Zafón in eine Geschichte, in der jedes Detail von Bedeutung zu sein scheint, eine Mischung aus Grusel- und Kriminalgeschichte, ein modernes Märchen. Oder doch nicht?

Mit dem ihm eigenen wundervollen, fesselnden Schreibstil voller fantastischer Formulierungen schafft es Zafón einen wahren Sog zu entwickeln, dem sich der Leser kaum mehr entziehen kann. Voller Staunen deckt man zusammen mit Óscar und Marina immer mehr Geheimnisse auf – tödliche, gefährliche und doch auch unglaublich berührende und tragische Geheimnisse.

“Vor meinem Fenster ging Barcelona in scharlachroten Schatten auf, ein Wald aus Antennen und Zinnen.”
(Marina, S. 26)

Bücher, bei denen mir allein aufgrund der sprachlichen Schönheit die Tränen in die Augen steigen, sind selten. Doch “Marina” ist es gelungen, genau diese Reaktion bei mir auszulösen. Ein wunderbares Buch. Wer bisher noch kein Werk von Zafón gelesen hat, dem sei dieses Werk ans Herz zu legen. Liebhabern des Autors natürlich ebenso.

Marina von Carlos Ruiz Zafón
Marina
352 Seiten (Hardcover)
Verlag: Fischer
Erschienen: April 2011
ISBN: 978-3100954015
19,95 €

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Fischer-Verlag und Vorablesen für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

[Rezension] Kelley Armstrong: Die dunklen Mächte – Höllenglanz

Achtung: Für alle, die die ersten beiden Teile der Reihe “Schattenstunde” und “Seelennacht” noch nicht gelesen haben, enthält diese Rezension eindeutig Spoiler!

Nach ihrer gefährlichen Flucht vor den Wissenschaftlern der Edison Group scheinen Chloe Saunders und ihre Freunde endlich aufatmen zu können. Sie haben das Haus einer Widerstandsgruppe erreicht, einer Vereinigung von Paranormalen, die im Geheimen gegen die Edison Group kämpft.

Es scheint, als haben die Jugendlichen endlich die Gelegenheit, zur Ruhe kommen zu können. Doch nach und nach stoßen sie auf Spuren, die sie an der Vertrauenswürdigkeit der Widerstandsgruppe zweifeln lassen.

Die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen zunehmend, und Chloe und ihre Freunde wissen nicht mehr, wem sie tatsächlich noch vertrauen können. In dem Wissen, sich der Edison Group nicht auf ewig entziehen zu können, sind sie gezwungen, eine schwerwiegende Entscheidung zu treffen…

Höllenglanz” ist der finale Teil der Trilogie um “Die dunklen Mächte” aus der Feder von Kelley Armstrong.

Wie bereits beim zweiten Teil, so schließt auch der finale dritte Band der Reihe nahtlos an seinen Vorgänger an. Dank ihres frischen und ungemein fesselnden Schreibstil gelingt es Armstrong, den Leser erneut sehr schnell in die eigentliche Geschichte hineinzuziehen und lässt kaum eine Gelegenheit aufkommen, das Buch auch nur für Sekunden aus der Hand zu legen.

Auch wenn man zunächst glauben könnte, den Figuren sei endlich einmal die Gelegenheit gegeben, zur Ruhe zu kommen, so steht das Rad der Zeit keineswegs still. Der dunkle Schleier, der über den gesamten Geschehnissen liegt und sich nur sehr langsam zu lüften beginnt, ist mehr als greifbar und in nahezu jeder Zeile spürbar.

Erneut gelingt es Armstrong, ihre Figuren glaubhaft darzustellen, die Fehler, die jeder einzelnen hat, machen die  Charaktere umso realistischer. Man fühlt und fiebert mit, so sehr sind sie einem ans Herz gewachsen. Besonders Tori, im ersten Band noch nahezu unerträglich, hat sich jetzt endgültig zu meiner Lieblingsfigur aufgeschwungen.

Höllenglanz” war spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Einige Fragen werden geklärt, jedoch auch neue aufgeworfen – ein Grund mehr einen Blick auf die Nachfolgerreihe “The Darkest Rising” zu werfen, bei der es sich zwar nicht direkt um eine Fortsetzung handelt, die jedoch im selben Universum angesiedelt ist.

Gekonnt verknüpft Armstrong actionreiche Szenen mit ruhigen, teils sogar romantischen Momenten, die der Geschichte jedoch keinesfalls ihren Schwung nehmen, sondern sich perfekt und fast unbemerkt in die Handlung einfügen, und so auf keinen Fall störend oder erzwungen wirken.

Höllenglanz” ist der perfekte Abschluss einer wirklich sehr gelungenen Reihe und für mich der beste Band der gesamten Serie. Spannend und mystisch bis zum Schluss, voller überraschender und dramatischer Wendungen, mit glaubhaften Charakteren und einer Prise Gruselatmosphäre. Die passende Lektüre für die langsam wieder länger werdenden Nächte.

Die dunklen Mächte: Höllenglanz von Kelley Armstrong
Darkest Powers: The Reckoning
400 Seiten (Hardcover)
Verlag: PAN
Erschienen: Juni 2011
ISBN: 978-3426283431
14,99 €

Vielen herzlichen Dank an den PAN-Verlag für das so freundlich zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

[Rezension] Christine Johnson: Jägerin des Mondlichts

Seit Wochen ist die amerikanische Kleinstadt Hannover Falls in Aufruhr, denn ein Werwolf hat mehrere Menschen angefallen und getötet. Doch all das interessiert Claire Benoit im Moment nur wenig. Denn dank ihres sechszehnten Geburtstages hat sie endlich einmal die Chance, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit aller zu stehen. Als sich auch noch der gutaussehende Matthew Engels für sie zu interessieren beginnt, scheint ihr Glück perfekt.

Bis ihre Mutter ein Geheimnis offenbart, das Claires gesamtes Leben auf den Kopf stellt. Denn sie gehört einer sagenumwobenen Dynastie von Werwölfinnen an, die seit Jahrhunderten in den Wäldern Nordamerikas leben. Normalerweise sind Werwölfe friedlich, aber in der Kleinstadt scheint es eine blutdurstige Verräterin zu geben.

Claire gerät im tiefer in einen Strudel aus Lügen und Gefahr, hat sie sich doch nicht nur einer Bestimmung zu stellen, sondern auch ihren Gefühlen zu Matthew, dessen Vater als bekannter Werwolfforscher und -jäger geschworen hat, die blutrünstige Kreatur einzufangen…

Bei “Jägerin des Mondlichts” handelt es sich nicht nur um das Deutschlanddebüt der amerikanischen Autorin Christine Johnson, sondern auch um ihr eigentliches Erstlingswerk.

Von Beginn an wird der Leser mitten hinein in die Geschichte geworfen, längere Einleitungsphasen sucht man hier vergebens. Die Existenz von Werwölfen ist hier kein Mythos aus längst vergangenen Zeiten, sondern eine Tatsache, mit der sich Forscher und eigens gegründete Organisationen seit Jahrzehnten beschäftigen. So ist es nicht allzu verwunderlich, dass Claire und ihre Freunde die Angriffe des Werwolfes ähnlich verfolgen wie wir eine ganz normale Nachrichtenmeldung.

Claire als Hauptperson hat mir zunächst einige Probleme gemacht. Ich hatte Schwierigkeiten mich mit ihrer Art und Weise anzufreunden, teilweise wirkt sie recht naiv, dann auch wieder gewollt stark und mutig. Zum Ende hin bessert sich das zwar etwas, aber komplett warm geworden bin ich mit ihr dann doch nicht.

Der eher schwachen und unglaubwürdigen Hauptperson wurde mit Matthew ein Charakter zur Seite gestellt, der zumindest etwas Entwicklungspotential aufzeigt. Natürlich bringt die Tatsache, dass sein Vater ein Werwolfjäger ist, die bei Romanen dieser Art erwartete Tragik mit in die aufkeimende Beziehung zwischen Matthew und Claire, kann sie sich doch nie sicher sein, ob ihr Geheimnis nicht doch ans Tageslicht kommt und ob Matthew dann tatsächlich noch zu ihr hält.

So wird viel Zeit auf Claire’s Versteckspiel verwendet, gleichzeitig aber muss sie sich mit ihrem Schicksal und ihrer neuen Identität abfinden und anfreunden. Und schnell wird ihr klar, dass die Werwölfinnen ihre ganz eigenen Regeln haben, denen Claire sich unweigerlich fügen muss.

Die Rahmenhandlung gestaltet sich nach einigen Anlaufschwierigkeiten als recht spannend, auch wenn es der Autorin trotz aller Mühen nicht gelungen ist, mich auf eine falsche Fährte zu locken was die Identität des Verräters betrifft. Doch gerade dieses kriminalistische Element gibt dem Buch die entsprechende Würze, andernfalls hätte ich es wahrscheinlich unbeendet zur Seite gelegt.

Alles in allem bietet “Jägerin des Mondlichts” nicht viel neues, aber wer Romane dieser Art mag, dem wird auch dieses Werk gefallen. Die teilweise recht interessante Handlung und der flüssige Schreibstil trösten dann doch über einige Charakterschwächen hinweg. Kein schlechter Roman, aber auch kein allzu guter, eben da nicht viel Neues vorhanden war. Aber Liebhaber des Genres sollten vielleicht einen Blick riskieren.

Jägerin des Mondlichts von Christine Johnson
Claire de Lune
320 Seiten (Broschiert)
Verlag: Ullstein
Erschienen: April 2011
ISBN: 978-3548283173
8,99 €

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Ullstein und bei Vorablesen für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

[Rezension] Lili St. Crow: Strange Angels – Verflucht

Die sechszehnjährige Dru Anderson lebt keinesfalls ein normales Teenagerleben. Gemeinsam mit ihrem Vater zieht sie rastlos von Stadt zu Stadt, immer auf der Jagd nach übernatürlichen Wesen und Kreaturen der Echtwelt, die sie Dank ihrer Gabe erspüren kann.

Als Dru eines Nachts eine Eule erscheint – stets ein Zeichen dafür, dass etwas geschehen wird, verschweigt sie ihrem Vater ihre Vision. Ein schwerer Fehler. Nur knapp entkommt Dru einem Anschlag auf ihr Leben. Ihre überstürzte Flucht führt sie zu Graves, einem Mitschüler, der ihr seine Hilfe anbietet, nichtsahnend, auf was er sich da einlässt.

Gejagt von den Kreaturen der Echtwelt versucht Dru nicht nur Graves und ihr Leben zu schützen, sondern auch herauszufinden, wer für den Tod ihres Vater verantwortlich ist. Auf ihrer Suche trifft sie auf den geheimnisvollen Christophe, der eindeutig mehr zu wissen scheint, als er zunächst zugeben will.

Die Schlinge zieht sich immer enger um Dru und ihre Gefährten, und während sie alles daran setzen zu überleben, kommt Dru einem Geheimnis auf die Spur, das ihr Leben für immer verändern wird, und alles in Frage stellt…

Strange Angels: Verflucht” ist das Deutschland-Debüt der amerikanischen Autorin Lilith Saintcrow, die unter dem Pseudonym Lili St. Crow ihre Jugendromane veröffentlicht.

Das, was mich an diesem Buch am meisten angezogen hat, ist das wirklich wunderschöne Cover, dessen Grün- und Brauntöne mich sofort angesprochen haben. Nebenbei bemerkt fühlt sich der gesamte Umschlag auch ganz wunderbar an.

Dru’s Geschichte mag zwar etwas an die TV-Serie “Supernatural” erinnern, ist jedoch keinesfalls eine Kopie, sondern letztendlich etwas ganz eigenes und eigenständiges.

Aus Sicht der weiblichen Hauptperson geschrieben, bekommt man schnell einen Einblick in Dru’s Leben, das so ganz anders ist als das anderer Sechszehnjähriger. Dru erscheint sehr hart und eigensinnig, teilweise sogar etwas gefühlskalt, was sich aber mit dem frühen Tod der Mutter sowie der ständigen Jagd nach übernatürlichen Kreaturen in gewisser Weise erklären lässt. Und gerade wenn man sich fragt, ob Dru denn überhaupt noch zu einer Gefühlsregung fähig ist, gelingt es der Autorin genau im richtigen Moment, dem Mädchen eben diese zu entlocken.

Doch auch die Nebencharaktere haben Potential, besonders Graves, ein eher schüchterner Goth, der eher unfreiwillig mit der Tatsache der Existenz der Echtwelt und ihrer Bewohner konfrontiert wird, dies aber akzeptiert wie es ist, wenn auch keinesfalls kommentarlos.

Wo Graves in Sachen Aussehen noch nicht ganz perfekt ist, noch kindliches an sich hat, ist Christophe der Schönling schlechthin. Sehr eingenommen von sich selbst kann er einem teilweise ziemlich auf die Nerven fallen, auch wenn schnell klar ist warum er so ist wie er ist.

Die gesamte Geschichte verläuft in einem eher ruhigen Tempo, trotz einiger spannender Elemente und einem Finale, das den Leser nach Luft schnappen lässt. Und obwohl die Autorin sehr flüssig und angenehm schreibt, hat das Buch nicht einen solchen Eindruck hinterlassen, wie ich mir eigentlich aufgrund der vielen positiven Wertungen erhofft hatte.

Strange Angels: Verflucht” ist keineswegs schlecht, die Geschichte sowie ihre Charaktere haben Potential, jedoch hatte ich zum einigen ein paar Schwierigkeiten mit der Hauptperson warm zu werden, zum anderen fesselt die Story noch nicht allzu sehr. Dies kann sich aber durchaus in den Folgebänden ändern, denn insgesamt soll die Reihe auf fünf Teile ausgelegt sein. Einen Blick wert ist dieses Buch trotz allem, und auch den Folgeband “Verraten” werde ich definitiv anlesen.

Strange Angels: Verflucht von Lili St. Crow
Strange Angels
384 Seiten (Hardcover)
Verlag: PAN
Erschienen: April 2011
ISBN: 978-3426283455
16,99 €

[Rezension] Tanya Huff: Blutpakt – Blood Ties 4

Der Tod einer Angehörigen weckt nicht nur tiefe Schuldgefühle in Privatdetektivin Vicki Nelson, sondern führt sie auf die Fährte eines erschütternden Falles. Denn als die Leiche plötzlich verschwindet, sieht es die junge Frau als ihre Pflicht an, sich an der Suche zu beteiligen.

Gemeinsam mit Mike Celluci – Kriminalpolizist – und Henry Fitzroy – Schriftsteller und Vampir – kommt Vicki den Leichendieben immer näher, die es sich im Namen der Wissenschaft zum Ziel gesetzt haben, den Tod zu bekämpfen. Mit sehr fragwürdigen Methoden, denn die Versuchsobjekte machen trotz allem keinen wirklich lebendigen Eindruck. Als eine wandelnde Leiche in der Nähe der Universität gesichtet wird, kommt das Trio den Drahtziehern gefährlich nahe.

Und obwohl Mike und Henry ein Zweckbündnis eingehen und ihre Rivalität kurzfristig beizulegen versuchen, geraten alle drei bald schon in größte Gefahr. In einem Kampf auf Leben und Tod muss eine Entscheidung getroffen werden, die alles für immer verändern könnte…

Blutpakt” ist der vierte Band der “Blood Ties“-Reihe von Tanya Huff, die im Rahmen des Starts der TV-Serie von Egmont Lyx im Jahre 2009 mit entsprechenden Covern neu aufgelegt wurde.

Zu allererst: Für mich ist “Blutpakt” der bisher beste Band der Reihe.

Die Geschichte um die fragwürdigen Experimente mit Leichen, die wieder zum Leben erweckt werden, die persönliche Note, die durch Vicki’s verstorbene Angehörige mit eingebracht wird, erschaffen ein faszinierendes Konstrukt aus Dramatik, Spannung und moralischen Aspekten, das es nahezu unmöglich macht, das Buch auch nur einen Moment aus der Hand zu legen.

Auch die Dreiecksbeziehung zwischen Vicki, Henry und Mike spitzt sich immer mehr zu. Beide Männer hoffen auf eine Entscheidung Vicki’s, doch der Weg dorthin erweist sich als ungemein steinig und endet in einem Höhepunkt, der den Leser atemlos und ungläubig zurücklässt.

Trotz allem kommt der bekannte Humor auch hier nicht zu kurz. Die Auseinandersetzungen und Sticheleien zwischen Henry und Mike sorgen immer wieder für ein leises Lachen, und machen die beiden männlichen Hauptpersonen noch viel liebenswerter als sie es schon sind. Gerade Mike, der von Henry stets als “Autor von Liebesromanen” spricht, ist mir noch mehr ans Herz gewachsen.

Auch Vicki gewinnt in diesem Band mehr Tiefe als bisher, da sie nicht mehr nur die starke Frau mimt, sondern endlich einmal tiefe Gefühle zulässt, die sie als Person um einiges glaubhafter machen, als das bisher der Fall war.

Huff’s Schreibstil rundet das Ganze ab, ist er doch gewohnt fließend, frisch und fesselnd, jedoch nie übertrieben verspielt oder kitschig. Man merkt ihren Büchern, sieht man von ein paar Kleinigkeiten ab, die nun schon über 10 Jahre, die seit der Erstveröffentlichung 1993 vergangen sind, absolut nicht an.

Wie bereits erwähnt ist “Blutpakt” mein absoluter Favorit aller bisherigen Bände, ungemein spannend, voller Dramatik, Überraschungen und Wendungen, die dem Leser nur wenig Zeit zum Luftholen lassen, gewürzt mit glaubhaften Charakteren und einer Prise trockenem Humor. Absolut lesenswert.

Blutpakt: Blood Ties 4 von Tanya Huff
432 Seiten (Broschiert)
Verlag: Egmont Lyx
Erschienen: Februar 2009
ISBN: 978-3802581939
9,95 €

[Rezension] Tanya Huff: Blutlinien – Blood Ties 3

Erneut steht Vicki Nelson, ehemalige Polizistin und nun Privatdetektivin, einem mehr als seltsamen Fall gegenüber. Denn das Royal Ontario Museum hat nicht nur einen seltsamen altägyptischen Sarkophag in seinen Besitz gebracht, sondern auch die Mumie darin wieder erweckt. Eben diese Mumie macht sich nun ans Werk, ihren Auftrag zu erfüllen: die Herrschaft ihres Gottes einzuleiten. Um an Stärke und Macht zu gelangen ernährt sie sich von unschuldigen Seelen und beginnt, die Lokalpolitik Torontos zu unterwandern.

Zusammen mit ihrem ehemaligen Kollegen Mike Celluci und dem Schriftsteller Henry Fitzroy – Vampir und Bastardsohn von Henry VIII. – steht Vicki einem Widersacher gegenüber, dem selbst die übernatürlichen Kräfte eines Vampirs nichts entgegenzusetzen haben.

Doch nicht nur die Mumie macht Vicki zu schaffen. Die Beziehung zu Mike als auch zu Henry verkompliziert sich immer mehr, was die Ermittlungsarbeiten nicht gerade erleichtert. Doch bald schon müssen Schriftsteller und Polizist ihre Auseinandersetzungen einstellen, als Vicki ins Visier des untoten Hohepriesters gerät…

Blutlinien” ist der bereits dritte Band der Reihe um Vicki Nelson erschienen. Bereits vorher bei Feder & Schwert erschienen, legte Lyx die Romane von Tanya Huff zum Start der TV-Serie “Blood Ties” im Jahre 2009 neu auf.

Wie bereits in den beiden Vorgängern legt Huff auch hier einen sehr fließenden, flotten Schreibstil an den Tag, der es einem leicht macht Seite um Seite zu lesen.

Der eigentliche Handlungsstrang rund um die Mumie, die nun durch Toronto’s Straßen wandert, war für mich als Liebhaberin von Ägypten und seiner Geschichte zwar interessant, aber nicht so fesselnd, wie die vorangegangenen Fälle. Teilweise, so muss ich zugeben, schwächelt das kriminalistische Element hier stellenweise, vor allem auch da hier von vorne herein schnell klar ist wer der “Böse” ist, was er vorhat und wo er sich aufhält. Stattdessen wird sich eher damit auseinander gesetzt, wie man den untoten Hohepriester davon abhalten kann, seine Pläne in die Tat umzusetzen.

Interessanter war da schon die Dreiecksbeziehung zwischen Vicki, Henry und Mike. Beiden Männern ist klar, dass ihnen Vicki viel bedeutet, und beide wissen, dass sie nicht auf eine Entscheidung ihrerseits drängen dürfen. So bleibt ihnen nur eine eher zweifelhafte Regelung: Mike hat den Tag, Henry die Nacht. Nur leider gestaltet sich das alles in der Praxis viel schwieriger als in der Theorie. Trotz allem verfällt Huff weder dem Kitsch noch haltloser Romantik, und gerade diesen Punkt empfinde ich als äußerst angenehm.

Huff gelingt es, ihre Charaktere wunderbar glaubhaft und greifbar darzustellen. Handlungen sind nachvollziehbar, da sich Zeit genommen wird, Beweggründe zu erläutern. Gleichzeitig bleiben Huff’s Figuren sympathisch, und ganz besonders die Wortgefechte zwischen Mike und Henry haben mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht.

Bei “Blutlinien” handelt es sich  zwar nicht gerade um den stärksten Band der Reihe, aber Huff bleibt ihrem Stil treu und begeistert mit liebenswerten Charakteren, wunderbar trockenem Humor und spannender Geschichte; und ich lege ihre Reihe jedem ans Herz, der übernatürliche Romane fernab des Twilight-Kitsches mag.

Blutlinien: Blood Ties 3 von Tanya Huff
400 Seiten (Broschiert)
Verlag: Egmont Lyx
Erschienen: Februar 2009
ISBN: 978-3802581922
9,95 €

[Rezension] Kimberly Derting: Bodyfinder – Das Echo der Toten

Schon als Violet ein kleines Mädchen war, hat sie diese seltsame Gabe: Sie kann die Aura von Toten wahrnehmen. Wie magisch wird sie davon angezogen, spürt das pulsierende Echo mit jeder Faser ihres Körpers.

Nur ihre Familie und ihr bester Freund Jay kennen ihr Geheimnis und wissen, dass diese Gabe Schattenseiten hat. Nicht nur, dass Violet alle Totenechos fühlt, auch die von jedem noch so kleinem Tier. Mit acht Jahren fand sie die Leiche eines Mädchens, vergraben im Wald.

Nun, Jahre später, scheinen sich die Ereignisse der Vergangenheit zu wiederholen. Violet findet eine Leiche – angezogen durch das Echo der Verstorbenen. Bald wird klar, dass ein Serienkiller am Werk sein muss, denn immer mehr junge Mädchen verschwinden spurlos, und werden später tot aufgefunden.

Mehr oder weniger freiwillig wird Violet in die Ermittlungen hineingezogen, ist sie doch die Einzige, die den Hauch des Todes am Täter wahrnehmen kann. Während sie mit den aufkeimenden Gefühlen zwischen ihr und Jay kämpft, die mehr zu sein scheinen als langjährige Freundschaft, merkt Violet nicht, wie nah sie dem Mörder bereits gekommen ist…

Bodyfinder – Das Echo der Toten” ist der Debütroman der amerikanischen Autorin Kimberly Derting.

Wo fange ich an?

Eigentlich hatte ich etwas völlig anderes erwartet. Ich habe vorher kaum Rezensionen zu diesem Buch gelesen, sondern mich nur mit den Inhaltsangaben des Verlages beschäftigt. Eben diese lässt eine Mystery-Story erwarten, die mit Thriller-Elementen spielt und mit etwas Romantik versehen ist.

Stattdessen bekomme ich eine typische Teenager-Romanze vorgesetzt, während sich ganz entfernt im Hintergrund die Suche nach dem Mörder abspielt.

Ich hätte mir mehr Tiefe gewünscht, gerade eben was die Handlung rund um die Mordfälle betrifft, wurde doch dieser Bereich nur angedeutet, so hatte ich es zumindest im Gefühl. Den sich entspinnenden Gefühlen zwischen Violet und Jay dagegen wurde große Aufmerksamkeit geschenkt. Leider verlief diese Lovestory ohne Überraschungen und absolut vorhersehbar, vom ersten Kuss bishin zu typischen Klischees wie Homecoming-Bälle…

Trotz allem ließ sich “Bodyfinder – Das Echo der Toten” sehr angenehm lesen, was vor allem dem flüssigen Schreibstil der Autorin geschuldet ist. Auch die Perspektivwechsel zwischen Violet und dem Serienmörder sind gekonnt eingesetzt, und schaffen wenigstens ein kleines bisschen Spannung und Abwechslung.

Bodyfinder – Das Echo der Toten” ist keinesfalls ein schlechter Roman. Alles in allem fühlte ich mich doch recht gut unterhalten, allerdings war die fehlende Spannung und die vorhersehbare Geschichte zwischen Violet und Jay für mich Grund genug, Punkte in der Wertung abzuziehen. Doch wer Liebesgeschichten mag, dem wird dieses Buch bestimmt gefallen.

Bodyfinder – Das Echo der Toten von Kimberly Derting
The Body Finder
343 Seiten (Hardcover)
Verlag: Coppenrath
Erschienen: September 2010
ISBN: 978-3815798737
16,95 €

[Rezension] Kelley Armstrong: Die dunklen Mächte – Seelennacht

Achtung: Für alle, die den ersten Teil “Schattenstunde” noch nicht gelesen haben, könnte diese Rezension Spoiler enthalten.

Chloe Saunders wurde wegen Schizophrenie ins Lyle House gebracht, ein Art Wohngruppe für Jugendliche mit psychischen Problemen. Doch sowohl Chloe ist keineswegs schizophren. Sie ist eine Nekromantin, kann Geister sehen, beschwören und mit ihnen reden. Und auch die anderen Bewohner haben paranormale Fähigkeiten.

Gemeinsam mit Derek, Simon und Rae gelingt ihr die Flucht, doch die Gruppe ist gezwungen sich zu trennen. Letztendlich wacht Chloe in einem sterilen, fensterlosen Raum auf – in den Fängen der Edison Group, den Eignern des Lyle House. Auf der Suche nach einer Fluchtmöglichkeit stößt Chloe auf ein dunkles Geheimnis. Eines steht fest: Das Leben von ihr und ihren Freunden ist in Gefahr.

Chloe und Tori gelingt die Flucht, und mit dem schrecklichen Wissen im Hinterkopf machen sie sich auf die Suche nach Derek und Simon. Ihr Weg führt die vier quer durch’s Land, ständig auf der Flucht vor den Häschern der Edison Group, die alles daran setzen, ihre entflohenen Häschen wieder einzufangen…

Seelennacht” ist der zweite Teil der Trilogie “Die dunklen Mächte” von Kelley Armstrong.

Die Geschichte setzt sich genau an der Stelle fort, an der der Leser im ersten Band atemlos zurückgelassen wurde. Und genau wie sein Vorgänger schlägt es einen von der ersten Seite an in seinen Bann.

Die Charaktere machen eine gewisse Entwicklung durch, besonders Chloe und Tori. Gezwungen sich mit ihren Kräften als Nekromantin auseinanderzusetzen, die sich noch nicht kontrollieren kann, muss sich Chloe ihren Ängsten stellen. Das lässt sie wachsen, stärker werden. Gleichzeitig aber nagen Zweifel an ihr, ob sie nicht nur eine Last für die Gruppe ist. Tori dagegen wird gezwungenermaßen in eine Situation gebracht, in der sie tatsächlich mit anderen zusammenarbeiten muss. Auch wenn sich das ab und an als schwierig gestaltet…

Armstrong gelingt es durch ihren eindringlichen, schnörkellosen Schreibstil, die ganze Geschichte trotz ihrer fantastischen Elemente ungemein realistisch wirken zu lassen. Und gerade diese Glaubhaftigkeit ist es, die das Buch zu unheimlich fesselnd macht.

Ein wirkliches Atemholen ist den Hauptcharakteren auch in “Seelennacht” nicht vergönnt, stattdessen spitzt sich die Situation besonders gegen Ende zu, quasi ein erstes Polster für den Höhepunkt der Trilogie, den letzten Band “Höllenglanz“, der im Juni 2011 erscheinen soll.

Spannend, fantastisch und düster ist “Seelennacht” ein perfekter Begleiter für die letzten Wintertage.

Die dunklen Mächte: Seelennacht von Kelley Armstrong
Darkest Powers: The Awakening
368 Seiten (Hardcover)
Verlag: PAN
Erschienen: Dezember 2010
ISBN: 978-3426283424
14,99 €

Vielen herzlichen Dank an den PAN-Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

[Rezension] Kelley Armstrong: Die dunklen Mächte – Schattenstunde

Chloe Saunders hätte mit allem gerechnet, nur nicht damit. Gerade jetzt, als alles endlich gut zu laufen scheint, und sie sogar ihren Abschluss an der Kunstschule machen könnte, passiert es. Plötzlich taucht ein untoter Hausmeister vor ihr auf. In wilder Panik rennt sie durch die Schulflure, wird von ihren ihren Lehrern aufgegriffen und kurzerhand für verrückt gehalten.

Chloe findet sich im Lyle House wieder, in einer Wohngruppe für psychisch gestörte Jugendliche. Die Diagnose: Schizophrenie. Eigentlich soll die Fünfzehnjährige nur zwei Wochen in dem Heim bleiben, und Medikamente bekommen, die ihr zukünftiges Leben erleichtern und ihre Halluzinationen eindämmen sollen. Denn schließlich können die Geister ja nicht real sein. Oder etwa doch? In Chloe reift der Verdacht heran, dass etwas mit Lyle House nicht stimmt und sie und die anderen Jugendlichen nicht zufällig dort gelandet sind…

Mit “Schattenstunde” liegt der erste Teil der mehrbändigen Reihe “Die dunklen Mächte” von Kelley Armstrong auf Deutsch vor.

Das Buch hat mich gleich von Anfang an in seinen Bann gezogen. Armstrong beschreibt sehr eindringlich die Atmosphäre von Lyle House, das nach außen hin zwar durchschnittlich wirkt, tief im Inneren aber einige Geheimnisse zu verbergen scheint. Fern von klischeehaften Beschreibungen schafft Armstrong eine Geschichte, die mal übernatürlich, mal beängstigend realistisch wirkt.

Sehr gelungen finde ich auch die Charaktere. Sie alle haben etwas faszinierendes an sich, eine gewisse Persönlichkeit, ein gewisses Etwas, das einen neugierig macht, was wirklich hinter ihrer Fassade steckt. Pillenprinzessin Tori, der seltsame Derek und sein Bruder Simon, die vom Feuer fasziniert Rae…sie alle bergen eine Geschichte, auf deren Erzählen man mehr als gespannt ist.

Auch in die Hauptperson Chloe, aus deren Sicht das Buch auch geschrieben ist, kann man sich wunderbar hineinversetzen. Sie, die eigentlich ein ganz normales Mädchen sein möchte, und plötzlich als verrückt und schizophren abgestempelt wird. Ihre Verwirrung und Verletztheit ist greifbar und macht Chloe als Person ungemein glaubwürdig.

Besonders gegen Ende nimmt die Geschichte unheimlich Fahrt auf, einige Fragen werden geklärt, neue aufgeworfen, und ein wirklich sehr geschickt gesetzter Cliffhanger zum Schluss macht einen neugierig auf die Fortsetzung. Diese erscheint immerhin schon im Dezember 2010 unter dem Titel “Seelennacht“.

Schattenstunde” ist eine sehr zu empfehlende Geschichte über übernatürliche Gestalten, seltsame Kräfte, voller Geheimnisse und Spannung, gewürzt mit einem leichten Gruselfaktor. Eine gelungene Idee, der man auf jeden Fall seine Aufmerksamkeit widmen sollte. Eine perfekte Lektüre für düstere Herbstabende.

Die dunklen Mächte: Schattenstunde von Kelley Armstrong
Darkest Powers: The Summoning
416 Seiten (Hardcover)
Verlag: PAN
Erschienen: Oktober 2010
ISBN: 978-3426283417
14,99 €

Vielen lieben Dank an den PAN-Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Und an die wundervolle Frau Ira Zeitzen, für die immer wieder sehr nette Korrespondenz. ^^

[Rezension] Carlos Ruiz Zafón: Der Mitternachtspalast

Direkt nach ihrer Geburt in Kalkutta wären die Zwillinge Ben und Sheere beinahe einem Auftragsmord zum Opfer gefallen. Um die Kinder vor dem unbekannten Verfolger zu verbergen, wachsen sie getrennt auf: Ben in einem Waisenhaus, Sheere bei ihrer Großmutter, mit der sie durch ganz Indien irrt.

Doch 1932, als die beiden sechzehn werden, beginnen die Schrecken von neuem; es kommt zu mysteriösen Todesfällen in ihrem Umfeld. Ben vermutet eine Verbindung zu ihrem Vater, der bei einem tragischen Unglück ums Leben kam. Auf der Suche nach der Wahrheit geraten die Zwillinge immer tiefer in die düstere Unterwelt Kalkuttas. Es beginnt ein grausiges Spiel um Leben und Tod – mit einem Widersacher, dessen Wahn alles Vorstellbare übersteigt.

Ich möchte gar nicht zuviel vom Inhalt verraten, denn das würde eindeutig einen Teil des Zaubers zunichte machen, den “Der Mitternachtspalast“, wie alle Werke Carlos Ruiz Zafóns, so unverkennbar aufweist.

Da es sich hier um einen der frühen Jugendromane des Autors handelt, kann man, auch aufgrund der überschaubaren Seitenzahl, keine solche Tiefe erwarten wie bei “Der Schatten des Windes” oder “Das Spiel des Engels“. Trotz allem gelingt es Zafón den Leser in seine Welt zu ziehen, in der sich Reales und Mystisches zu einem fesselnden Schauspiel verbinden, das einen nicht mehr loslässt.

Der Gruselfaktor, der mich zum Beispiel bei “Der dunkle Wächter” so fasziniert hat, fehlt hier zwar in einem gewissen Maß, dennoch baut Zafón eine Spannung auf, die einen von der ersten bis zur letzten Seite mitfiebern lässt. Man bangt und hofft um das Schicksal der Hauptpersonen, genauso wie um die Mitglieder der Chowbar Society, wie sich die Gruppe um Ben’s beste Freunde aus dem Waisenhaus nennt.

Der Mitternachtspalast” ist, sowohl für jung als auch alt, eindeutig lesenswert. Und gerade wer die anderen Bücher des Autors mochte, der wird dieses hier ebenfalls lieben.

Der Mitternachtspalast von Carlos Ruiz Zafón
400 Seiten (Hardcover)
Verlag: Fischer FJB
Erschienen: Oktober 2010
ISBN: 978-3841440020
18,95 €

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Fischer-Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

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