[Challenge] Sherlock Holmes Reading Challenge

Eines ist wohl klar: Sherlock Holmes ist “in”. Pünktlich zu Weihnachten kommt “Sherlock Holmes: A Game of Shadows” mit Robert Downey Jr. und Jude Law in die deutschen Kinos, und die BBC-Serie “Sherlock” startet am 1. Januar 2012 mit einer zweiten Staffel durch. Nebenbei erscheinen diverse neue Romane in Deutschland (“Das Geheimnis des weißen Bandes” von Anthony Horowitz, “Young Sherlock Holmes” von Andrew Lane), die den bekanntesten Detektiv aller Zeiten wieder zum Leben erwecken.

Passend zu diesem “Wiederaufleben” dachte ich, wir besinnen uns auf den Ursprung: Die Werke von Arthur Conan Doyle. Und widmen diesen einen Teil unseres Lesejahres im Rahmen meiner “Sherlock Holmes Reading Challenge“.

Regeln:
Die Challenge läuft vom 01. Januar – 31. Dezember 2012, ein Einstieg ist aber jederzeit möglich. Gelesen werden sollen alle Werke (4 Romane und 56 Kurzgeschichten) über Sherlock Holmes aus der Feder von Arthur Conan Doyle. Natürlich ist nach dem Lesen auch eine Rezension zu schreiben. Ob auf Deutsch oder Englisch gelesen wird, ist jedem selbst überlassen.

Mitmachen kann jeder, der einen Blog oder einen Goodreads- bzw. Lovelybooks-Account besitzt, auf dem die Rezensionen erscheinen können.

Die 4 Romane müssen einzeln rezensiert werden, die Kurzgeschichten entsprechend innerhalb der Sammlung, in der sie enthalten sind. Heißt, am Ende sollte jeder Teilnehmer 9 Rezensionen verfasst haben.

Hier eine Liste der Bücher, um die es sich letztendlich dreht:

  • A Study in Scarlet / Eine Studie in Scharlachrot
  • The Sign of the Four / Das Zeichen der Vier
  • The Hound of the Baskervilles / Der Hund der Baskervilles
  • The Valley of Fear / Das Tal der Angst
  • The Adventures of SH / Die Abenteuer des SH
  • The Memoirs of SH / Die Memoiren des SH
  • The Return of SH / Die Rückkehr des SH
  • His Last Bow / Seine Abschiedsvorstellung
  • The Casebook of SH/ SH Buch der Fälle

Zur Anmeldung einfach einen Kommentar unter diesem Eintrag hinterlassen mit dem Link zu eurem Blogpost oder zu eurem Profil bei Lovelybooks oder Goodreads, sodass ich eure Fortschritte beobachten kann.

Gewinnchance:
Unter allen Teilnehmern, die diese Challenge erfolgreich abschließen, verlose ich 2x folgendes: Ein Wunschlistenbuch im Wert von 20 € (auch 2 Taschenbücher möglich) + eine knifflige Überraschung.

Vielleicht finden sich ja ein paar Holmes-Fans, die mitmachen wollen. ;)

[Neu im Regal] Buchpost, Geschenke und Schnäppchen

Wie einige andere von euch, so habe auch ich ein wunderhübsches Paket von Oetinger erhalten (Bilder zum vergrößern anklicken). Enthalten war “Ewiglich die Sehnsucht” von Brodi Ashton, das im Januar 2012 erscheinen wird.

Inhalt: Jack ist Nikkis große Liebe. Eine Liebe, die sie durch die Finsternis der Unterwelt getragen hat. Endlich, nach hundert Jahren der Sehnsucht, kehrt Nikki zurück. Doch ihr bleibt nur ein halbes Jahr Ihre Freunde und ihr Vater glauben, dass sie einfach abgehauen war, doch in Wirklichkeit hat der Rockmusiker Cole sie mit in die Unterwelt genommen. Cole ist ein Unsterblicher, der sich von den Gefühlen der Menschen ernährt Nur Nikkis Liebe zu Jack hat sie davor bewahrt zu sterben und ihr ermöglicht, auf die Erde zurückzukehren. Cole, mit dem sie ein seltsam enges Band verbindet, bedrängt sie, mit ihm gemeinsam in der Unterwelt zu herrschen. Doch Jack, der Nikki niemals wieder verlieren möchte, riskiert alles für sie…

Mein Geburtstag Anfang Dezember hat mir auch zwei neue Bücher eingebracht, auf deren Erscheinen ich mich schon eine halbe Ewigkeit gefreut habe:

Kai Meyer: Arkadien fällt

Rosa und Alessandro wollen ihre Gefühle füreinander nicht länger verbergen. Doch ihre Liebe bringt die Clans der Gestaltwandler gegen sie auf. Nach einer wilden Jagd durch die Weiten Siziliens erkennt Rosa, wer wirklich hinter dem Komplott gegen sie steckt: Der Hungrige Mann, der Herrscher aller Dynastien, ist zurückgekehrt – und die Welt der Arkadier wird niemals mehr sein wie zuvor.

Cassandra Clare: City of Fallen Angels

Simon Lewis muss sich noch daran gewöhnen, ein Vampir zu sein. Besonders seit seine beste Freundin Clary kaum noch Zeit für ihn hat. Sie ist zu beschäftigt mit ihrer Ausbildung zur Schattenjägerin und träumt von ihrer großen Liebe. Doch finstere Dinge geschehen. Ist der Krieg, den Simon gewonnen glaubte, noch nicht vorbei?

Und auch Jokers hat mich einmal mehr gelockt. Für nicht einmal 20 Euro habe ich folgende vier Bücher (alles Hardcover) erstanden:

Nina Blazon: Totenbraut

Serbien im 18. Jahrhundert: Die vierzehnjährige Jasna wird von ihrem Vater an den reisenden Pferdezüchter Jovan Vucovic verkauft, der einen Gutshof an der Grenze zum Osmanischen Reich besitzt. Dort soll sie seinen Sohn Danilo heiraten und ihm einen Erben schenken. Doch nach der hastig abgehaltenen Hochzeit merkt Jasna schnell, dass mit ihrem Ehemann und dessen Familie etwas nicht stimmt. Zum einen verweigert Danilo sich ihr und spricht nicht mit ihr, schon gar nicht über den geheimnisvollen Tod seiner Mutter. Zum anderen ist die Familie aus dem Dorf verbannt: Sie darf nicht am Gottesdienst teilhaben und es gibt viele widersprüchliche und schaurige Gerüchte; sogar von einem Fluch und Vampir ist die Rede. In ihrer großen Angst und Verzweiflung gibt Jasna nur der junge Holzfäller Duschan Halt und sie verliebt sich in ihn. Während sich die mysteriösen Vorkommnisse häufen — seltsame Todesfälle, gerissene Schafe und blutige Male an Pferdehälsen — und die Dorfbewohner immer hysterischer werden, kommt Jasna langsam den dunklen Geheimnissen ihrer neuen Familie auf die Spur.

Nina Blazon: Schattenauge

Zoë verliebt sich in einen schönen bleichen Jungen. Von ihm erfährt sie, dass sie beide zu den Katzenmenschen gehören. Als einer von ihresgleichen ermordet wird, gerät Zoë unter Verdacht …Zoë liebt das Nachtleben – bis sie eines Tages auf dem Heimweg angegriffen wird. Von wem, weiß sie nicht. Ein Blackout hat ihr Gedächtnis gelöscht. Doch an ihren Händen klebt fremdes Blut. Zoës Freund Gil ahnt, dass etwas Unheimliches mit ihr vorgeht: In Zoë schlummert das Erbe eines uralten Volkes, das unerkannt unter den Menschen lebt. Aber Zoë ist nicht die Einzige, die von ihrer Raubtiernatur getrieben die Straßen der Metropole durchstreift …

Celia Rees: Die Kinder der sechsten Dämmerung

Als Zillah aufwacht, weiß sie, dass alle im Haus tot sind. Die Kinder der sechsten Dämmerung haben ihre Wahl getroffen. Zillah glaubt, ihrem Schicksal entronnen zu sein. Doch das ist ein Irrtum. Ihre schwerste Prüfung hat nicht einmal begonnen. Adam hat seine Eltern nie gekannt. Als ein Obdachloser auftaucht, der behauptet, sein Vater zu sein, kommt er dem Geheimnis seiner Herkunft auf die Spur. Und erkennt seine Rolle in einer uralten Geschichte, die nicht nur für ihn tödlich enden wird, sondern die ganze Welt zu vernichten droht. Er ist auserkoren. Und er braucht Zillah. Adam und Zillah müssen in die Alte Zeit zurückreisen und die Gegenwart verhindern. Doch wer werden sie dort sein? Was wird sein? Damals … Jetzt …?

Selma Lagerlöf: Nils Holgerssons wunderbare Reise mit den Wildgänsen

Zur Strafe für einen bösen Streich in ein Wichtelmännchen verwandelt, schließt er sich auf dem Rücken des zahmen Gänserichs Martin einer Gruppe von Wildgänsen an, und nach zahlreichen Abenteuern winkt ihm das Glück wahrer Freundschaft. Lagerlöfs Kinderbuchklassiker ist bis heute ein bezauberndes Lesevergnügen für Jung und Alt.

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[Rezension] Kristín Marja Baldursdóttir: Sterneneis

Nie hätte sie sich vorstellen können, dass ihr einmal so etwas passiert. Doch nun ist Gunnur einem Raub zum Opfer gefallen. Mitten in der Nacht waren sie gekommen, die Einbrecher, wühlten in ihren Sachen, entwendeten Laptop, Handy, Schmuck und waren sogar in ihrem Schlafzimmer! Eines ist klar: Sie kann nicht hierbleiben, nicht jetzt.

Gunnur beschließt aufs Land zu fahren. Kurz vor ihrer Abreise steht plötzlich eine Bekannte vor ihrer Tür, mit einer Bitte an Gunnur, die eigentlich keine Bitte ist. Und ehe Gunnur einen klaren Gedanken fassen kann, steht sie da, zusammen mit Hugrun, der vierzehnjährigen Tochter ihrer Bekannten, auf die sie die nächsten Tage ein Auge haben soll.

Notgedrungen nimmt Gunnur das Mädchen mit in ihr Sommerhaus. Doch wie verbringen eine Frau in den Fünfzigern und ein Teenager drei Tage in völliger Abgeschiedenheit, wenn Handy, PC und Fernsehen ihren Dienst versagen?

Sterneneis” ist das neuste Werk der bekannten isländischen Autorin Kristín Marja Baldursdóttir auf dem deutschen Buchmarkt, und bereits im Jahre 2009 in Island erschienen.

Das Buch präsentiert sich mit einem wirklich wunderschönen Cover, das in einem ähnlichen Stil gestaltet ist wie auch die bisherigen deutschen Ausgaben von Kristín Marja Baldursdóttir’s Büchern. Die Aufmachung und der gewählte Titel waren es übrigens auch, die mich auf das Buch aufmerksam gemacht haben.

Ich bin relativ unbefangen an das Buch herangegangen, habe mir aber schon ein leicht philosophisch angehauchtes Werk gewünscht, den dazu bietet der gewählte Handlungsrahmen genügend Möglichkeiten.

“Wie sehr wünsche ich mir, draußen in der Natur zu sterben, in den grünen und violetten Farben, mit der Zeit langsam in den Boden hinein zu verschwinden, wie die Blätter eines knorrigen Birkenwäldchens.”
(Sterneneis, S. 38)

Hauptperson ist Gunnur. Mitten in den Fünfzigern, Psychotherapeutin und kürzlich Opfer eines Einbruchs. Aus ihrer Perspektive wird die Geschichte erzählt, was wohl vor allem dazu dienen soll, dem Leser tiefere Einblicke in Gunnur’s Gefühlswelt zu ermöglichen. So arbeitet sie im Laufe der Zeit im Sommerhaus ihre Kindheitserinnerungen auf, in der sie sich mehr als nur einmal als Ballast, als nur im Weg gefühlt, sie erzählt von ihrer ersten Liebe, ihrem Leben. Gunnur ist ganz klar erwachsen und wirkt doch oft in ihren Gedanken und Handlung sehr kindlich und naiv. Ich kann sie mir schwer als Psychotherapeutin oder starke Frau vorstellen, gerade auch wenn man bedenkt, wie leicht sie sich das Mädchen Hugrun hat aufschwatzen lassen.

Hugrun, oder auch “das Reh“, ist eine doch etwas sehr verwöhnte Vierzehnjährige, stammt aus einem wohlhabenden Hause, in dem aber ganz deutlich die familiäre Wärme und Zuneigung zu fehlen scheint. Ihre Mutter hat nur die Arbeit und ihre Liebhaber im Kopf, und so verbringt Hugrun die meiste Zeit alleine, isst vor dem Fernseher, um zumindest das Gefühl von Gesellschaft zu haben. So ist es verständlich, dass sie sich krampfhaft an die gemeinsamen Unternehmungen mit Gunnur klammert.

Beide Charaktere haben ihre Schwierigkeiten – mit sich selbst und miteinander -, ihre Eigenarten, und vor allem Hugrun legte Verhaltensweisen an den Tag, die ich durchaus nachvollziehen konnte. Und es ist schließlich nicht einfach, plötzlich mit einer fremden Frau allein zu sein. Mit Gunnur stattdessen konnte ich so gar nicht warm werden, hat sie doch Anwandlungen und Züge, die mehr an einen Teenager erinnern als an eine Erwachsene, und schon gar nicht an eine Psychologin. Gunnur ist in meinen Augen sehr naiv, störrisch und ungemein kindisch.

Zusätzlich geschürt wurde meine Abneigung gegen Gunnur wohl auch dadurch, dass sie als Ich-Erzählerin fungiert. Baldursdóttir scheint mit “Sterneneis” in meinen Augen recht deutlich die Geschichte ihrer Gunnur, die, anhand der Rückblicke, gleichzeitig eine Geschichte über die Frau in Island an sich ist, erzählen zu wollen. Doch was bringt ein Buch, das sich mit der Entwicklung eines Charakters auseinandersetzt, man aber nicht mit der Person warm wird, sich nicht mit ihr identifizieren kann?

Nichtsdestotrotz, das Buch hebt sich stilistisch gesehen von anderen Werken ab, vor allem wohl auch, weil die Autorin keine wörtliche Rede verwendet, und stattdessen die Dialoge fließend im Text verarbeitet. So verwischen die Grenzen zwischen Gesprochenem und Gedachtem, was deutlich zur Atmosphäre des Buches beiträgt. Zusätzlich werden dem Leser Einblicke ins Land und ins Leben der Isländer gewährt, und einige Szenen im Buch sind so wundervoll formuliert, dass sie einem auch nach dem Lesen noch in Erinnerung bleiben.

“Es kommt mit der Dunkelheit. Die Sterne und der Mond, das Verlangen und die Sehnsucht. Verborgene Wesen treten aus den Felsen hervor, tauchen aus der Lava auf, eilen zum Weiher hinunter, wo der Reigen getanzt wird. Das Gedächtnis verliert jegliches Zeitgefühl, glaubt, um Jahrzehnte jünger zu sein, fleigt in die Phantasie hinein.”
(Sterneneis, S. 152)

Bei “Sterneneis” handelt es sich um eine im Ansatz gute Idee, die aber unter einer Hauptperson zu leiden hat, die es einem schwer macht sie als sympathisch oder glaubwürdig zu empfinden. Wunderschöne Formulierungen und Landschaftsbeschreibungen brachten aber zumindest mich dazu, dem Buch bis zum Ende treu zu bleiben. Eine ungeschränkte Empfehlung kann und will ich nicht geben. “Sterneneis” und seine Charaktere wirken wahrscheinlich auf jeden Leser anders, jeder bringt eigene Empfindungen mit hinein in diese Geschichte – die eigentliche Gesamtwirkung von Baldursdóttir’s Konstrukt wird also bei jedem eine andere sein.

Sterneneis von Kristín Marja Baldursdóttir
Karlsvagninn
240 Seiten (Hardcover)
Verlag: Krüger
Erschienen: September 2011
ISBN: 978-3810502667
16,95 €

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Krüger Verlag sowie bei Lovelybooks für das zur Verfügung gestellte Testleseexemplar.

Mein Lesemonat November 2011

Quasi ein gezwungener Buchkauffrei-Monat. Der sich jetzt aber auch nicht sonderlich positiv auf die Menge an gelesenen Büchern ausgewirkt hat, da gab es Monate, in denen ich mehr gelesen habe. Trotzdem, für den SuB ist es gut, da werden es immer weniger Bücher. *freufreufreu*

Gelesen: 7
Daniel Krause – Tattoo Krause
Daniela Krien – Irgendwann werden wir uns alles erzählen
Sebastian Fitzek – Der Augenjäger
Lauren Oliver – Delirium
Becca Fitzpatrick – Engel der Nacht
Pandora Winter - Skinchanger: Wildes Blut
Arthur Conan Doyle - A Study in Scarlet

Abgebrochen: 0

Gekauft: 2
Rebecca Gablé – Der dunkle Thron

Mängelexemplare; gebraucht bzw. reduziert gekauft
Batya Gur – Denn die Seele ist in deiner Hand

Geliehen: 0

Gewonnen (G), Geschenkt bekommen (P), Rezensionsexemplare (RE): 2
Pandora Winter – Skinchanger: Wildes Blut (RE)
Sam Osman – Sternensilber: Das Siegel der Wölfe 1 (RE)

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[Coverklone] Part Drei

Ich bin mal wieder über einen sogenannten Coverklon gestolpert. Ich finde die ja eher selten, und falls der hier erwähnte Klon schon von jemand anderem entdeckt wurde, dann bitte ich um Entschuldigung (hab zwar mal einen Suchlauf gemacht, aber selbst Google weiß nicht alles ^^).

Es geht um folgende Bücher: Skinchanger von Pandora Winter und Lockruf des Mondes von Lucy Monroe. Beide behandeln ähnliche Themen (Werwölfe, Gestaltwandler), beide sind im September 2011 erschienen und auf beiden Covern findet sich ein- und derselbe nett anzusehende junge Herr.

Ich persönlich mag das Skinchanger-Cover ja lieber, allein wegen der Farbgebung, aber seht selbst:

 

[Neu im Regal] Skinchanger: Wildes Blut von Pandora Winter

Päkchen, bei denen man den Inhalt nicht erahnen kann oder allein schon den Absender nicht kennt, sind etwas Tolles. Und daher habe ich mich riesig gefreut, als folgendes Buch zum Vorschein kam:

Skinchanger: Wildes Blut von Pandora Winter

Eines Nachts wird Devin auf dem Heimweg von einem riesigen Wolf angefallen und schwer verletzt.
Jackson West, Kronprinz des Lycaon-Clans und Inhaber eines SM-Clubs, muss verärgert feststellen, dass sein unbeherrschter Bruder einmal mehr Mist gebaut hat:  Er findet ihn blutverschmiert im Park, ganz in der Nähe einer verletzten Frau. Jackson muss reagieren – weder die Öffentlichkeit darf hiervon erfahren, noch der Clan selbst, denn durch die Bisse unkontrollierter Wölfe werden Menschen infiziert und zu reißendem Wildem Blut. Jacksons Clan hat die Aufgabe, das Wilde Blut aufzuspüren und zu vernichten.
Jackson erfährt, dass sein Bruder das Wilde Blut seit Jahren aufspürt, um die Infizierten heimlich zu lehren, sich zu kontrollieren. Statt Devin gemäß der Clanregeln zu töten, bringt Jackson sie ins Versteck seines Bruders und nutzt seine Erfahrung als Dominus, um das Tier in ihr zu bändigen. Je ungehorsamer Devin sich gebärdet, desto mehr begehrt Jackson sie.
Doch die Jäger des Lycaon-Clans heften sich an die Spuren des Wilden Blutes …

Ich liebe das Buch schon jetzt. Das Cover ist toll, die Aufmachung ebenfalls, ich kann gar nicht damit aufhören es anzustarren und anzufassen. *hach*

Vielen, vielen herzlichen Dank an den Plaisir d’Amour Verlag für das Rezensionsexemplar.

[Rezension] Maxime Chattam: Alterra 3 – Der Krieg der Kinder

Achtung: Wer die beiden Vorgänger-Bände “Die Gemeinschaft der Drei” und “Im Reich der Königin” noch nicht gelesen hat, für den könnte diese Rezension Spoiler enthalten.

Ein grauenvoller Orkan hat die bekannte Welt für immer verändert. Malronce, die Königin der Zyniks, wie die überlebenden Erwachsenen nun genannt werden, und ihre Soldaten glauben fest, dass es sich bei diesem Orkan um eine göttliche Strafe für ihre Sünden handelt. Um Erlösung zu erlangen, benötigen die Zyniks eine Karte, die sich auf dem Körper eines Mädchens befinden soll.

Auf ihrer gemeinsamen Reise mussten sich Matt, Ambre und Tobias vielen Gefahren stellen, die letztendlich ein Opfer forderten: Tobias wurde vom Torvaderon aufgesogen, einem unheimlichen Schattenwesen, das Jagd auf Matt zu machen scheint. Matt ist überzeugt, dass Tobias noch am Leben ist, und will ihn retten, doch dieser Plan rückt in weite Ferne.

Denn angekommen in Eden, der Hauptstadt der Pans, müssen sie und die anderen Kinder eine Entscheidung treffen. Denn Malronce rüstet zum Kampf, um das gesuchte Kind zu finden und die Pans ein für alle mal auszulöschen. Gemeinsam entwerfen Matt und seine Freunde einen Angriffsplan, der sie ins Herz des Zynik-Reiches führt, und rüsten sich für einen Krieg, der ein für alle Mal über ihr Schicksal entscheiden wird. Doch wird es den Kindern tatsächlich gelingen, gegen Tausende von Soldaten der Königin zu bestehen? Und schaffen es Matt und Ambre, das Geheimnis der Karte zu entschlüsseln?

Mit “Der Krieg der Kinder” liegt der dritte Teil der Alterra-Reihe aus der Feder des französischen Autors Maxime Chattam, der bereits 2010 in Frankreich erschien, nun endlich auch auf Deutsch vor.

Nahtlos schließt Teil drei an seinen Vorgänger an, und lässt sowohl den Charakteren als auch dem Leser nur wenig Zeit zum Atem holen. Jede Zeile ist förmlich durchdrungen von einer unheilgeschwängerten Atmosphäre, dass ein Krieg bevorsteht ist deutlich zu spüren. Die Stimmung ist ernst, gereizt und nicht unbedingt harmonisch, denn nicht jeder Pan ist für einen Kampf gegen die Zyniks.

Matt und Ambre müssen also zum einen die Pans davon überzeugen, sich gegen die nahenden Armeen der Zyniks zu wehren, als auch eine Möglichkeit finden, die Karte weiterhin vor Malronce zu verbergen, und der Königin bei der Entschlüsselung zuvor zu kommen. Denn obwohl sie sich nicht kampflos ergeben wollen, scheint es doch sehr unwahrscheinlich, dass Kinder gegen die erprobten Soldaten bestehen können.

Chattam schafft es mit seinen Figuren immer wieder zu überraschen. Die Charaktere sind alles andere als eindimensional, alle haben mit ihren eigenen Ängsten und Schattenseiten zu kämpfen, selbst der größte Held oder auch Widersacher weißt Züge auf, die ihm mehr Tiefe und Glaubwürdigkeit verleihen. Der Autor schafft es, selbst seinen Nebencharakteren eine Persönlichkeit einzuhauchen, die der der Hauptpersonen in nichts nachsteht.

Mit seinem sehr klaren und schnörkellosen Schreibstil, der ohne ausschweifende Formulierungen auskommt, schafft Chattam eine Welt, deren dunkle Geheimnisse und Kreaturen einem unzählige Schauer über den Rücken jagen. Eine Welt, in der selbst Disneyworld bedrohlich wirkt, in der es aber immer wieder Lichtblicke und Hoffnung gibt.

Diese Lichtblicke sind es auch, die “Der Krieg der Kinder” so ungemein spannend und fesselnd wirken lassen. Denn trotz all den Bedrohungen, Verlusten und Gefahren, Tod und Blut, dem Abschiednehmen von liebgewonnenen Charakteren zaubert Chattam immer wieder eine überraschende und dramatische Wendung zu Tage, die das gesamte Schicksal der Figuren in seinen Grundfesten erschüttern könnte. Und nebenbei bestätigen sich in diesem Band auch einige meiner Theorien, die mir beim Lesen der beiden Vorgänger in den Sinn gekommen sind.

Zusätzlich bedient sich Chattam hier wieder sehr deutlich der sogenannten Gaia-Theorie bzw. -Hypothese, die von James Lovelock und Lynn Margulis aufgestellt wurde, und in der die Erde selbst als Lebewesen betrachtet wird. Dieser Ansatz zieht sich durch alle drei Bücher der Alterra-Reihe, wird aber in diesem Band noch einmal beleuchtet und wird noch ein sehr wichtige Rolle spielen.

Alterra – Der Krieg der Kinder” ist spannend von der ersten bis zur letzten Seite, voller fantastischer Charaktere, die sich ihren schlimmsten Albträumen stellen müssen, und doch die Hoffnung nie aufgeben. Dieses Buch muss man einfach lesen.

Alterra – Der Krieg der Kinder von Maxime Chattam
Autre-Monde: Le coeur de la terre
432 Seiten (Hardcover)
Verlag: PAN
Erschienen: September 2011
ISBN: 978-3426283073
16,99 €

Ich bedanke mich ganz herzlich beim PAN-Verlag für das so freundlich zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

[Rezension] Daniela Krien: Irgendwann werden wir uns alles erzählen

“Ein einziger Augenblick kann ein Leben ändern.”

Sommer 1990. Ein kleines Dorf nahe der deutsch-deutschen Grenze, die nun eigentlich keine mehr ist.

Maria wird bald siebzehn und wohnt mit ihrem Freund Johannes auf dem Hof seiner Eltern. Das verträumte Mädchen verkriecht sich lieber mit Dostojewskijs “Die Brüder Karamasow” anstatt zur Schule zu gehen – im Gegensatz zu Johannes, der feste Pläne für seine Zukunft zu haben scheint.

Auf dem Nachbarhof lebt der vierzigjährige Henner. Der alleinstehende Mann wird von den Leuten aus dem Dorf eher argwöhnisch betrachtet. Doch der tragische Hauch, der seine Vergangenheit umgibt, ändert nichts daran, dass der charismatische Mann eine gewisse Wirkung auf Frauen hat.

Ein zufälliger Blick, eine Berührung lösen in Maria eine Sehnsucht aus, die so fremd und übermächtig ist, dass sie sich ihr nicht erwehren kann, und sie daher wie von höherer Gewalt geleitet in Henners Haus und seine Arme treibt…

Irgendwann werden wir uns alles erzählen” ist der Debütroman der deutschen Autorin Daniela Krien, und wurde bereits vor seinem eigentlichen Erscheinen an 13 weitere Länder verkauft.

Von diesem Buch habe ich von Anfang an sehr viel erwartet. Diese Erwartungen wurden mehr als nur übertroffen, und nun suche ich nach Worten, die beschreiben, wie unglaublich fantastisch dieses Werk ist. Allein das Cover unterstreicht die Stimmung des Romans, wirkt in seiner Farbgebung älter, der staubtrockene Feldweg, die Gräser und weiter Felder lassen die Hitze des Sommers fast ganz von alleine lebendig werden.

Maria lebt bei der Familie ihres Freundes, statt bei ihrer Mutter. Was zunächst seltsam erscheint, ist für die Familie Brendel selbstverständlich. Ein typischer Generationenhaushalt – Großmutter Frieda, Vater Siegfried, Mutter Marianne, ihr ältester Sohn Johannes, der zwölfjährige Lukas sowie “Knecht” Alfred leben zusammen unter einem Dach. Und solange sie ihre Aufgaben auf dem Hof erfüllt, so scheint Marias Anwesenheit kein Problem darzustellen.

Das siebzehnjährige Mädchen wirkt verträumt, weiß noch nicht, was sie mit sich und ihrer Zukunft anfangen möchte. Während Johannes seinem Abschluss macht und sich immer mehr in der Fotografie verliert, versinkt Maria zusammen mit den Brüdern Karamasow in einer anderen Welt. Bis diese durch Henner gehörig auf den Kopf gestellt wird.

Henner wirkt eher wie ein Gutsbesitzer aus alten Zeiten, hat mit der Landwirtschaft eher wenig am Hut. Einzig und allein für Pferde scheint er ein Talent zu haben. Als Weiberheld und Trunkenbold verschrien, ist er bei den restlichen Dorfbewohnern eher ungern gesehen. Auch charakterlich erscheint Henner zunächst nicht gerade einfach. Doch mit der Zeit schleicht sich auch dieser Charakter ins Herz des Lesers, trotz seiner Eigenarten.

Die Liebesgeschichte zwischen Maria und Henner verläuft keinesfalls so, wie man es vielleicht erwarten würde. Allein der Beginn dieser “Romanze”, die in meinen Augen gar nicht zufälligen und schon fast unsittlichen Berührungen seitens Henners, zeigt schon früh, dass es sich hier nicht um die Erfüllung einer Kleinmädchen-Fantasie handelt. Stattdessen ist diese Liebe heftig, unberechenbar und wild, fast schon verzweifelt, und doch so real, so echt. Allein der Altersunterschied macht diese Beziehung zu etwas Verbotenem, etwas Geheimen. Eine Beziehung, die das Leben der beiden Hauptcharaktere für immer verändern wird, sollte sie jemals ans Licht kommen.

Maria verstrickt sich immer mehr in Lügen, um Möglichkeiten zu finden Zeit mit Henner zu verbringen. Sie schwankt zwischen Euphorie und schlechtem Gewissen, vergießt Tränen, leidet, liebt und lebt. Henner ist ihre Zuflucht, und während Johannes sich immer mehr von ihr abzuwenden scheint findet sie bei ihm Bestätigung.

“Ich taumele von einem Gefühlszustand zum nächsten, lebe von einem Tag zum anderen, ganz und gar gegenwärtig, ganz im Jetzt, und das Jetzt ist der Henner. Johannes und die Zukunft liegen im Ungewissen.”

Daniela Krien erzählt auf der einen Seite eine Familiengeschichte. Eine Geschichte, zu der Maria noch nicht ganz dazu gehört, doch ihr Platz bei den Brendels festigt sich immer mehr. Gleichzeitig ist “Irgendwann werden wir uns alles erzählen” eine Liebesgeschichte. All das spielt sich vor dem Hintergrund der sich auflösenden DDR ab, ein Land, das alle Charaktere dieses Buches unweigerlich gezeichnet hat. Die Öffnung dieses Landes in Richtung Westen, die Möglichkeiten, Veränderungen und Ängste bilden den großen historischen Rahmen, sind aber nie direkt Thema. Denn für Maria, die als Ich-Erzählerin fungiert, ist die offene Grenze, die zunächst wie das Tor zur Freiheit erscheint, plötzlich völlig unwichtig.

Der Autorin gelingt es diese Geschichte, die völlig ohne spannende oder atemraubende Elemente auskommt, doch so zu gestalten, dass man sich ihr kaum entziehen kann. Maria und Henner verzaubern den Leser, einwickeln einen Bann, der von der ersten Sekunde an verzaubert. Sprachlich einfach und ohne überschwengliche Formulierungen schafft es Krien jedoch, die Sehnsucht wirklich greifbar zu machen, schreibt sie doch ungemein bildlich, dass jedes Wort eine unglaubliche Lebendigkeit ausstrahlt.

Irgendwann werden wir uns alles erzählen” ist ein wunderbares Buch, voller Sehnsucht und Sinnlichkeit, das die Geschichte einer eigentlich verbotenen Liebe erzählt, ohne dabei jemals kitschig oder unrealistisch zu wirken. Ein Buch, so wunderschön, so voller Zauber, Melancholie und Leben; sprachlich einfach und doch so grandios. Absolut lesenswert.

Irgendwann werden wir uns alles erzählen von Daniela Krien
240 Seiten (Hardcover)
Verlag: Graf
Erschienen: September 2011
ISBN: 978-3862200191
18,00 €

Ich bedanke mich ganz, ganz herzlich beim Graf-Verlag für das so freundlich zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

[Rezension] Olivia Cunning: Backstage Pass – Sinners on Tour 1

Hinweis: Aufgrund der expliziten Erotik-Szenen empfehle ich das Buch erst ab 18 Jahren.

Myrna Evans, Psychologin und Sexualkunde-Professorin, befindet sich auf einer Konferenz, als sie in der Bar des Hotels auf die Mitglieder der bekannten Rockband “The Sinners” trifft. Die Ablenkung kommt ihr gerade recht, und so geht Myrna auf die Avancen der Band ein und nimmt am Gelage in der Hotelbar teil.

Brian Sinclair, seines Zeichens Songwriter und Lead-Gitarrist, hat gerade seine aktuelle Freundin und Muse verloren und befindet sich in einem Schaffenstief. Und obwohl ihm gerade erst sein Herz gebrochen wurde, steht er mitten in der Nacht vor der Tür von Myrnas Hotelzimmer. Nach einigen heißen Stunden ist eines klar: Myrna ist seine neue Muse!

Alles könnte so einfach sein, besonders als Myrna beginnt die Band wegen einer Studie auf ihrer Tour zu begleiten. Doch Myrnas Vergangenheit droht die Beziehung zwischen ihr und Brian zu zerstören…

Bei “Backstage Pass” handelt es sich um den ersten Band der Sinners-on-Tour-Reihe von Olivia Cunning.

Love, Sex and Rock ‘n’ Roll – an sich bin ich relativ unbefangen und ohne großartige Erwartungen an dieses Buch heran gegangen, denn mich hat zunächst nur die Tatsache angesprochen, dass es hier um eine Rockband geht.

Brian “Master” Sinclair ist nach außen hin der harte Rocker, im tiefsten Innern sehnt er sich aber nach der großen Liebe. Er neigt dazu sein Herz sehr schnell an Frauen – meist Groupies – zu verschenken, doch genau so schnell wird es ihm wieder gebrochen. Oft ist daran Sänger Sed Lionhart nicht ganz unschuldig, was unweigerlich immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen den beiden führt.

Myrna Evans ist im Vergleich zu den Rockern ganz Buisnessfrau, wirkt aber nur auf den ersten Blick gesittet. Mit Brian entdeckt Myrna Seiten an sich wieder, die sie eigentlich für immer vergessen wollte. Denn ihr Ex-Mann Jeremy hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Myrna an ihrem Selbstwertgefühl zweifelt und sich nicht mit Herz und Seele ganz auf Brian einlassen geht.

Beide Hauptcharaktere haben ihre Stärken und Schwächen, auch wenn Brian manchmal wirklich nichts anderes als Sex im Sinn zu haben scheint. Diese Szenen sind es auch, die einen Großteil des Buches ausmachen, denn Cunning hält sich in Sachen Ausführlichkeit nicht gerade zurück, und setzt ihr Pärchen als sehr experimentierfreudig in Szene. Trotz allem wirken die Erotikparts keinesfalls geschmacklos und die Autorin schafft es, nicht ins vulgäre abzudriften.

Denn trotz allem gelingt es Cunning, die Intensität der Gefühle zwischen Myrna und Brian ohne kitschige Formulierungen zu vermitteln, und gerade die Szenen in denen Brian beginnt Noten niederzuschreiben, die ihm beim Liebesspiel mit Myrna in den Sinn kommen, sind mir positiv im Gedächtnis geblieben.

Backstage Pass” profitiert vor allem auch von seinen Nebencharakteren, allen voran natürlich den anderen Mitgliedern der Sinners: Sed, Eric, Jace und Trey, wobei mir besonders der bisexuelle Trey wirklich sehr ans Herz gewachsen ist, da er besonders zu den humorvollen Momenten im Buch beiträgt. Von Anfang bis Ende musste ich immer wieder kleinere Lachanfälle unterdrücken, denn in Sachen Situationskomik scheint Cunning wirklich eine Meisterin zu sein.

Natürlich, streicht man die Sexszenen bleiben vielleicht gerade einmal 100 Seiten richtige Handlung übrig, dennoch hat “Backstage Pass” durchaus seinen Charme und bietet ein gewisses Lesevergnügen – vorausgesetzt man liest gerne Geschichten dieser Art. Stilistisch drückt sich Cunning sehr klar und direkt auf, verzichtet auf ausschweifende Umschreibungen und macht ihr Werk damit zu einem kurzweiligen Lesevergnügen – ich persönlich hatte das Buch binnen drei Tagen beendet.

Kurzum: Cunning liefert mit “Backstage Pass” einen perfekten Startband ab, voller Erotik, Charma, Witz, Dramatik und Rock ‘n’ Roll, mit sympathischen und glaubhaften Charakteren, die einem mit jeder Zeile immer mehr ans Herz wachsen. In meinen Augen unbedingt einen Blick wert. Ich freue mich schön jetzt auf die nächsten Bände der Reihe.

Backstage Pass: Sinners on Tour 1 von Olivia Cunning
378 Seiten (Broschiert)
Verlag: Sourcebooks Inc.
Erschienen: Oktober 2010
ISBN: 978-1402244421
ca. 11 €

Ein Klick auf das Bild führt zur “Offiziellen” Homepage der Sinners.

[Rezension] Peter Abrahams: Was geschah in Echo Falls?

Eigentlich hat die dreizehnjährige Ingrid schon genug um die Ohren mit dem Fußballtraining, der Vorbereitung auf die heißersehnte Rolle in “Alice im Wunderland“, ihren in letzter Zeit seltsamen Eltern, die irgendwie ihren Bruder Ty zu bevorzugen scheinen und ihrem exzentrischen Großvater.

Doch dann geschieht ein Mord in der sonst eher beschaulichen Kleinstadt Echo Falls, in der die schlimmsten Delikte bisher nur übermäßiger Alkoholkonsum waren. Und durch einen dummen Zufall scheint Ingrid die Letzte zu sein, die das Opfer lebend gesehen hat – abgesehen vom Mörder selbst.

Ungewollt gerät Ingrid mitten hinein in die Ermittlungen. Während die Polizei im Dunkeln zu tappen scheint, versucht Ingrid den Fall auf eigene Faust aufzuklären, um zu beweisen, dass sie mit all dem nichts zu tun hat. Mit Hilfe ihres großen Idols, Sherlock Holmes, begibt sie sich auf eine gefährliche Suche und findet bald schon heraus, dass Echo Falls gar nicht so harmlos ist, wie es scheint…

Bei “Was geschah in Echo Falls?” handelt es sich um den Auftaktband einer auf mehrere Bände ausgelegten Reihe aus der Feder des amerikanischen Autors Peter Abrahams. Das erste Jugendbuch des Thriller-Autors erschien bereits im Jahre 2007 als deutsche Hardcover-Ausgabe, und ist seit August 2011 als Taschenbuch erhältlich.

Einigen mag vielleicht gleich zu Beginn folgender Gedanke kommen: Klingt nach Flavia de Luce. Irgendwie mag das ja im Ansatz durchaus stimmen, schließlich geht es in beiden Buchreihen um eine junge weibliche Hauptperson, die in Kriminalermittlungen gerät – aber da hören die Gemeinsamkeiten auch schon wieder auf. Denn im Gegensatz zu Flavia stolpert Ingrid eher zufällig in die Mordermittlungen hinein. Und ganz nebenbei erschienen Abrahams Bücher (2006) eher als die Romane von Bradley (2009). Vergleich sind also keineswegs angebracht, denn bei beiden Reihen handelt es sich um völlig eigenständige Werke.

Mit der dreizehnjährigen Ingrid hat Abrahams eine Hauptperson geschaffen, mit der sich die meisten Leser recht gut identifizieren können. Sie ist nach der Lieblingsschauspielerin ihrer Mutter benannt, spielt mit großer Begeisterung Fußball, hat ab und an so ihrer Schwierigkeiten mit Mathe und träumt von der Hauptrolle im neuen Theaterstück ihrer Schaupspieltruppe, der Prescott Players. Nebenbei hat auch ihre Familie so einige seltsame Anwandlungen. Alles in allem wirkt Ingrid als unglaublich normal und keinesfalls perfekt – und genau das macht sie sympathisch.

Sie macht Fehler, trifft auch mal eine falsche Entscheidung, und ist dennoch einfach liebenswert. Dank einer dieser Fehlentscheidungen gerät Ingrid mitten hinein in der Ermittlungen um den Mord an Müll-Katie. Denn schließlich hat sie die Dame zum letzten Mal lebend gesehen, und wegen eines Missgeschicks hält Ingrid sich auf einmal für eine mögliche Hauptverdächtige.

Mit dem Genie Sherlock Holmes als Vorbild macht sie sich daran, ihre Unschuld zu beweisen, indem sie den wahren Mörder findet. Wie ihr Held auch lernt sie die Straßenpläne ihrer Heimatstadt auswendig – Sherlock Holmes war dafür bekannt jede Straße in London beim Namen nennen zu können – und sucht überall nach Indizien. Und falls das jetzt zu mutig klingt: Auch Ingrid hat Angst, oft sogar. Wieder ein Punkt, der das Mädchen umso glaubhafter macht.

Auch die auftretenden Nebencharaktere sind Abrahams durchaus gelungen, haben Persönlichkeit und wirken, je nachdem, sympathisch, seltsam, nervig oder undurchsichtig. Besonders ans Herz gewachsen ist mir der Polizeichef von Echo Falls, Gilbert L. Strade – jedem, der ein bisschen in Sachen Sherlock Holmes bewandert ist wird dieser Name ein Lächeln auf das Gesicht zaubern.

Abrahams schreibt auf eine leicht ironische und sarkastische Art und Weise, flüssig-frisch und frei von der Leber weg und unterstreicht damit den Charakter seiner Hauptperson noch besser. Angenehm ist auch, dass der Autor hier nicht auf die inzwischen nahezu überall zu findende Ich-Erzählweise zurückgreift, es ihm aber trotzdem gelingt, dem Leser Einblicke in Ingrid’s Gefühlswelt und Gedanken zu geben.

Doch auch die Spannung kommt nicht zu kurz. Bis zum letzten Moment lässt Abrahams den Leser zappeln, und schafft ein Finale, das einem den Atem raubt und um die Figuren zittern und bangen lässt, auch wenn die eigentliche Auflösung dem aufmerksamen Leser schon vorher klar sein wird. 

Was geschah in Echo Falls?” ist ein mehr als spannendes Buch, das junge wie auch ältere Leser gleichermaßen begeistern kann und mit liebenswerten, glaubhaften Charakteren und einer spannenden Geschichte überzeugt. Abrahams hat mit seinem Debüt im Jugendbuchbereich ganze Arbeit geleistet. Und Stephen King bezeichnet dieses Buch bestimmt nicht umsonst als sein absolutes Lieblingsbuch. Definitiv lesenswert.

Was geschah in Echo Falls? von Peter Abrahams
Down The Rabbit Hole
349 Seiten (Broschiert)
Verlag: Bloomsbury K&J
Erschienen: August 2011
ISBN: 978-3833350801
8,95 €

Ich bedanke mich ganz, ganz herzlich beim Verlag Bloomsbury K&J für das so freundlich zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

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